BÜCHERBÖRSE

Museum des Monats - Völkerkunde

Museum für Völkerkunde empfängt mit offenen Toren Isolde Walcher
Museum für Völkerkunde empfängt mit offenen Toren

Gleich neben der Nationalbibliothek am Heldenplatz befindet sich UNIMAGs Museum des Monats. Im Museum für Völkerkunde befinden sich 200.000 ethnografische Gegenstände, 75.000 historische Fotografien und 144.000 Druckwerke zum Thema Geschichte, Kultur, Kunst und Alltagsleben.

Das Museum für Völkerkunde erfreut seine Besucher und Besucherinnen mit permanenten Ausstellungen und Sonderausstellungen zu bestimmten Themen:  

Jenseits von Brasilien
Diese Ausstellung geht noch bis 07. Jänner 2013 und verfolgt die Spuren der österreichischen Expedition nach Brasilien im Jahr 1817, welche vom österreichischen Hof entsandt wurde. Es werden verschiedene Stämme und ihre Gefäße, Schmuckstücke und teilweise auch Waffen präsentiert. Bei dieser Expedition war eine Persönlichkeit hervorstechend: Johann Natterer. Der Zoologe und seine Sammlung stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung und werden facettenreich beschrieben und vorgestellt. So bleibt auch nicht verborgen, dass Johann Natterer die Ureinwohner zwischen „Wilde“ und „Zahme“ unterschieden hatte. Als „Wilde“ bezeichnete er all Jenen, die sich nicht der Zivilisation unterwarfen und als „Zahme“, jene, die es taten. Die große und etwas verrückte Sammlerleidenschaft des Zoologen bestätigte sich mit seiner Reaktion, den Bandwurm, den er erbrochen hatte, zu nehmen, diesen in Alkohol zu legen, um ihn für die Nachwelt zu erhalten. 

Süd-, SO-Asien, Himalaya:Götterbilder

In dieser Permanent-Ausstellung werden den Besuchern und Besucherinnen Religionen und deren Riten und Traditionen näher gebracht. Dazu zählen Buddhismus, Taoismus und der Schamanenkult. 

Tu Dao Hanh, zum Beispiel, ist ein Wasserpuppenspiel, welches traditionell in Dörfern bei Festen für die Schutzgottheit zelebriert wurde. Dabei befinden sich Puppen im Wasser, die an Fäden über Stangen von Männern gelenkt werden und Szenen aus Geschichte und Religion, aber auch aus dem Leben der Dorfbewohnern nachstellen. Auch jetzt werden Tu Dao Hanh aufgeführt.

Ein Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=-PcRnZpiBdE

Der Totenkult in Vietnam ist auch interessant. Damit die Verstorbenen auch im Reich der Toten gut versorgt sind, werden Objekte wie Häuser und Autos, aber auch falsche Geldnoten in Papierform gebaut und diese bei der Bestattung verbrannt.

Das Museum bietet noch andere Schausammlungen zu den Gebieten Nord- und Mittelalmerika, Ozeanien und Australien und viele mehr. Derzeit befindet diese sich in der Neukonzeption, und daher können nur die Sonderausstellungen und die Süd-, SO-Asien, Himalya: Götterbilder besucht werden.

Ein Tipp: Der Audioguide um 2 Euro erspart anstrengendes Lesen und bietet einen entspannten Museumsbesuch.

 

Informationen
Museum für Völkerkunde
Heldenplatz, 1010 Wien

 

Öffnungszeiten
Täglich außer Dienstag 10 - 18 Uhr

 

Tickets
Studenten bis 27: 6 Euro
Erwachsene : 8 Euro

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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