BÜCHERBÖRSE

Ausstellung: David LaChapelle im OstLicht

Portrait as House, 2013 (c) David LaChapelle
Portrait as House, 2013

David LaChapelle hat in den vergangenen drei Jahrzehnten ein außergewöhnliches und unverkennbares Werk geschaffen. Er hat mit unzähligen Pop- und Filmstars gearbeitet und mit seinen kraftvollen, provokanten, humorvollen, glamourösen aber auch surrealen und meist knallbunten Arbeiten die Welt der Fotografie und die Ästhetik der Bildwelt nachhaltig geprägt. Die Galerie OstLicht präsentiert in der Ausstellung David LaChapelle. ONCE IN THE GARDEN neben bekannten Ikonen aus den letzten zwanzig Jahren, wie "Amanda Lepore: Addicted to Diamonds", "Celebrity Gleam" oder "Amanda as Andy Warhol’s Liz Taylor", drei seiner neuesten Werkgruppen: "Earth Laughs in Flowers", "Gas" und "Land Scape".

Durch seine Auseinandersetzung mit Themen wie Spiritualität und Religion, Personenkult und Körperlichkeit und mit der Hinterfragung gesellschaftlicher Normen von Geschlecht und Sexualität gelang es David LaChapelle, das öffentliche Bewusstsein zu beeinflussen. Er ist kein Fotograf im klassischen Sinn, er ist vielmehr ein Bildermacher, ein Geschichtenerzähler. Seine Bildwelt inspiriert sich dabei an unterschiedlichsten Quellen wie Popkultur, Barock, Renaissance, Kunstgeschichte, Kino und sogar an der Bibel. David LaChapelle versteht es mit Versatzstücken der Konsumwelt zwischen glänzenden und makellosen Körpern in hyperrealen Settings existentielle Fragen aufzuwerfen, in dem er eine geradezu bizarre Spannung zwischen Entfremdung und Anziehung erzeugt. Die Natur als Grundlage unseres Seins, der wir alle gleichermaßen nackt gegenüberstehen, ist in den neueren Werken des Künstlers als bildprägendes Element präsent.

Mit "Once in the Garden" wird schließlich David LaChapelles neueste Arbeit gezeigt. Sie ist nicht nur titelgebend für die OstLicht-Ausstellung, sondern auch das Sujet des Life Ball 2014. LaChapelles starker Bezug zur Kunstgeschichte wird in dem Diptychon besonders deutlich. Motive wie der rosafarbene Lebensbrunnen und der liegende Jüngling mit fantastischem Kopf sind aus Hieronymus Boschs "Der Garten der Lüste" (um 1500) entlehnt. In seiner Version eines surrealen paradiesischen Gartens inszeniert LaChapelle das Transgender-Modell Carmen Carrera und gibt dem ihm wichtigen Anliegen, dass Liebe keine Geschlechtergrenzen kennt, starken Ausdruck.

Info

OstLicht. Galerie für Fotografie
Absberggasse 27
1100 Wien

www.ostlicht.at

Öffnungszeiten: Mi-So 12-18 Uhr

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook