BÜCHERBÖRSE

Nippon Chinbotsu – Japan sinkt

Stiegenhaus während eines starken Erdbebens (c) Tokihito IshikiIm
Stiegenhaus während eines starken Erdbebens

Noch bis 21. April 2013 zeigt das MAK eine Ausstellung bezüglich des 15-teiligen Mangas „Nippon Chinbotsu“ des Mangakas (Manga-Zeichner) Tokihiko Ishiki.

Der Manga geht vom Untergang Japans aus, durch eine Kette von Erdbebenkatastrophen. Er befasst sich mit der Frage, ob und wie die Bevölkerung evakuiert werden kann und nimmt sich der Problematik der unkontrollierbaren Zerstörung an. Die Idee dazu geht auf den Bestseller „Nippon Chinbotsu“ zurück, welche den fiktiven Untergang Japans skizziert, als einer der erdbebenreichsten Länder und übt epische Gesellschaftskritik am technik- und fortschrittsgläubigen Japan der 1970er und 1980er Jahre.

Die Besucher und Besucherinnen erwartet ein einziger großer Raum. Darin hängen riesige Stoffvorhänge, welche mit den Ausschnitten des Mangas bedruckt sind, von hell nach dunkler Farbe verlaufend.  Die Ausschnitte sind mit Texten in deutscher und englischer Sprache versehen. In Vitrinen werden Originalskizzen des Mangaka Tokihiko Ishiko gezeigt, welche die Erstellung der Hauptcharaktere und ein andere Szenen zeigen. Gemütliche Sitzsäcke werden geboten, um in den jeweiligen Manga Taschenbüchern zu schmökern. Schade ist, dass diese nur in japanischer Sprache vorhanden sind. Immerhin liegt eine deutsche Inhaltsangabe bei. Auch wird ein Interview mit Tokihiko Ishiko gezeigt. Darin erzählt er, dass seine Motivation den Manga zu erstellen war, die Bevölkerung vor den Gefahren einer Zerstörung zu warnen. Weiters sagt er, dass er sehr auf die Reaktion der Besucher und Besucherinnen gespannt ist. Leider ist die Lautstärke des Interviews so leise eingestellt, dass man kaum etwas davon mitbekommt.

Wer auf generelle Informationen über die Manga Kultur hofft, wird hier nichts finden. Die Ausstellung fokussiert sich auf die grafischen Elemente. Daher ist die Teilnahme an einer Führung absolut notwendig und empfehlenswert, um mehr über Mangas zu erfahren, wie zum Beispiel, dass  sie von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen werden.

Faszination Manga

Mangas üben aufgrund ihrer Andersartigkeit eine starke Faszination auch in unserem Kulturraum aus – das verlangt nach mehr. Und ein bisschen mehr gibt es tatsächlich: Im Rahmen der Ausstellung bietet das MAK am 23. März in Zusammenarbeit mit Animanga Austria, Manga Zeichenworkshops und Cosplay Show & Performance an. Cosplay bedeutet, sich wie ein Charakter aus einer Manga Serie zu verkleiden. Außerdem gibt es einen MAK-Mangazeichenwettbewerb. Nähere Informationen findet ihr auf der MAK-Homepage in der Rubrik Programm/Nippon Chinbotsu.

Isolde Walcher

Isolde Walcher | Redakteurin

isolde.walcher (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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