BÜCHERBÖRSE

Film ab: It's Viennale Time!

22-23 c Viennale PlakatVom 20. Oktober bis 2. November geht das größte Filmfestival Österreichs über die Bühne: die Viennale. Bereits zum 49. Mal verwandeln nationale und internationale filmische Arbeiten die Hauptstadt in ein Mekka für Cineasten. Am 15. Oktober startet der Vorverkauf für die begehrten Tickets.

Hauptprogramm

Im diesjährigen Hauptprogramm der Spiel- und Dokumentarfilme finden sich nicht weniger als 130 Langfilme. Rund 20 österreichische Produktionen erleben zum allergrößten Teil ihre Weltpremiere. Die Viennale bedient eine riesige Programmpalette mit bekannten filmischen Genres und ungewöhnlichen Stilmischungen mit hochwertigem Inhalt. Die Geschichten der Viennale-Filme können unterschiedlicher nicht sein: Das mag für die traumartige Erkundung eines alten Hauses in Aitá ebenso gelten, wie für das komische und verrückte Dasein eines nützlichen Lebens im Kino von La vida útil. Emotion und Spannung pur verspricht der Film Ang damgo ni eleuteria, der die Entscheidung eines philippinischen Mädchens, ihr Land zu verlassen, ebenso bildgewaltig auf die Leinwand bringt wie Lars von Trier's Melancholia, der von nichts Geringerem als dem Ende der Welt erzählt.

Diesjährige Tributes

Mit einem Tribute für Harry Belafonte werden sechs Filme über und mit Belafonte gezeigt, so u.a. Otto Premingers Musical Carmen Jones von 1954. Die Dokumentation Sing Your Song von Susanne Rostock aus dem Jahre 2011 wird im Rahmen einer Galavorstellung im Gartenbaukino präsentiert, bei der Belafonte persönlich zu Gast sein wird.

22-23 c Viennale Tahrir Liberation SquareZudem ehrt die Viennale den Produzenten Jeremy Thomas mit einem umfangreichen Tribute, bestehend aus einer Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten wie Nagisha Oshimas Meisterwerk Merry Christmas, Mr. Lawrence von 1982, Naked Lunch aus dem Jahre 1991 von David Cronenberg, Sexy Beast von Jonathan Glazer (2000) oder Young Adam von David Mackenzie (2003).

Special Programs

Im Spezialprogramm der diesjährigen Viennale wird eine Filmschau in sechs Programmen mit dem Titel Between Inner and Outer Space gezeigt. Im Mittelpunkt der Programme stehen Kunsträume als Orte der Produktion. Zudem wird der amerikanischen Filmemacherin Lee Anne Schmitt mit Awake and Sing eine Werkschau gewidmet. In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum zeigt die Viennale eine große Retrospektive der belgischen Filmemacherin Chantal Akerman.

Zum Programm des Festivals gehören zudem Galavorführungen und Feste, sowie Diskussionen, Publikumsgespräche und Begegnungen zwischen internationalen Gästen und Besuchern. 

Must see!

Aki Kaurismäkis „Le Havre"
Der Schuhputzer Marcel Marx versteckt einen Jungen aus Gabun namens Idrissa bei sich, der illegal in einem Containerschiff ins Land gelangte und von der Polizei gesucht wird. Der Film überzeugt in Kaurismäki-Manier: typische Farbgebung und Lichtsetzung, Milieugestaltung und Tonlage. Kaurismäki will mit diesem Werk die moralische Krise der westlichen Staaten verhandeln. Der Film wirkt aber nicht belehrend, man hat viel zu lachen und kann ergriffen seufzen.


P. David Ebersole „Hit So Hard"

22-23 c Viennale Hit So HardDer Film schildert den Aufstieg, den Fall und das Comeback von Patty Schemel, jener Schlagzeugerin, die für ihre erstaunliche künstlerische Fertigkeit in Courtney Loves Rockband Hole Berühmtheit erlangte. Das mehr als 40 Stunden umfassende Videomaterial, das Patty selbst filmte, wurde von Ebersole, der normalerweise Spielfilme inszeniert, in einem wunderbaren Dokumentarfilm zusammengetragen.

Alle Informationen zu Programm, Ticketvorverkauf und Kinostandort unter: www.viennale.at

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook