BÜCHERBÖRSE

SOUTHSIDE FESTIVAL 2013 – Das war Tag 1

Southside Festival - Day 1 (c) Christoph Oetzmann
Southside Festival - Day 1

Traumhaftes Wetter, beste Stimmung und ein riesiges Aufgebot an sehenswerten Künstlern - das fasst den ersten Tag des Southside Festivals 2013 wohl gut zusammen. Und weil das beste bekanntlich zum Schluss kommt, war der Auftritt von Ben Howard zweifelsohne das Highlight des Tages.

Nach neun Stunden Fahrt von Wien nach Neuhausen ob Eck und Ankunft um 23 Uhr hieß es für mich erst einmal Schlafengehen, um genügend Energie für den bevorstehenden Tag zu tanken. Auch wenn die Wetterprognosen sowohl für das Southside Festival als auch für das Hurricane Festival ein Worst-Case-Szenario vorhergesagt haben, schien mir bereits um 8 Uhr morgens die Sonne ins Gesicht - und das sollte sich auch für den Rest des Tages nicht ändern, bis auf einige angenehme Windböen, die für die nötige Abkühlung sorgten.

Nachdem das Konzertgelände kurz nach 15 Uhr geöffnet wurde, trieb es mich zum ersten Mal bei Frank Turner & The Sleeping Souls zum Bühnenbereich. Obwohl der erste Festivaltag erst begonnen hatte, versammelten sich bereits jetzt sehr viele Leute vor der Green Stage und brachten beste Laune mit. Dem Alkoholpegel der meisten sei Dank kamen auch die Späße sehr gut an, die Frank Turner bittend an die Menge richtete - wie Hampelmänner zu machen oder sich hinzusetzen, bis beim Chorus des Liedes alle wieder aufspringen sollten.

Gleich im Anschluss traten die deutschen Get Well Soon auf der Blue Stage auf, deren Performance allerdings im Vergleich zum vorangehenden Programm eher lahm wirkte. Dass man mit ruhigen Tönen aber auch Erfolg haben und die Masse mitreißen kann, bewiesen daraufhin Alt-J, bei denen zwar einige anfangs nicht wussten, wer die eigentlich sind, aber da sich unzählige Menschenmassen vor der Bühne versammelten, war klar, dass es sich hier um eine ganz große Nummer handeln musste - und das stimmte auch. Ihre 45-minütige Show verzauberte die einzelnen Reihen und diese forderten auch noch lange nach einer Zugabe.

Weiter ging es auf der Red Stage, die sich passend zum Namen in einem roten Zelt befindet. Dort gaben Triggerfinger ebenfalls eine 45-minütige Show zum Besten und brachten die Halle zum Beben. Anders als man es von ihrem Cover zu "I Follow Rivers" (im Original von Lykke Li) und ihrem charismatischen Aussehen erwarten könnte, wartete das Trio mit einer Hardrock-Show mit Rockabilly- und Blues-Einflüssen auf. Auch bei Passenger, der als nächster Act angekündigt war, war die Halle gut gefüllt. Etwas peinlich war allerdings, dass die Leute, die anfangs ganz nach vorne gestürmt sind, nach knapp 30 Minuten und nach seinem Hit "Let Her Go" blitzschnell wieder aus der Halle strömten. Die Dagebliebenen hörte man nachher aber von Gänsehautmusik sprechen.

The Smashing Pumpkins spielten einstweilen schon auf der Blue Stage auf, doch die Show konnte zumindest in den hinteren Reihen nur noch die Wenigsten mitreißen. Ihre Bühnenshow erinnerte durch den Pyramidenaufbau im Hintergrund, auf dem Filmsequenzen abgespielt wurden, stark an die Show von Muse. Kurz nach 23 Uhr begannen die Headliner auf der Green Stage Queens Of The Stone Age ihr Set, die zwar gewohnt genial waren und eine gute Mischung aus alten und neuen Liedern boten, aber für meinen Geschmack mit knapp über 60 Minuten viel zu kurz spielten. Da lässt sich nur hoffen, dass ihre Show am 2. Juli in Wien mehr zu bieten hat.

Schon etwas angeschlagen und gegen die Müdigkeit ankämpfend ging es nochmals zur Red Stage und Ben Howard, der seine Fans nicht lange auf sich warten ließ und trotz einsetzendem Erschöpfungszustand bei den Besuchern für eine wirklich überzeugende Show sorgte. Extrem schade war allerdings, dass Ben Howard mit seinen ruhigen und wundersamen Tönen stark gegen die unüberhörbaren Utz-Utz-Sounds von Paul Kalkbrenner auf der Blue Stage ankämpfen musste. Nichtsdestotrotz schaffte der Sänger es, mit seinem Set das Highlight meines ersten Festivaltages zu werden.

Man darf gespannt sein, was der zweite Tag bringen wird - mit dabei sind unter anderem Macklemore & Ryan LewisBoysetsfireTegan & SaraThe NationalPortisheadRammstein und Sigur Rós.

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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