BÜCHERBÖRSE

Im April geht's um's Geld

Ein Blick in die Ausstellung Bild: (c) Geldmuseum der OeNB
Ein Blick in die Ausstellung

Falschgeld, Goldbarren, Kronen, Schillinge – das Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank ist momentan nicht nur den Geldfälschern auf der Spur, sondern bietet auch einen Einblick in die Währungsgeschichte.

Wolltet ihr schon immer einmal wissen, wie Geldfälschungen aussehen, wann es die ersten Münzen gab oder wie sich ein Goldbarren anfühlt? Dann seid ihr beim Geldmuseum im neunten Wiener Gemeindebezirk an der richtigen Adresse. Bei dem sonnigen Wetter bieten die Museumsräume im Erdgeschoss des Nationalbankgebäudes am Otto Wagner Platz eine kühle Abwechslung. Die Ausstellung „SCHEIN UND SEIN. DEN FÄLSCHERN AUF DER SPUR“ läuft noch bis Ende Jänner nächsten Jahres und gibt Aufschluss über Falschgeld sowie dessen Entstehung. So sind beispielsweise gefälschte 10-Euroscheine und ein gefälschter 500-Euroschein zu sehen. Durch die Gegenüberstellung mit echten Scheinen lassen sich die Fälschungen gut erkennen. Falschgeld ist allerdings keine neue Erfindung, es kann bereits seit der Antike nachgewiesen werden. Dementsprechend lässt sich beispielsweise eine zeitgenössische Fälschung eines Aureus näher betrachten. Die Münze war in augusteischer Zeit Einiges wert, ein Aureus entsprach ungefähr dem Monatslohn eines Legionärs. Die Fälschung lässt sich daran erkennen, dass die Münze durch ihren Kupferkern viel zu leicht ist, außerdem löst sich die Vergoldung bereits an etlichen Stellen. Die Reise geht von der Antike weiter über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit und zur Moderne. Darüber hinaus lässt sich auch einiges Nützliches darüber erfahren, wie und woran man eine Fälschung erkennt. Auch über die größten Geldfälscheraktionen der Geschichte sowie die Bestrafungen der Fälscher lässt sich allerhand entdecken. Im Mittelalter wurden Fälscher zum Beispiel in siedendem Öl gekocht, später zum Tode durch den Strang verurteilt.

Ebenfalls ausgestellt ist nun brandneu (!!) der verbesserte 5-Euroschein zu sehen, der ab 2. Mai in Umlauf kommen wird. Er besitzt unter anderem eine etwas andere Grünfarbe, sein Papier ist länger haltbar und auch seine Prägungen heben sich vom alten Schein ab. Außer den der Nationalbank eigenen Ausstellungsstücken sind auch Leihgaben aus dem Kunsthistorischen Museum, dem Bundeskriminalamt und Carnuntum zu sehen.

In die Geschichte der österreichischen Währung lässt sich ebenfalls eintauchen. Wisst ihr noch, wie ein 1000-Schillingschein ausgesehen hat? Wenn ja: Einen 5-Schillingschein habt ihr sicher noch nicht gesehen! Im Museum lassen sich unter anderem 1-, 5- und 10-Schillingscheine betrachten, auch Kronen und Gulden sind zu sehen. Doch die Geschichte geht noch viel weiter zurück bis zum Tauschhandel. So dienten Steinsalz und Bernstein lange Zeit als wichtige Tauschgegenstände und wertvolle Handelswaren. Die anderen, zum Teil kuriosen Objekte, mit welchen getauscht wurde, seht ihr euch am besten selbst an. UNIMAG wünscht euch viel Spaß auf eurer Geldzeitreise!

Weitere Informationen:

Öffnungszeiten: DI und MI: 9:30 – 15:30, DO: 9:30 – 17:30, FR: 9:30 – 13:30
Eintritt: frei
Führungen für Gruppen: kostenlos (nach Vereinbarung)
www.geldmuseum.at

Jutta Zegermacher

Jutta Zegermacher | Redakteurin

jutta.zegermacher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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