BÜCHERBÖRSE

Die Rückkehr in die Truhe

Tschisi Eis (c) Unilever
Tschisi Eis

14 Jahre trauerten österreichische Eisliebhaber um das Eis in Käseform. Dank einer Wette und über 80.000 Facebook-Usern ist es diesen Sommer wieder Tschisi-Zeit.

Der Wahnsinn um den gelben Puddingstengel begann so schnell, wie er 1999 vom Markt genommen wurde: Im Oktober 2012 wettete Peter Brandlmayr mit seinem Radiokollegen, dass er für seine Idee, das Tschisi Eis zurückzuholen, 100.000 Fans begeistern könne, um gemeinsam mit ihnen dem Eskimo Konzern Druck zu machen. Bereits innerhalb der ersten Wochen wuchs die Fananzahl der Seite „Wir wollen das Tschisi-Eis zurück“ in den 5-stelligen Bereich.

Seit ein paar Wochen ist es nun auch bestätigt: Der Sommer 2013 wird puddinggelb. Dann kann wieder munter und glücklich an dem käsigen Block geschlabbert werden. Einen Wermutstropfen hat die ganze Sache aber dann doch: Die charakteristischen Löcher wird es nicht mehr haben. Das liegt laut einer Eskimo-Sprecherin daran, dass es aufgrund des Vorproduktionsanlaufs nicht möglich war, diese Feinheit in die Maschine zu konstruieren. Macht auch nichts, Hauptsache Tschisi-Eis.

Neugewonnener Einfluss der Konsumenten

(c) Dirk LehmannNoch interessanter als die Tatsache, dass die Auswahl in der Kühlbox um eine Option erweitert wurde, sind die tausenden Menschen die es geschafft haben Eingriff in die Produktpalette eines Konzerns zu nehmen. Ähnlich wie bei den Hamsterkäufen von Schwedenbomben in den letzten Wochen zeichnet sich ein Trend ab, der den Konsumenten eine immer wichtigere Rolle im sonst recht einseitigen Angebot und Nachfrage Prozess einräumt. Natürlich könnte man ein Spielverderber sein und zu bedenken geben, dass es auch andere Themen gäbe, die die Aufmerksamkeit verdient hätten. Aber okay, es ist ein erster Schritt. Übrigens: Was wäre die eisgewordene Nostalgie ohne ordentliche Party? Die offizielle Release Party fand im Club Volksgarten statt. Angeblich mit ganz viel Eis.

Michael Hinterseer

Michael Hinterseer ist Redakteur und Fotograf, sowie TheWi Student mit Überzeugung. Er mag es, wenn Leute seine Sachen lesen und findet es total doof, über sich selbst in der dritten Person zu schreiben.

Erreichbar unter: michael.hinterseer (ät) unimag.at


bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

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