BÜCHERBÖRSE

Im Februar wird gekämpft

Die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in der Burg (c) KHM
Die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in der Burg

Das Museum des Monats entführt euch dieses Mal in eine historische Kampfwelt. Die Hofjagd- und Rüstkammer in der Burg am Heldenplatz lässt vergangene Kampfszenarien wieder aufleben – Ritterrüstungen, Schwerter, Lanzen und Pistolen inklusive!

Bereits im prunkvollen Treppenhaus der Burg leuchten den Besuchenden Helme, Panzerhemden und Harnischteile entgegen. Die lebensgroßen Ritter auf ihren Pferden mit Stechzeug in der Hand wirken zudem ganz schön bedrohlich. Die Sammlung zählt zu den weltweit anerkanntesten ihrer Art und stellt die am besten dokumentierte höfische Rüstkammer der abendländischen Welt dar. Der Grundstock dafür ist die kaiserliche Leibrüstkammer aus 1436. Außerdem gibt das Museum auch Einblicke in die Abläufe der Kämpfe. Zum Beispiel wurden Turniere im Spätmittelalter zu höfischen und politischen Akten fernab von jeglicher Realität veranstaltet. Im Hochmittelalter waren sie Training für den Ernstfall, doch später dienten sie nur mehr der Zuschaustellung des idealen Kampfes bei höchster Prunkentfaltung.

Rossstirn und Harnisch

Darüber hinaus lassen sich in der Kammer die unterschiedlichsten Exponate erblicken: Angefangen bei Zahnstangengewinden und Prunkspießeisen über Armbrüste, Rennsättel, Sturmhauben, Streitäxte, Prunksäbel, Schwerter und Helme bis hin zu Radschloss-Karabinern und Kandaren kann man hier Zeugnisse einer vergangenen Kampfwelt bestaunen. Wusstet ihr beispielsweise, was eine Streiftartsche ist? Im Museum könnt ihr euch von der Existenz dieses Schenkelschutzes überzeugen. Auch unterschiedliche Formen der Rossstirn sind ausgestellt. Diese war ein metallener Kopfschutz für das Pferd und somit der wichtigste Teil des Pferderüstzeuges. Ferner finden sich auch Rüstungen für Knaben, wie zum Beispiel der etwas kurios anmutende Faltenrockharnisch, den Kaiser Maximilian für seinen zwölfjährigen Enkel fertigen ließ. Dass Kampfutensilien auch prunkvoll sein können, beweisen nicht nur die Rüstungen, sondern auch die ausgestellten Waffen wie zwei Schwerter der St. Peterschaftsritter aus dem 16. Jahrhundert.

Außerdem widmet sich ein Raum der fernöstlichen Kampfausstattung. Türkische Bogen- und Pfeilköcher aus dem 16. Jahrhundert sind hier genauso zu finden wie eine Armschiene von Sultan Süleyman II, ein türkisches Gewehr aus dem 17. Jahrhundert oder ein ungarisch-türkischer Krummdolch aus 1549. Falls ihr euch darunter nicht viel vorstellen könnt, lohnt sich ein Besuch in der Hofjagd- und Rüstkammer auf jeden Fall! Wir wünschen euch viel Spaß auf eurer stürmischen Entdeckungsreise!

Weitere Informationen:

Hofjagd- und Rüstkammer, Neue Burg
Heldenplatz, 1010 Wien

Öffnungszeiten: MI-SO 10:00 - 18:00 Uhr

Hofjagd- und Rüstkammer

Jutta Zegermacher

Jutta Zegermacher | Redakteurin

jutta.zegermacher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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