TRAINEEPROGRAMME

BASTILLE – Britischer Indie-Pop at its best

Bastille legten mit "Bad Blood" ein grandioses Debütalbum vor (c) Universal Music
Bastille legten mit "Bad Blood" ein grandioses Debütalbum vor

Die vierköpfige Band rund um Mastermind Dan Smith aus London legt nach der Hitsingle "Pompeii" ein Debütalbum vor, das seit 7. Juni unter dem Namen "Bad Blood" endlich auch in Österreich erhältlich ist.

Das anfängliche Soloprojekt von Dan Smith wurde sehr bald mit Bassist Will Farquarson, Keyboarder Kyle Simmons und Drummer Chris 'Woody' Wood ausgebaut. Obwohl Smith alle Songs selbst geschrieben hat, ist das Album Gemeinschaftsarbeit und ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit Produzent Mark Crew. Die 12 Songs plus Bonustrack sind von A-Cappella-Parts dominiert, den Rest übernehmen Smith's Stimme, Piano, Synthies und die in den legendären Abbey Road-Studios eingespielten Streicher-Aufnahmen.

Insgesamt hat man den Eindruck, man schaue einen Film und höre den dazugehörigen Soundtrack. Es ist somit wenig verwunderlich, dass Smith seit frühester Jugend das Kino fasziniert. "Ich wollte für jeden eine eigene Geschichte mit eigener Atmosphäre und verschiedenen Sounds und Produktions-Elementen, darunter Aspekte der unterschiedlichen Genres und Stile, die ich mag: Hip-Hop, Indie, Pop und Folk. Film-Soundtracks können breit gefächert sein, aber sie müssen durch den Film selbst zusammengehalten werden - und ich hoffe, das Album wird etwas Ähnliches, nur eben von meiner Stimme und meinem Songwriting umrahmt, so dass jedes Stück eine Szene und einen Teil aus einem größeren Bild darstellt."

Jedem Song seine Geschichte

Mastermind Dan Smith von BASTILLE

"Pompeii", die epische Kleinode in Miniaturform als Opener, ist ein Märchen über ein Liebespaar. "Der Text behandelt einen Moment der Reflektion und Selbstwahrnehmung, aber sie sind in der Zeit gefangen, also ist es ein Moment, der ewig andauern wird." Der Track "Bad Blood" hingegen erzählt die Geschichte vom Verlust alter Freundschaften nach einem Zerwürfnis. "Weight Of Living Pt II" beschäftigt sich mit der Tatsache, dass einem das Leben weggerannt ist und man die Kontrolle verloren hat. "Das ist ein entsetzliches Gefühl, aber ich wollte es positiver darstellen, indem ich den Text mit einem richtigen Upbeat unterlegt habe. Man sollte das Ganze nicht allzu ernst nehmen." Der Song "Things We Lost In The Fire" wiederum beschreibt die Geschichte eines Ehepaares, die den Stellvertreter ihrer Beziehung in Flammen aufgehen sahen und nun sprichwörtlich vor deren Trümmer stehen. "Oblivion" fängt einen intimen Moment ein, in dem jemand mit seinem im Suff völlig weggetretenen Freund redet. Am Schluss schließlich "Get Home", teilweise inspiriert von Brett Easton Ellis' Geschichten über junge Leute, die sich im Hedonismus verloren haben. Der Song versucht das Gefühl von Richtungslosigkeit an einem Zeitpunkt der Unsicherheit aufzugreifen, indem "die Geschichte eines völlig vernebelten Heimwegs nach einer Sauftour benutzt wird."

Bastille hebt sich nicht nur musikalisch, sondern auch textlich aus dem Pop-Einheitsbrei der vergangenen Jahre ab und überzeugt durch Poesie und Kreativität. Alles in allem ein sehr erfrischendes, stimmungsvolles Album!

Album-Tracklist

1. Pompeii
2. Things We Lost In The Fire
3. Bad Blood
4. Overjoyed
5. These Streets
6. Weight of Living, PT.II
7. Icarus
8. Oblivion
9. Flaws
10. Daniel In The Den
11. Laura Palmer
12. Get Home

Lukas Fischnaller

Mag. Lukas Fischnaller | Chefredakteur
Twitter: @lukfis1

Kontakt: lukas.fischnaller(ät)unimag.at

Webseite: www.unimag.at
 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook