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Ein Museum voll Münzen und Medaillen

Das Münzkabinett Bild: (c) Kunsthistorisches Museum Wien
Das Münzkabinett

Das Museum des Monats versteckt sich dieses Mal im zweiten Stock des Kunsthistorischen Museums: Neben der Antikensammlung stellt das Münzkabinett den Kern des Hauses dar und zählt mit seinen 700 000 Objekten zu den weltweit größten seiner Art.

Im Jahre 2000 in dieser Form eingerichtet, wird in drei Sälen fast 3000 Jahre Währungsgeschichte aufgerollt. Numismatik wird dabei nicht nur als Historie der Münze, sondern als Zusammenschau aller Geldformen angesehen. Zu Beginn der Ausstellung lassen sich auch aktuelle Geldstücke wie die Münze „Tunnelbau“ als Teil der farbenprächtigen Silber-Niob-Serie bestaunen. Sie ist zur Würdigung des Fortschrittes der letzten Jahrhunderte im Tunnelbau entstanden. Daneben sind alte Sparbüchsen aus der Sammlung der Ersten Bank, wie jene in Form eines Elefanten aus dem Jahre 1870, ausgestellt.

Das Münzkabinett im Kunsthistorischen Museum WienDer erste Raum widmet sich dann der Entwicklung der Medaille. Die Anfänge dieser sind in der italienischen Renaissance um 1400 zu finden. Kurz nach 1390 entstanden in Venedig und Padua zwei Medaillen, die Francesco II zur Erinnerung an die Eroberung der Stadt Padua aus der Hand Mailands prägen ließ. In der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es zahlreiche Medailleure wie Ludwig Neufahrer, ein Vertreter des Nürnberger Stils. Von ihm ist eine Medaille mit Christoph von Madruzzo, Bischof von Trient, aus 1540 ausgestellt. Auch Medaillen aus England, Polen, Niederlande, Frankreich, Spanien, Portugal, Schweiz, Belgien, Österreich oder Deutschland wie jene von Heinrich Paul Groskert mit König August II von Polen (1714) können im Münzkabinett bestaunt werden. An den Wänden des Raumes befinden sich prunkvolle Orden, wie der österreich-kaiserliche Leopolds-Orden oder jener der Eisernen Krone.

Der zweite Raum ist zum Bersten mit Münzen gefüllt. Doch auch prämonetäre Geldformen wie Natur-, Schmuck- oder Gerätegeld werden in der Darstellung der Geschichte der Münze nicht ausgelassen. So kann man beispielsweise Exponate von Stein- oder Muschelgeld begutachten. Auch Barrengeld, wie ein Ringbarren aus Bronze um 2000 v. Chr., ist ausgestellt. Wisst ihr zum Beispiel, wie die Münzen der Vandalen, Ostgoten oder Langobarden aussahen? Nein? Dann lohnt sich ein Besuch im Münzkabinett auf jeden Fall! Auch über Münztechnik und verschiedene Prägeverfahren wie die Walzprägung  könnt ihr euch informieren.

Der letzte Saal beherbergt die Sonderausstellung. Hier kann man zurzeit die Münzen der Hunnen und Westtürken in Zentralasien und Indien, wie jene des Reiches der Sasaniden in Persien (224-651), näher betrachten. Die Prägung der kleinen Münzen ist oft schwer mit freiem Auge auszumachen, die Beschilderungen helfen jedoch dabei. Hier könnt ihr eure Fantasie walten lassen. Wir wünschen euch viel Spaß dabei!

Weitere Informationen

Kunsthistorisches Museum Wien, 2. Stock
Maria Theresien-Platz, 1010 Wien

Öffnungszeiten: DI-SO 10.00-18.00 Uhr

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Jutta Zegermacher

Jutta Zegermacher | Redakteurin

jutta.zegermacher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

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