BÜCHERBÖRSE

Museum des Monats - Die spinnen, die Römer!

Die römische Geschichte von Wien erleben - im Römermuseum (c) Hertha Hurnaus
Die römische Geschichte von Wien erleben - im Römermuseum

Ob sie wirklich spinnen, muss jeder für sich entscheiden, aber interessant waren sie auf jeden Fall. Deshalb ist unser Museum des Monats das Römermuseum.

Wo vor fast 2000 Jahren die Offiziershäuser von Vindobona waren, ist heute das Römermuseum. Am Hohen Markt 3 kann die Stadtgeschichte Wiens erkundet werden. In den Jahren 200 bis 300 lebten in Vindobona über 30.000 Menschen. Wie die Soldaten im Legionslager lebten wird ebenso gezeigt wie das Alltagsleben der Römer in der Lagervorstadt und der Zivilstadt. Eine eindrucksvolle Wandmalerei zeigt, wie die Stadt zur Römerzeit ausgesehen haben könnte. Das Legionslager lag zwischen Donaukanal und Graben, die Lagervorstadt und Zivilstadt im heutigen 3. Bezirk.

Plan von VindobonaVindobona – nördliche Grenzsicherung

Das Legionslager, das 97 n. Chr. gegründet worden war, diente – wie auch Carnuntum – zur Sicherung der nördlichen Grenze des Imperiums. Von hier aus unternahm Kaiser Marc Aurel seine Feldzüge gegen die Markomannen. Neben militärischen Aufgaben hatten die rund 6000 Soldaten auch administrative und handwerkliche Tätigkeiten zu verrichten. Aber auch das Freizeitangebot war gut ausgebaut. Von Tavernen über Thermen und Theater bis hin zu Bordellen standen den Römern in Vindobona zur Verfügung. Auch das Glücksspiel erfreute sich großer Beliebtheit. Übrigens: Wer damals nicht als Säufer gelten wollte, trank nur verdünnten Wein.

Geschichte zum Anfassen

Das Museumsprogramm ist abwechslungsreich gestaltet. Es gibt 3-D-Puzzles, um das Rekonstruieren von zerbrochenen Keramiken selbst auszuprobieren. Außerdem gibt es Repliken zum Angreifen und einen neuartigen Videoguide mit vertiefenden Informationen, die nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch in Gebärdensprache aufbereitet werden.

Ruinen Hoher Markt

Ausgrabung eines Spitzgrabens der Zivilstadt Vindobona, Wien 3, Klimschgasse 2-4. Das Foto wurde von Josef Nowalski de Lilia 1909 aufgenommen.

Das Herzstück des Museums sind die Ruinen von Tribunenhäusern aus dem Legionslager. Direkt im Keller des Römermuseums können die wichtigsten Baureste der Römerzeit in Wien betrachtet werden. Dazu kommen rund 300 faszinierende archäologische Funde, die das ganze Spektrum römischen Lebens in Wien zeigen. Zu sehen sind Alltags- und Kultgegenstände, Fragmente von Gebäuden, Figuren und Spielzeug, Kanaldeckel und Geschirr, Götterstatuen und Nippes.

Moderne Technik trifft auf Geschichte

Interessant sind auch die durch 3-D-Technologien ermöglichten Visualisierungen des Siedlungsraumes. Den Römern stand bereits modern Infrastruktur zur Verfügung. In animierten Videos wird z. B. gezeigt, wie die Römer Vindobona mit frischem Trinkwasser aus dem Wiener Wald versorgten.

UNIMAG wünscht euch viel Spaß bei der Spurensuche der römischen Geschichte Wiens.

Ein Tipp für Sparfüchse: Jeden ersten Sonntag im Monat kann das Römermuseum gratis besucht werden.

Weitere Infos

Römermuseum
1010 Wien, Hoher Markt 3
Telefon: +43-1-535 56 06

http://www.wienmuseum.at/de/standorte/ansicht/roemermuseum.html

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Sonntag & Feiertag, 9 bis 18 Uhr

Geschlossen: 1.1., 1.5. und 25.12.

EINTRITTSPREISE

Erwachsene: 6 Euro

Studierende bis 27 Jahre: 4 Euro

Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren: Eintritt frei

Jeden ersten Sonntag im Monat für alle Besucher: Eintritt frei

Birgit Mühl

Birgit Mühl | Ressortleiterin Feuilleton

studiert Vergleichende Literaturwissenschaft und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

ist heillose Optimistin

liebt Beistriche und hasst den Ausdruck "Grammar-Nazi"

birgit.muehl (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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