BÜCHERBÖRSE

Oscars 2013 – Beste Hauptdarstellerin

  • geschrieben von Michael Leitner und Christina Schügerl
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QUVENZHANE WALLIS. BILD: FOX SEARCHLIGHT PICTURES
QUVENZHANE WALLIS.

 

Bei den besten Hauptdarstellerinnen schien alles lange Zeit auf ein Duell zwischen Jungstar Jennifer Lawrence und Jessica Chastain hinaus zu laufen. In den letzten Wochen hat sich aber auch Emanuelle Riva in eine tolle Position gebracht und gilt mittlerweile als Geheimfavoritin. Naomi Watts und die junge Quvenzhané Wallis haben hingegen sicherlich das Ende ihrer diesjährigen Oscar-Reise erreicht.

Jessica Chastain (Zero Dark Thirty)

Das feministische Ausrufezeichen als Favoritin auf den „Beste Hauptdarstellerin“-Oscar? Eigentlich konnte das in der so männerdominierten Filmbranche ja gar nicht gut gehen. Und tatsächlich haben die letzten Awards-Verleihungen sowie die unnötige Folter-Diskussion um ihren Film „Zero Dark Thirty“ Jessica Chastains Oscar-Kampagne gehörig Wind aus den Segeln genommen. Am Ende des Tages zählt eine derartige Power-Performance aber sowieso viel mehr als jede Auszeichnung. Chastain unterstreicht das ihr attestierte große Talent als Bin Laden-Jägerin Maya, indem sie selbst die schwächeren Zeilen des Drehbuches perfekt abliefert. Dabei verliert sie nie die Balance zwischen scheinbar unantastbarer Power-Frau und menschlichem Wesen aus Fleisch und Blut.

Jennifer Lawrence (Silver Linings)

Jennifer Lawrence, die für ihre Rolle in „Silver Linings“ nominiert ist, wäre in einem anderen Jahr mit dieser Leistung vielleicht eine Favoritin gewesen. Doch dieses Jahr ist die Konkurrenz einfach zu stark, um Favoritenrollen zu vergeben. Anders als ihre Mitstreiterinnen hat sie zurzeit aber enorme kommerzielle Erfolge durch ihre Rolle in den „X-Men“-Filmen und in den „Hunger Games“- Filmen zu verbuchen. Das kann ihr leider zum Verhängnis werden, wenn die Academy beschließt, dass der große Erfolg für Lawrence bereits genug ist.

Emmanuelle Riva (Liebe)

Ausgerechnet am Tag der Oscar-Verleihung feiert die französische Filmikone Emmanuelle Riva ihren 86. Geburtstag und könnte, so die Tendenz der letzten Wochen, diesen womöglich mit einem Academy Award feiern. In Michael Hanekes „Liebe“ spielt sie Anne, deren langsames Sterben das Thema des Filmes ist. Bei einem kurzen Aussetzer angefangen mündet ihre Krankheit in einer Art Wachkoma, ehe ihrem Leben ein tragisches Ende gesetzt wird. Riva kombiniert ihre technisch perfekte Darstellung einer Kranken mit emotionaler Tiefe und der sehr harmonischen Chemie mit dem leider übersehenen Jean-Louis Trintignant.

Quvenzhané Wallis (Beasts of the Southern Wild)

Quvenzhané Wallis ist die jüngste Schauspielerin, die je in dieser Kategorie nominiert wurde. Als sie den Film „Beasts of the Southern Wild“ drehte, war sie gerade mal sechs Jahre alt. Noch dazu hat sie den Großteil der Laufzeit des Filmes für sich gepachtet. Eine wirklich beeindruckende Leistung, man darf sie im Rennen um den Oscar nicht unterschätzen. Zurzeit dreht sie bereits ihren nächsten Film. Sollte es dieses Jahr also nicht klappen, wird man bestimmt wieder von ihr hören.

Naomi Watts (The Impossible)

Für Naomi Watts ist es großartig überhaupt nominiert zu sein, da ihr Film „The Impossible“ nur wenig Medienaufmerksamkeit generiert hat. Für den wenig bekannten, spanischen Film, war Watts Nominierung Gold wert, denn nun wird auch der Rest der Welt auf den Streifen aufmerksam. Für den Oscar wird es dieses Jahr aber für Watts nicht reichen. Macht aber auch nichts, denn sie landete die Rolle der Prinzessin Diana in einem kommenden Film, der ihr mit Sicherheit Oscar-Chancen einbringen wird.

Christinas Tipp
Gewinner: Jessica Chastain (Alternative: Emmanuelle Riva)
Wunsch: Jennifer Lawrence

Michis Tipp
Gewinner: Emmanuelle Riva (Alternative: Jennifer Lawrence)
Wunsch: Emmanuelle Riva

 

 

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