BÜCHERBÖRSE

Museum des Monats: Warme Füße

Museum des Monats: Warme Füße (c) Landesinnung Wien der Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher

Bei den frostigen Temperaturen packen wir uns gerne warm ein. Ganz selbstverständlich ziehen wir uns die Stiefel an, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie diese überhaupt entstanden sind. Wie haben die Vorgänger unserer Schuhe ausgesehen? Seit wann gibt es diese überhaupt? Auf diese und ähnliche Fragen findet ihr im einzigartigen Wiener Schuhmuseum im achten Bezirk Antworten.

 

Werkzeug2002 eröffnet, präsentiert das Wiener Schuhmuseum heute eine große Sammlung an historischen Schuhen sowie Maschinen, Zunftgegenständen und Werkzeug zur Fertigung dieser. Einmal im Monat wird die Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch Führungen finden nach Vereinbarung statt. Die Exponate sind unter anderem ein Zeugnis der Veränderung der Menschen über die Zeit hinweg. Damals waren die Schuhe viel kleiner und schmäler, kein Fuß würde mehr in einen 200 Jahre alten Schuh passen. Doch nicht nur die Größe unterscheidet sich vom heutigen Schuhwerk, auch die Verschlusstechnik war damals eine andere. Da man noch keinen Reisverschluss kannte, musste man entweder zu Schuhbändern oder zu Knöpfen greifen. Ja, richtig gehört, man hat die Schuhe zugeknöpft. Als Hilfe gab es einen sogenannten Knopfzieher, welcher das Anziehen erleichterte.

Historisches

SandaleEgal, ob römische Legionärssandalen oder Pfaffenschuhe aus dem 16./17. Jahrhundert – in dem Museum befinden sich allerhand Raritäten, die man nur selten zu Gesicht bekommt. Auch die ehemaligen Lieblingsschuhe von Helmut Zilk, Skischuhe von Peter Rapp sowie Pumps der verstorbenen Schauspielerin Paula Wessely sind ausgestellt. Zudem könnt ihr euch davon überzeugen, wie die Stiefel von Kaiser Franz Joseph oder die Schuhe von Kaiserin Sissi ausgesehen haben.

The Crazy Shoe

Historische Zeugnisse wie Galoschen, mehrere Jahrzehnte alte Kinderschuhe, alte Clownschuhe oder die Vorläufer der heutigen Eislaufschuhe könnt ihr in dem Museum genauso bestaunen wie die Preisträger des „Awards for the Crazy Shoe“ des Schuhmacherballs 2013. Ein Ferrari als Schuh, der Eiffelturm als Absatz eines Pumps, Boxhandschuhe für die Füße – jedes Design ist für den jährlichen Wettbewerb erlaubt, solange es auch getragen werden kann.

Die Schusterkugel

Wusstet ihr, dass Schuhmacher damals von Stadt zu Stadt reisten, um so durch Mondpropaganda immer wieder an neue Aufträge zu kommen? Natürlich konnten sie nur tagsüber arbeiten. Sobald es dunkel Historisches Schuhwerkwurde, mussten sie ihre Arbeit einstellen, da der Kerzenschein nicht das geeignete Licht gab. Dies führte zur Erfindung der Schusterkugel. Eine mit Wasser gefüllt Glaskugel half, den Arbeitsplatz besser auszuleuchten. Dies wiederum inspirierte Herrn Perzy für seine Erfindung der Schneekugel. Vielleicht könnt ihr euch noch an das Schneekugelmuseum erinnern, über das wir letztes Jahr zu Weihnachten berichtet haben. Dort werden heute noch von Familie Perzy die original Schneekugeln hergestellt. Ausgefallene Schneekugeln mit Miniaturschuhen sind im Schuhmuseum übrigens auch zu finden. In diesem Sinne wünschen wir euch viel Spaß auf eurer Reise in die Welt der Schuhgeschichte!

Weitere Informationen:

Öffnungszeiten: Jeden 2. Dienstag im Monat; nach Vereinbarung

Führungen: Nach Vereinbarung

Eintritt: 3 Euro für Studierende ohne Führung

Florianigasse 66, 1080 Wien

www.schuhmuseum.at

 

Jutta Zegermacher

Jutta Zegermacher | Redakteurin

jutta.zegermacher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook