BÜCHERBÖRSE

Ausstellung: "Trotzdem Kunst!"

Albin Egger-Lienz, "Finale" 1918 (c) Sammlung Leopold II
Albin Egger-Lienz, "Finale" 1918

"Ich male in großer Not", schrieb Anton Kolig im Oktober 1916 vom Kriegsschauplatz. Künstler wie Egon Schiele, Albin Egger-Lienz oder Anton Kolig, die in der Ausstellung "Trotzdem Kunst! Österreich 1914–1918" exemplarisch hervorgehoben werden, bildeten unter den neun Millionen österreichischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg kämpften, eine verschwindende Minderheit. Doch spiegeln gerade ihre Werke das leidvolle Verhängnis aller Soldaten wider. Teils als Auftrag, teils aus innerer Notwendigkeit entstanden Schlachtengemälde, Soldatenporträts, spontane Skizzen des Frontalltags oder eskapistische Bilder einer heilen, aber dem Untergang geweihten Welt.

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo war fataler Auslöser des Ersten Weltkrieges. Hundert Jahre danach widmet das Leopold Museum den Schicksalen österreichischer Künstler, die in den Jahren 1914 bis 1918 tätig waren eine umfassende Ausstellung.

Kriegsmaler schildern die Schrecken des Krieges, während zeitgleich große Kunstausstellungen im Inland und im neutralen Ausland organisiert werden. Kolo Moser malt mitten im Krieg Werke von intensiver Farbigkeit. Gustav Klimt arbeitet in diesen Jahren an Frauenbildnissen, Allegorien und den späten Attersee-Landschaften. Als Klimt im Februar 1918 stirbt, zeichnet ihn Schiele am Totenbett. Im Oktober desselben Jahres hält er seine todkranke Frau Edith mit dem Zeichenstift fest. Beide sterben noch im selben Monat – kurz vor Kriegsende – an der Spanischen Grippe.

Bezüge zum Heute bilden ausgewählte Positionen zeitgenössischer Künstler aus Italien, Rumänien, Russland und Serbien, also jenen Ländern, gegen die Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg an den Fronten kämpfte.

Die Ausstellung zeigt 200 Werke, davon rund 40 aus der Sammlung des Leopold Museum, 30 aus der Sammlung Leopold II und 130 Werke von öffentlichen und privaten österreichischen und internationalen Leihgebern. Zusätzlich zu den historischen Objekten sind zeitgenössische künstlerische Interventionen zu sehen.

Kuratoren: Elisabeth Leopold, Ivan Ristić, Stefan Kutzenberger

Info

TROTZDEM KUNST!
Österreich 1914–1918
9. Mai bis 15. September 2014

Leopold Museum, MuseumsQuartier Wien

Täglich außer Dienstag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr, Dienstag geschlossen

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

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