BÜCHERBÖRSE

Die lange Nacht der Museen in Wien: Ein Resümee

203 355 Besucher konnte Wien am 06.10.2012 zur langen Nacht der Museen locken. Die meisten Gäste der, vom ORF organisierten Kulturnacht strömten in das Naturhistorische Museum.

Exakt 13 009 Menschen spülte es am Samstag, den 06.10.2012, zwischen 18.00 und 01.00 Uhr in das Naturhistorische Museum und machten es damit zum bestbesuchtesten Museum der Nacht, der Stadt, des Landes! Bei allem Respekt für die Kulturstätte, aber zum Glück stand das gute Ding nicht auf der Top 5 Liste von mir und meiner Partnerin in Crime. Da bereits das Internet warnte, dass besagtes Museum gemeinsam mit dem Kunsthistorischen Museum und dem Albertina Museum, diejenigen sind mit dem größten Menschenandrang, setzten wir lieber auf Understatement. Dachten wir zumindest. Understatement in der langen Nacht der Museen ist dann doch eher Übertreibung: Drei Kulturziele - Start 19.00 Uhr - Ende 01.00 Uhr. (Notiz am Rande für den Leser: Den letzten Satz beim Lesen bitte dramatisch betonen und ausufernde Handbewegungen einsetzen)

Die Urania Sternwarte

Als erstes Ziel des Abends wurde die Urania Sternwarte auserkoren. Tausendmal vorbeigegangen, nie innen drinnen gewesen. Das war die Opportunität, ja, mit einem überdimensionalen Teleskop, durch das Dach hindurch wohlgemerkt, verträumt in den Himmel zu gucken und Sterne in ganz groß zu sehen. Dafür nimmt sich die Romantikerin in uns auch Zeit stundenlang anzustehen und gefühlte Millionen Treppenstufen zu erklimmen; aber kann: keine Planeten, keine Sterne, nicht mal einen Mond! An dieser Stelle verflucht man dann doch diese Romantikerin, hätte mal lieber die Pragmatikerin in uns die Initiative ergriffen und sich vorab über das Wetter erkundigt oder einen Blick nach oben geworfen und Wölkchen gezählt. Aber für wolkenlose klare Nächte sei die Sternwarte sehr ans Herz gelegt, nicht nur den Romantikern!

"Der 3. Mann" Tour

Zwischen der Technischen Universität und dem Café Museum führte ein Höllenabstieg, mit den Umständen entsprechenden Abgrenzungen, in die Unterwelt von Wien. Rundherum befand sich eine durchaus respektable Menschenmenge, mit Sicherheitsausrüstung respektive Helmen und Lichtern ausgestattet. Da musste man doch richtig sein. "Der dritte Mann" Tour. So war es auch, das sagten zumindest die Männer, die was zu sagen hatten. Und was die zu sagen hatten, war nun nicht gerade Musik in unseren Ohren. Ganz anders als die berühmte Titelmelodie, die schon seit Stunden aufgrund akuter Vorfreude im Kopf herumspukte. Tatsächlich bestand diese Nacht nicht mehr die Chance, in besagten Höllenschlund hinabzusteigen. Aufgrund des großen Andrangs war es nötig sich bereits vorab Zeitkarten für die Tour zu besorgen. Die behelmten Menschen, die in den Genuss einer Tour kamen standen dafür schon seit 13.00 Uhr an. Lest doch bitte immer das Kleingedruckte! Das kratzte nun schon ein wenig am Ego und auch an den Nerven. Für die Nerven gab es aber von den Männern, die was zu sagen hatten, einen kulinarischen Gutschein für das Café nebenan. Versöhnt!

Radio Kulturhaus

Mit einer der fünf, extra für die lange Nacht der Museen eingerichteten, Buslinien ging es dann zum Radio Kulturhaus. Das musste jetzt klappen, das wollten wir sehen, da wollten wir mitmachen, da waren wir am richtigen Ort. Und das right on time! Die letzte Führung!! durch die sagenumwobenen FM4 Studios um exakt 00.30 Uhr. FM4 Redakteur Christoph Kobza bat zum Rundgang durch die Studios, zeigte uns where the magic happens und erklärte wie Radio funktioniert. Trotz langsam eintretender Müdigkeit und kaputten Füßen, aber mit wohlfunktionierenden Ohren und Begeisterung wurde gelauscht und versucht klug zu gucken bei Begriffen wie "Cold Voice". Und so war FM4 wieder einmal die Rettung der Nacht - "you're at home baby".

 

lgn 19

Wir wissen nun was wir schon vorher wussten: Es ist viel los bei der langen Nacht der Museen. Wer viel sehen will, sollte punktuell genau planen. Diejenigen, die auf halber Strecke aufgeben oder es bei weitem nicht schaffen ihre Museumsroute einzuhalten, müssen aber nicht enttäuscht sein. Alle Teilnehmer der langen Nacht haben sich fein rausgeputzt, fahren in Bussen quer durch die Stadt und warten gemeinsam auf die interessantesten und kuriosesten Kunstwerke, die es in Wien gibt. Alleine das macht es zu einem gelungenen Abend!

Sabine Pusswald

Sabine Pusswald | Redakteurin & Content-Managerin

sabine.pusswald (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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