BÜCHERBÖRSE

Die stille Rechnung

Trink-Geld (c) David Klotz
Trink-Geld

Ein Augenzwinkern hier, ein Lächeln da. Was daheim zum Alltag gehört wird in einer Bar schnell kostspielig. Nicht etwa wegen sexueller Belästigung, sondern wegen dem Trinkgeld.

Im 16. Jahrhundert durfte sich der Lehrjunge mit seinem Taschengeld bei einem Getränk erholen – daher der Name. Heute darf sich jeder freuen, denn eine nette Bedienung, ein freundlicher Taxifahrer oder ein guter Haarschnitt kosten in Österreich schon mal 10% des bezahlten Preises. Das Trinkgeld ist lange kein Akt der Höflichkeit mehr, sondern ein Muss, wenn nicht gar eine Drohung: Verweigert man strikt eine „nette Geste“ kann es gut sein, dass man das nächste Mal plötzlich länger auf sein Bier warten muss. Die oftmals ziemlich gesalzenen Preise werden mit einem gelassenen Lächeln präpotent gewürzt. Das kann bei einem mickrigen Espresso schon mal einen ganzen Euro ausmachen. Und da nützt kein Knausern oder die „arme Studenten“-Ausrede, der Service muss belohnt werden! Egal, ob er gut war oder nicht.

David Klotz

David Klotz | Redakteur und OCM

studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 

sagt zu Kino niemals Nein und hasst Spoiler 

david.klotz (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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