BÜCHERBÖRSE

Top Ten der fürchterlichsten TV Formate

Die deutschsprachige TV-Landschaft ist geprägt durch Vielfältigkeit an Idiotie, Steoretype, Sexismus und vorgespielter Wirklichkeit. Der Fokus auf Unterhaltung und Quote bringt fürchterliche Unterhaltungssendungen hervor, die UNIMAG nun hier zum Besten gibt.

#10 Austria's next Topmodel

1. Was in Deutschland funktioniert, kann doch auch sicher in Österreich gehen. Tatsächlich bewerben sich immer wieder Hunderte von Mädchen, um Austria's next Topmodel zu werden. Obwohl die Österreicher und Österreicherinnen den großen Vorteil genießen, sowohl Heidi Klums nervige Stimme als auch ihr ständiges Nörgeln ertragen zu müssen, werden diese mit anderen Fürchterlichkeiten gequält. Ist es bei der deutschen Serie so, dass die Challenges noch einigermaßen vielfältig und sinnvoll sind, drängt sich in der österreichischen Version die Forderung nach grenzenloser Nacktheit und fast schon pornografischen Posen stetig in den Vordergrund. Nicht hui, sondern pfui!

#9 Der Bachelor

Ja, auch den gibt’s immer noch. Noch immer freuen sich Frauen darüber, wenn Sie nach jeder Runde eine Rose in die Hand gedrückt bekommen. Denn dann sind sie ihrem Traum, die Eine für den Bachelor zu sein, näher. Oh mein gott, wie sexistisch und altbacken ist denn das? Viele Frauen, die sich um einen Mann bemühen und auch ihre sexuellen Vorzüge spielen lassen (müssen), um Runden weiterzukommen. Ja, meine Damen und Herren, das ist halt Privatfernsehen.

#8 Ein Leben für die Schönheit - Alltag der Schönheitschirurgen

Wer kennt IHN seit dieser Serie nicht? Dr. Worseg hat sich in unser Gedächtnis reingeschnippelt, wie es keiner der Ärzte geschafft hat, die einen selbst schon jahrelang behandeln. Was hat nur dieser Dr. Worseg, dass er es immer schafft, Tausende von Menschen an den Bildschirm zu locken, wenn er Frauen zu Ihren Brustoperationen berät und an ihnen hantiert. Sind das die Frauen selbst, oder die ewige Frage, ob frau nicht doch vielleicht, aber auch nur vielleicht eine Cup-Größe größer bräuchte?

#7 Dschungel-Camp

RTL strahlt bereits 7 Staffeln davon aus. „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ stammt, wie kann es anders sein, von UK Serie „I’m a Celebrity...Get Me Out of Here!“ des Senders ITV1. Zehn abgehalfterte deutsche Promis lassen sich im Dschungel-Camp die Würde und ihren Stolz klauen, um am Ende Dschungel-König/in zu werden. Dafür müssen sie einige Challenges bestehen, bei denen der normale Hausverstand sagen würd: „Sicher ned“. Es ist zu hoffen, dass die Gagen der Promis stimmen. Sie sollen sich ja nicht ganz umsonst zum Affen machen.

#6 Saturday Night Fever

Ja, ist klar. Eigentlich schon ein alter Hut. Bedenklich ist es aber trotzdem, nach wie vor. Tragisch, dass es schon ein alter Hase ist unter den fürchterlichsten Sendungen. Mal ehrlich, ist denn der/die Zuschauer/in denn da nicht selbst schuld, wenn er sich schwanzgesteuerte Männer in Gumpoldskirchen auf Aufriss anschaut, auch wenn der eine oder die andere sich damit identifizieren kann? Oder ist man einfach so gespannt, ob vielleicht eine mal wirklich so betrunken ist, dass sie sich mit einen von den Hawaran einlässt?

#5 Messer, Gabel & Herz

… sollte eher in „Messer, Gabel & Schuss in den Kopf“ umbenannt werden. Wenn das alles ist, was der Single-Markt in Österreich zu bieten hat, dann gnade uns Gott. Witzlose Anmachsprüche und völlige Selbstüberschätzung der Männer und Frauen stehen in dieser Serie auf der Tagesordnung. Next, please.

#4 Beauty & The Nerd

Der Sender Prosieben kopierte dieses Format aus Großbritannien. Dort heißt es „The beauty and the geek“. Also echt jetzt. Es ist schon tragisch, dass selbst dieser Mist nicht mal aus der eigenen Feder stammt, und sogar der abkopiert werden muss. Die Macho-Welt wird sich freuen. Frauen, die auf Ihren Körper und ihre Schönheit reduziert werden, bilden ein Team mit Männern, die ihrerseits nur auf ihren IQ reduziert werden. Das Prinzip „hässliches Entlein wird zum schönen Schwan“ wird wohl auch hier eingesetzt. Die Frage, ob den Frauen in der Serie allerdings nach und nach auch das Denken zugestanden wird, bleibt offen.

#3 Die perfekte Hochzeit

Kurz gesagt: 4 Bräute, die sich trauen, die Hochzeiten der jeweils anderen, aufs Schärfste zu kritisieren, um die Flitterwochen-Reise zu gewinnen. Auffällig ist, dass meistens die Tussi gewinnt, die am meisten über die anderen Hochzeiten schimpft. Man kann hier streiten, ob dies eine Art Taktik sein könnte, oder ob es einfach wiedermal nur darum geht, dass stets vier bestimmte Typen von Menschen vertreten sind: Die Mega-Tussi, die alles besser weiß, und bestimmte Sachen nie machen würde, die Mega-Nette, die prinzipiell eigentlich eh alles nett und leiwand findet, aber trotzdem nicht die meisten Punkte gibt, und die durchschnittlicheren Typen, die hie und da etwas auszusetzen haben, und meist auch emotionaler sind. Arg, wie sehr wir manipuliert werden.

#2 Berlin – Tag und Nacht.

Reality Soap meets Assi-Wonderland. So schlecht gemacht, dass man glauben könnte, es wäre kein Scripted-TV. Die Leute sind prollig, die Dialoge sind nervig und die Kameraführung bedenklich wacklig. Die Macher von Berlin – Tag und Nacht verstehen es mit den diversen Facebook-Seiten der Psydo-Charaktere erst recht für Verwirrung unter den Fans zu sorgen und damit die Illusion des echten Lebens aufrechtzuerhalten. Biermüsli zum Frühstück, Frauen, deren Stimmen stets an quängelnde kleine Babies erinnern, und kaum einer oder eine bekommt was gebacken, weder in der Liebe oder im Beruf. Autsch!

#1 Absolute Mehrheit

Absolutes Politentertainment. Publizisten, Pädagogen und alle, welche Beschämung verspüren, wenn sie sich den TV-Clown Stefan Raab als Moderator einer politischen Diskussion vorstellen, bitte festhalten! Das ist ab sofort auf Prosieben die Wirklichkeit. Tragisch ist, dass es den Politikerinnen von CSU, Linken und Grünen nicht zu blöd ist, da auch noch mitzumachen. Zugegeben, es sind nicht gerade die Spitzenpolitikerinnen, andererseits ist es einfach mal schön, auch Politikerinnen im Fernsehen zu sehen. Wenn dann jedoch Stefan Raab frauendiskriminierende Witze macht, wenn es um die Frauenquote geht, dann kommt das fremdschämen von ganz allein. Zu dumm oder zu Macho? Mal sehen, wie das wird.

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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