BÜCHERBÖRSE

Und so war das Interlude Festival

Interlude Festival (c) Julia Baedcker
Interlude Festival

Am 2. und am 3. Juli fand zum ersten Mal das neue Interlude Festival im Theater Akzent statt. Ein Konzert in einem Theater ist nicht nur für die Zuschauer etwas Neues, auch die Künstler selbst mussten sich an die ungewohnte Situation erst einmal gewöhnen, da Sitzkonzerte besonders bei Festivals doch eher unüblich sind. Dennoch gelang es den Bands, auf ganz unterschiedliche Weise die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu gewinnen.

Die Steirer König Leopold eröffneten den Festivalabend. Das Duo, das als YouTube-Phänomen bekannt wurde, wirkte auf der doch großen Bühne etwas verloren. Demnach versteckten sie sich hinter grotesken Videos, die an den Wiener Aktionismus erinnerten (Von masturbierenden Damen bis zu in Luis Vuitton Taschen scheißenden Frauen war alles dabei.) und vergaßen dabei leider auf das Wesentliche - nämlich die Musik. Die kam bei König Leopold wirklich viel zu kurz und deshalb flüchteten viele Zuschauer nach draußen und genossen bei einem kalten Bier den lauen Sommerabend.

Ganz anders Jamie Lidell, dem man seine Erfahrung im Music Business deutlich ansehen konnte und der das Publikum schnell in seinen Bann zog. So löste sich die strenge Sitzplatzanordnung rasch auf und aus dem Sitzkonzert wurde endlich ein echtes Stehkonzert mit einer begeisterten Menge.   

Am nächsten Tag war der musikalische Übergang um einiges leichter verdaulich als am Vortag. Attwenger waren zwar auch etwas perplex bei der Sitzplatzkonstellation, aber ließen sich davon kaum aus der Ruhe bringen und schafften es ebenfalls, das Publikum zum Tanzen zu animieren. Als dann ein ganz kleiner Fan die Bühne erklommen hatte und bei Markus Binder am Schlagzeug assistieren durfte, hatte die Band die volle Sympathie auf ihrer Seite - und wer weiß, vielleicht werden wir Attwenger bei nächsten Konzert ja schon zu dritt antreffen.

Kreisky beendeten schließlich das Interlude Festival und konnten mit viel Charme und Selbstironie das Publikum von sich überzeugen. Die Jungs bewiesen mehr als einmal, dass sie Humor haben und sich selbst nicht zu ernst nehmen. Sie ließen sogar einen treuen Fan selbst singen.

Alles in allem ist die neue Festival-Reihe eine nette Idee und könnte sicherlich ein fester Bestandteil der Wiener Konzertszene werden.

Bilder: Julia Baedcker

Julia Baedcker

Mag. Julia Baedcker 

Ressortleiterin Lifestyle | Redakteurin Musik, Events, Uninews

julia.baedcker@unimag.at

bei UNIMAG seit: Mai 2011

 

 

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