BÜCHERBÖRSE

Oscars 2013 – Beste Nebendarstellerin

  • geschrieben von Michael Leitner und Christina Schügerl
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AMY ADAMS IN THE MASTER BILD: THE WEINSTEIN COMPANY
AMY ADAMS IN THE MASTER

Auch wenn es Nebendarstellerin heißt, diese nominierten Damen sind nicht minder wichtig für ihre Filme als die Hauptdarstellerinnen. Alle fünf Schauspielerinnen, die dieses Jahr im Rennen für den Oscar als beste Nebendarstellerin sind, waren bereits für einen Oscar nominiert. Sally Fields und Helen Hunt haben bereits gewonnen.  Für Amy Adams ist es bereits die vierte Nominierung. Jackie Weaver wurde erst einmal nominiert. Wie auch Anne Hathaway, wobei sie als klare Favoriten gilt.

Amy Adams (The Master)

Die Tatsache, dass die Academy von „The Master“ scheinbar bei weitem nicht so beeindruckt ist wie die Kritiker, schwächt auch die Chancen der drei nominierten Schauspieler. Teil des vielleicht besten Schauspiel-Ensembles des Jahres ist auch Amy Adams, die das Kodak Theatre bei ihrer vierten Nominierung wohl zum vierten Mal ohne Oscar verlassen wird. Als Ehefrau des Sektenführers Lancaster Dodd bekommt sie leider nur wenig Screentime, nutzt aber jede Sekunde davon eiskalt aus und wird zu einer stark präsenten Schlüsselkomponente des Films.

Sally Field (Lincoln)

Sally Field spielt in „Lincoln“ Mary Todd Lincoln, die Ehefrau des amerikanischen Kult-Präsidenten, und bringt eine starke emotionale Komponente in den Film von Steven Spielberg. Ihr Trauern um den verstorbenen Sohn bringt uns im Endeffekt auch Abraham Lincoln selbst ein Stück weit näher. Field ist, wie so oft, eine sehr starke Performance gelungen, die ihr in einem anderen Jahr womöglich den Oscar gebracht hätte. Heuer aber bleibt ihr nur der Status, vermutlich erste Profiteurin einer großen Überraschung zu sein. Die Frontrunnerin ist nämlich längst hoffnungslos enteilt.

Anne Hathaway (Les Miserables)

Kein Auge blieb trocken bei Anne Hathaways Darbietung der Fantine in Tom Hoopers „Les Miserables“. Dafür gewann sie auch den Golden Globe als beste Nebendarstellerin. Kaum einer hat bei den Oscars 2013 wohl eine solche Position als Favoritin wie Hathaway. Für die Rolle nahm sie einiges an Gewicht ab und schnitt sich die Haare extrem kurz. Solchen Körpereinsatz belohnt die Academy gern, jedoch tat ihre gefährlichste Konkurrentin Sally Fields ähnliches, sie nahm einiges zu, was zu einer Knieoperation führte.

Helen Hunt (The Sessions)

Auch wenn „The Sessions“ früher oder später wohl als gutes Konzept, das vor allem technisch bemerkenswert schlecht ausgeführt wurde, in die Geschichtsbücher eingehen wird, Helen Hunt trägt sicherlich keine Schuld daran. So lange es ihr das Skript erlaubt, interpretiert sie die Therapeutin Cheryl als reife Frau, deren fachlich-souveräner Umgang mit Sex in Hollywood-Filmen nur sehr selten zu finden ist. Die unglaubwürdige Liebesgeschichte und das schlechte Pacing des Filmes lassen zwar auch den Charakter nicht unversehrt, doch Hunt holt auch in dieser Phase das Maximum heraus. Trotz der eigentlichen Hauptrolle sind ihre Chancen, angesichts der haushohen Favoritin leider verschwindend gering.

Jacki Weaver (Silver Linings)

„Silver Linings“ hat auch in dieser Kategorie wieder zugeschlagen, denn Jacki Weaver ist für ihre Rolle in dem Weinstein-Film nominiert. Gegen ihre Konkurrentinnen, vor allem gegen Fields und Hathaway, wird sie sich jedoch kaum durchsetzten können. Vor allem da Weavers Darbietung  in „Silver Linings“ zwar solide war, jedoch hat sie nicht besonders viel Zeit auf der Leinwand, und auch keinen wirklichen Oscar-Moment. Somit geht es hier wohl eher um die Ehre, nominiert zu sein.

Christinas Tipp
Gewinner: Anne Hathaway (Alternative: Sally Fields)
Wunsch: Anne Hathaway

Michis Tipp
Gewinner: Anne Hathaway (Alternative: Sally Fields)
Wunsch: Helen Hunt

 

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