BÜCHERBÖRSE

Wenn man mal so darüber nachdenkt

Es gibt einen Rasenmäher-Roboter bei Daily Deal. Jetzt nur um so viele Euros, mit denen man sich auch einen All-In Urlaub in Ägypten leisten könnte.  Nein, das soll keine Werbung sein. Einfach nur so ein geistiger Durchfall an "Roboter? Zukunft? Wie krank ist das, trallala?"

Mit dem Rasenmäher-Roboter in seinem Besitz, kann der Garten geschoren werden, während man in der Sonne liegt und die Matura nachholt. Oder einfach entspannt und die Ferien genießt. Noch so ein Roboter. Kennen wir doch schon den hilfsbereiten Kollegen, den Staubsauger-Roboter. Filme wie „I, Robot“ oder „Zurück in die Zukunft“ scheinen nicht mehr ganz so fern. 

Wenn die Welt sich langsam in die Richtung entwickelt, welches die Filme vor 20 Jahren zeigten, welchen Stoff wird es dann in zukünftigen Filmen von der Zukunft geben? Die blanke Zerstörung, wie es aber bereits schon der Film "The Day after tomorrow" zeigte mit seiner Klimakatastrophe auf Leinwand? Wird die Welt, besser gesagt, die Umwelt in Scherben liegen. Werden die Filme, welche die Zukunft behandeln, noch fantastischere Welten zeigen, oder werden sie die totale Zerstörung behandeln. Was ist neu daran? Die „konsumorientierte schnelllebige Gesellschaft“, wie wir sie bereits spöttisch betiteln, will es nur noch schneller, besser, größer. So heißt es, zu mindestens. Heißt das, Filme können uns nicht mehr bieten, als noch mehr Special Effects, noch mehr Blut, noch mehr Vernichtung und größer und in 12 HD etc.?

Welche Zukunft möchten wir in den Filmen sehen? Und für welche davon, zahlen wir tatsächlich Eintritt. Filme, welche den Ausstieg aus der Wirtschaftskrise zeigen, oder welche, die dem Kapitalismus ein Ende bereiten. Aber ist das noch neu? Und ist neu gut? Ist neu die Zukunft, oder nur der Wunsch unserer Gesellschaft? Kann die Zukunft auch alt sein? Kann die Zukunft die Vergangenheit sein? "Gelaber, Gelaber, Gelaber" so wird es in manchem Kopf schreien. „Was soll das Gelaber, Zukunft ist Vergangenheit? Wollen wir wieder in der Steinzeit leben, mit nichts mehr als 3 Silben, welche zur Kommunikation reichten? Wo elektrisches Licht gar nicht vorstellbar war, und komplexe Gedanken ein Unfug?

Mit Vergangenheit ist gemeint, ein, zwei, drei Schritte zurückgehen. Das Leben ein bisschen langsamer, gemächlicher, gedankenvoller, reflektierter zu leben und wahrzunehmen. Ein bisschen Zeit zu nehmen, um zu überlegen und abzuwägen, und überhaupt. Vielleicht wenn man das Leben, die Gesellschaft, das eigene Wirken bedachter angeht, vielleicht wird die Zukunft dann auch echt gut. 

Und überhaupt, sind das Fragen die tatsächlich interessieren? Oder sind sie schon so langweilig geworden, weil jeder selbst ernannter Hobbyphilosoph sich damit auseinander setzt. Ist das Thema schon so ausgelatscht, dass man einfach nur froh ist, wenn die nächste Folge von "How I met your mother" kommt? Ist es jedoch nicht interessant, dass es darauf einfach keine zufriedenstellenden Antworten gibt? Oder geben kann, denn wer kann schon sagen, was die Zukunft bringt. Oder ist es einfach damit abgetan zu sagen "The future's not ours to see - Que sera, sera. What will be, will be"?

Nachtrag:

Vor ein paar Tagen kam die Nachricht im Fernsehen, dass nun ein Kussroboter erfunden wurde, um Fernbeziehungen zu erleichtern. Die Robotisierung geht weiter, die Fragen bleiben. 

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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