TRAINEEPROGRAMME

Top Ten Singles im Juni

  • geschrieben von Anne-Marie Darok & Michael Leitner
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Billy Woods (c) Alexander Richter
Billy Woods

Das UNIMAG-Pärchen Anne und Michi bringen euch jeden Monat up to date, was die heißesten Singles der Indie-Welt betrifft. Im Juni unter anderem mit dabei: Bloc Party, Metz und Nine Inch Nails. Einen Stream gibt es dank unserer Youtube-Playlist!

#10 Bloc Party - Ratchet

Der Sound der vier Londoner hat sich im Laufe der Jahre von fetzigem Indie-Rock zu catchy Indie-Elektronik gemausert. "Ratchet" ist die erste Single der frisch angekündigten EP "The Nextwave Sessions", die am 13. August veröffentlicht wird. Der Song besticht nicht nur mit der quirligen Vocalmelodie. Die geradlinige Bassline bietet die perfekte Basis für die dominante E-Gitarre, deren Klänge durch den Rewind-Fleischwolf gedreht wurden. Der Ohrwurm erzeugende Refrain komplettiert den kribbeligen Partysong.

http://www.youtube.com/watch?v=Q3EEaPj-5qs

#9 Metz - Can't Understand

Nicht nur die Länge von zweieinhalb Minuten macht "Can't Understand" zu einem echten Punksong der alten Schule. Die Kanadier lassen die Gitarren aufheulen, wie ein Straßenraudi sein altes Motorrad, und dazu ein aggressives Schlagzeug-Gewitter ertönen. Im Hintergrund brüllt noch jemand die Wand an, zumindest nimmt die Stimme keinen dominanten Part ein, sondern verschmilzt gänzlich mit der gewaltigen Klangwelle.

http://www.youtube.com/watch?v=EKVZ4TPGJwI

#8 Mariam The Believer - Invisible Giving

Wildbirds and Peacedrums-Sängerin Mariam Wallentin ist als Mariam The Believer erstmals solo unterwegs, was uns am 7. Oktober ihr Debütalbum "Blood Donation" bescheren wird. Ähnlich wie ihr Band-Output ist auch "Invisible Giving" instrumental mit Akustikgitarre und Drums eher minimal besetzt. Der Song selbst aber durchläuft mehrere Phasen unheimlicher Intensität, steigert sich immer wieder in perfekt ausgedrückte Verzweiflung und bringt in seinen knapp acht Minuten alles zusammen, um sich die Bezeichnung als Epos zu verdienen.

https://soundcloud.com/mariamthebeliever/invisible-giving-mariam-the

#7 Billy Woods - Tinseltown

Washington-MC Billy Woods zählt zu den interessantesten Figuren der Underground-Rapszene. Mit der Hilfe von Produzent Blockhead wird er am 2. Juli das Album "Dour Candy" vorlegen. Die erste Single mit dem Titel "Tinseltown" überzeugt mit sozialkritischen, harten Zeilen, einem zunehmend entfremdet wirkenden Beat und einem starken Hook.

http://www.youtube.com/watch?v=l5kGGU9eUHg

#6 Nine Inch Nails - Came Back Haunted

Düstere Synthieklänge säumen den Weg dieses absolut präzisen Industrial-Rocksongs, der die erste Single des am 3. September erscheinenden Albums "Hesitation Marks" ist. Jeder Ton scheint zu sitzen und jede Melodie hat ihren exakten Klang. Nur Trent Reznors Stimme und die desorientierte Gitarre haben einen Spielraum, der die Berechenbarkeit von "Came Back Haunted" unterbricht. Der Song ist recht lang, aber nicht langweilig, obwohl sich die Veränderungen im Detailbereich abspielen.

http://www.youtube.com/watch?v=TgwrxcO48N8

#5 Toy & Natasha Khan - The Bride

Das zugleich schräge und interessante Label Speedy Wunderground bringt die kessen Indie-Rocker Toy mit der engelhaften Balladenstimme von Natasha Khan (Bat for Lashes) zusammen und sorgt damit für ein mysteriöses und aggressives Ergebnis. "The Bride" ist eine Neuinterpretation des Songs "Aroos Khanoom", geschrieben vom iranischen Musiker Amir Rassai.

http://www.youtube.com/watch?v=b1umzJKGQ1Q

#4 Sophie - Bipp

Wer glaubt, dass ein richtig fetter Partytrack immer einen Punkt erreichen muss wo der Dusch-Dusch-Bass so richtig losgeht, sollte es mal mit "Bipp" versuchen. Man kann ihn getrost als Post-Dance bezeichnen, weil er ohne die saftigen Beats und dem erwähnten Höhepunkt auskommt. Die Basis bildet eine Kaugummi-hafte Bassline. Dazu kommen die Geräusche platzender Seifenblasen, die in Synthie-Töne übersetzt wurden. "Bipp" ist knallbunt und minimalistisch gleichzeitig, was ihn zu einer Überraschung auf so manchen Dancefloors machen wird.

http://www.youtube.com/watch?v=MVc3Z-bG6Eo

#3 Lee Bannon - NW/WB

Der kalifornische Produzent Lee Bannon breitet mit "NW/WB" einen klaustrophobischen Soundteppich aus, den er hoffentlich auf seinem kommenden Album "ALTERNATE/NDGN" beibehalten wird. Dabei schafft er es nicht nur unglaublich viele Klänge unter einen Hut zu bringen, sondern auch Anleihen am urbanen Drum'n'Bass und dem nativeren Jungle zu nehmen. Während man der hypnotischen Atmosphäre erliegt, hat man das Gefühl an der Grenze zwischen einer Großstadt und den endlosen Wäldern zu stehen, während der Wind pfeift und jemand in der Ferne vor sich hin schimpft.

http://www.youtube.com/watch?v=IXIKeqSMsmU

#2 Dent May - Born Too Late

Von trashigem Elektro-Gedüdel bis zu Porno-Synthies verknüpft Dent May in "Born Too Late" so ziemlich jeden vorstellbaren Pop-Sound zu einem stimmigen Ganzen. Hauptverantwortlich für den Indie-Sommerhit-verdächtigen Ohrwurm ist aber vor allem seine charismatische Vocal-Performance, die so herrlich schmalzige Zeilen wie "born too late to tell you that I love you baby, but I want you to know that I’ve been thinking about you lately" hervorbringt. "Warm Blanket" ist bereits Mays drittes Studioalbum und erscheint am 27. August.

http://www.youtube.com/watch?v=jBAqoj5MUUE

#1 Dense & Pika - Move Your Body Back

Dense & Pika liefern den perfekten Soundtrack für eure nächste “Wir sind ultra-deprimiert und ziehen uns nur schwarz an, aber verdammt nochmal tanzen können wir immer noch”-Mottoparty. Der Industrial-Techno-Beat ist gerade noch detailliert genug, um nie langweilig zu werden und die perfekt abgestimmte Redundanz des viersilbigen Vocalsamples verleiht dem Song zusätzliche Identität. Nur die härtesten Tanzmuffel können da ruhig sitzen bleiben, während es für den Rest der Welt herauszufinden gilt, wie zur Hölle man seinen Körper zurück bewegt. Auch genial: das Video!

http://www.youtube.com/watch?v=39FBffVCE0Y

 

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