BÜCHERBÖRSE

"Die Berührte" im Theater in der Josefstadt

"Die Berührte" im Theater in der Josefstadt (c) Jan Frankl

Günter Krämer inszeniert Herbert Schäfers Theaterfassung von "Die Berührte", aus Thomas Manns umfangreichem Roman, jenes Kapitel, das sich auf das Zusammentreffen von Potiphar, Mut und Joseph konzentriert. Die Collage besteht nur aus Originaltexten aus Thomas Manns Roman.

Joseph, Jaakobs Lieblingssohn, den er mit Rahel zeugte, provoziert seine Halbbrüder durch Schilderung seiner hochfahrenden Träume. Auf einer Reise fallen die Brüder über ihn her, werfen ihn in einen trockenen Brunnen und verkaufen ihn schließlich an ismaelitische Händler, deren Karawane nach Ägypten zieht. Dort wird Joseph an das Haus des Potiphar verkauft, "Freund des Pharao". Joseph nennt sich ab jetzt "Osarsiph", wie nach ägyptischem Brauch die Toten angesprochen werden, da er selbst für seinen Vater und für seine Familie längst als verstorben gilt.

Potiphar selbst wurde als Kind von seinen Eltern kastriert, ein Ritual, um ihm eine Karriere als Höfling zu eröffnen. Seine Ehe ist deshalb nur eine Ehe der Form, wie auch seine Hofämter im Grunde leere Ehrentitel sind.

Im großen Kapitel "Die Berührte" des dritten Romanteils "Joseph in Ägypten" sehen wir Mut-em-Enet, Potiphars Frau, zunächst zufrieden in ihrer nicht vollzogenen Ehe. Sie entwickelt aber in den drei Jahren ihrer geschlechtlichen Einsamkeit ein immer stärkeres Verlangen zu dem jungen Joseph, Sklave im Hause. Potiphar selbst sucht nach einem Weg, sein eigenes Verlangen nach Ruhe, Liebe, Menschlichkeit mit seiner hohen Stellung zu verbinden, und überprüft währenddessen, wieweit er sich dabei auf den Rat seines Hofes (hier in Gestalt seines Höflings Dûdu) verlassen kann …

 

Theater in der Josefstadt

Thomas Mann
JOSEPH UND SEINE BRÜDER – DIE BERÜHRTE

Uraufführung, Premiere 5. Dezember 2013, 19.30 Uhr

Termine: Dezember: 5., 6., 7., 8. (15 Uhr und 19.30 Uhr)
Jänner: 14., 15., 16., 26. (15 Uhr und 19.30 Uhr), 27., 28.

Regie: Günter Krämer
Bühnenbild und Dramaturgie: Herbert Schäfer
Kostüme: Alberte Barsacq
Regiemitarbeit: Laura Linnenbaum
Besetzung: Tonio Arango (Potiphar ), Sandra Cervik (Mut, Potiphars Frau ), Florian Teichtmeister (Joseph/Osarsiph), Erni Mangold (Dûdu), sowie Sabrina Worsch, Maxi Neuwirth, Melanie Flicker, Theresia Gabriel, Elisabeth Kofler, Monika Gindl, Katrin Eberl, Miriam Fontaine (Freundin der Mut/Schatten)

 

 

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