BÜCHERBÖRSE

Sie rufen wie gekommen!

Das Ensemble von Singin in the Rain begeistert die Zuseher c Rita NewmanEines der erfolgreichsten Hollywood-Musicals von Regisseur Werner Sobodka ist derzeit auf der Bühne der Wiener Kammerspiele zu sehen. Leider nur mehr bis Ende April, wie viele Besucher und Besucherinnen meine Meinung teilen.

„Optisch bist du ein wahrer Ohrenschmaus!“

Don Lockwood und Lina Lamont sind das romantischste Schauspiel- und Liebespaar in der Stummfilmbranche. Reporter und Fans sind gleichermaßen von ihnen begeistert. Als jedoch der erste Tonfilm das Publikum beeindruckt, sehen sich die Regisseure und Filmemacher von Dons und Linas Filmen gezwungen, auf den Zug aufzuspringen. Leider jedoch hat Lina eine fürchterlich grauenvolle Stimme, was das Projekt zu gefährden droht. Komponist Cosmo Brown hat schließlich die rettende Idee und engagiert die arbeitslose Schauspielerin Kathy Selden, um Linas Filmstellen zu synchronisieren. Während alles wunderbar läuft, befürchtet Lina, dass Kathy ihr nicht nur die Schau, sondern auch den Mann stehlen könnte und holt zum Gegenschlag aus

„Kein Einwand gegen die Leinwand“

Gaines Hall und Jennifer Kossina verkörpern Don und Lina, die größten Stummfilm-Legenden aller Zeiten. Gaines Hall beeindruckt vor Ramesh Nair und Gaines Hall spielen und steppen perfekt aufeinander abgestimmt c Rita Newmanallem durch seinen Dialekt und seine geschmeidigen Bewegungen in den Tanz- und Steppszenen. Während Jennifer Kossina mit ihrer – grauenvollen – Stimme überzeugt. Sie klingt ein bisschen wie Alvin Chipmunk`s große Schwester, was an sich schon als Kunst anerkannt werden sollte. Noch dazu peppt sie die Stimmung stets mit ein paar komischen Kommentaren und „blonden“ Sprüchen auf. Nina Weiss spielt die arbeitslose Kathy, die im Tonfilm ihre große Chance wahrnehmen darf, berühmt und erfolgreich zu werden. Sie überzeugt vor allem durch ihre großartige Stimme.

Wer jedoch am meisten für Begeisterung sorgt, ist Cosmo Brown-Darsteller Ramesh Nair. Bekannt als der Inder in den Telering-Werbungen beeindruckt er im Musical durch seine witzigen Einwände, durch seinen komischen Charakter und natürlich durch seine schwungvollen Bewegungen beim Tanzen und Steppen. Nair hat neben der zweiten Hauptdarsteller-Rolle auch die Verantwortung über die Choreographie der Steppeinlagen übernommen und beide Herausforderungen grandios gemeistert.

„Der König der Tänzer“

Gesungen wird tatschlich im Regen c Rita Newman

Neben viel Tanz und noch mehr Stepptanz zeigt sich das Musical mit einem beeindruckenden Bühnenbild und einigen Special-Effect. Farbenfrohe Kostüme und die vielen stimmungsvollen Songs lassen einen das grausige Wetter von draußen glatt vergessen und stimmen das Gemüt der Besucher sonnig und froh.

Vor allem der Song „Singin`in the Rain“ begeistert die Zuseher, immerhin wird wahrlich im Regen gesungen, sodass die komplette Bühne der Wiener Kammerspiele zumindest etwas unter Wasser steht. Eine schusselige Reporterin, eine etwas schüchterne Kathy, eine Diva mit Avancen, die beiden besten Freunde Don und Cosmo sowie viele weitere Tänzer und Schauspieler machen „Singin` in the Rain“ zu Recht zu einem der erfolgreichsten Hollywood-Musical, das man unbedingt selbst erleben sollte.


JOSEFSTADT – KAMMERSPIELE
„Singin` in the Rain“
1.-30. April 2012
Täglich außer Montag
Infos: www.josefstadt.org

Stefanie Jennel

Stefanie Jennel | Redakteurin

stefanie.jennel (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

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