TRAINEEPROGRAMME

5 Kontinente - eine Sprache?

Das Esperantomuseum im Palais Mollard Bild: (c) Österreichische Nationalbibliothek
Das Esperantomuseum im Palais Mollard

In diesem Monat sprechen wir alle dieselbe Sprache. Glaubt ihr nicht? Stimmt, unmöglich. Oder doch nicht? Den Traum einer internationalen Sprache gibt es schon lange. Im Esperantomuseum lassen sich dessen Wurzeln erforschen.

Das Palais Mollard im ersten Bezirk ist nicht nur die Heimat zahlreicher Globen. Im Erdgeschoss der altehrwürdigen Gemäuer versteckt sich auch unser Museum des Monats: das kleine, aber feine und vor allem äußerst informative Esperantomuseum der Österreichischen Nationalbibliothek. Für diejenigen, die sich jetzt fragen „Esperanto – was?“, aber auch für alle, denen der Begriff bereits geläufig ist, zahlt sich ein Besuch in der Herrengasse ganz bestimmt aus.

Doch was genau ist nun Esperanto? Hinter Esperanto verbirgt sich unter anderem der Gedanke einer internationalen Sprache. 1887 veröffentlichte ein polnischer Augenarzt unter dem Pseudonym Dr. Esperanto Entwürfe zu einer Plansprache. Einen Auszug daraus könnt ihr euch im Museum anhören. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Sprache in einem Film und mittels interaktiver Stationen nachgezeichnet: Vor allem in der Donaumonarchie sah man darin die Lösung des Sprachenproblems im Vielvölkerstaat. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird jährlich ein Esperantokongress veranstaltet. Im Ersten Weltkrieg fungierte Esperanto als Lingua Franca in den sibirischen Gefangenenlagern. Man könnte Esperanto in diesem Sinne auch als Friedenssprache bezeichnen, so fand die Sprache unter Exponenten der Friedensbewegung ihre Befürworter.

Darüber hinaus weist das Museum darauf hin, dass sich in unserer modernen Sprache eine Fülle von Kunstwörtern befindet. Vor allem im Technologiebereich dient dabei das Englische als Quellsprache, so stellt das Wort „Internet“ beispielsweise seit 1982 die gängige Abkürzung von Interconnected Networks dar. Übrigens ist Esperanto beim World PEN Club eine anerkannte Literatursprache. Wenn ihr wissen wollt, wie die Lingua Ignota oder andere historische Versuche einer Plansprache klingen, dann stattet ihr dem Palais Mollard am besten selbst einen Besuch ab!

Esperantomuseum - Kongress in Genf

Weitere Informationen:

Palais Mollard, Herrengasse 9

Öffnungszeiten: DI-SO: 10:00-18:00, DO: 10:00-21:00
Eintrittspreis für Studierende: 3 Euro (Kombiticket)

http://www.onb.ac.at/esperantomuseum.htm

Jutta Zegermacher

Jutta Zegermacher | Redakteurin

jutta.zegermacher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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