BÜCHERBÖRSE

Perfekte Stimmung am Harvest of Art Festival

Line-Up des Harvest of Art Festivals (c) Skalarmusic
Line-Up des Harvest of Art Festivals

Neben dem Holi Festival of Colours in Wien (hier nachzulesen) fand in Wiesen die fulminante Zweitauflage des Harvest of Art Festivals statt. Acts wie GiantreeYouth LagoonThe Eclectic MonikerGet Well SoonKate NashBloc Party und die Arctic Monkeys gaben sich am 13. Juli bei sommerlichen Temperaturen die Ehre und überzeugten mal mehr und mal weniger das zahlreich erschienene Publikum.

Den Anfang machte das österreichische Quintett Giantree, das pünktlich um 14 Uhr loslegte, während viele noch in der endlos langen Schlange auf ihr Festivalband warteten. Aus diesem Grund war das Publikum vor der Bühne auch noch etwas spärlich besetzt. An der guten Stimmung änderte das allerdings nichts. Vor allem die Plastikeier, die zu Rasseln umfunktioniert und im Publikum zum Mitmusizieren verteilt wurden, brachten den Musikern große Sympathiepunkte ein.

Trevor Powers alias Youth Lagoon betrat mit seiner Band gleich im Anschluss die Bühne. In sich gekehrt und mit durchwegs monotonen, psychedelischen Tönen konnte er die Festivalbesucher nur vereinzelt überzeugen. Auch er selbst schien nicht gerade begeistert gewesen zu sein, denn schon 15 Minuten vor dem geplanten Ende war Schluss. Mit einem lustlosen "Thank You" verabschiedete er sich noch vom Publikum, bevor er auch schon hinter die Bühne verschwand.

Die dänische Band The Eclectic Moniker war ein ganz besonderes Highlight des Festivals. Schon beim Soundcheck bewies Frontman Frederik Vedersø, dass er mit einer engelsgleichen Stimme gesegnet wurde, die es mir einfach angetan hat. Als kurz darauf die gesamte Band die Bühne betrat, wirkten sie eher wie ein wild zusammengewürfelter Haufen, von dem man rockige Töne erwarten würde. Doch schnell wurde man eines Besseren belehrt, als Indie-Pop-Klänge mit leicht hawaiianischen Touch ertönten, die die Stimmung im Publikum im Handumdrehen steigerten. Die unglaublich talentierten und sympathischen Herren (Homepage) kommen am 12. November ins WUK - eine große Empfehlung für alle Musikbegeisterten!

Als Nächstes standen Get Well Soon auf dem Programm, die es mit ihrer schwermütigen Musik nicht leicht hatten, nach so einem positiven und eindrucksvollen Auftritt noch einen draufzulegen. Die stets düsteren und langsamen Songs sorgten im Publikum eher für lange Gesichter.

Kurz nach 19:30 Uhr betrat schließlich Kate Nash mit schwarz-blonden Zöpfchen die Bühne und rockte samt Band sofort los, bis sie kurz darauf auch schon mitten im Publikum zu sichten war. Diejenigen, die bloß ihr erstes Album und Radio-Hits wie "Foundations" oder "Nicest Thing" kennen, wären von der Rockröhre wohl anfangs sehr überrascht gewesen. Trotz harter und lauter Töne richtete Kate zwischen den Nummern immer wieder sehr herzliche Ansagen an ihr Publikum und ermunterte ihre weiblichen Fans dazu, ebenfalls eine Band zu gründen, da es ihrer Meinung nach im Musikbusiness viel zu wenige Frauen gibt. Zum Schluss holte sie noch einige Fans zu sich auf die Bühne, für die in dem Moment sichtlich ein Traum in Erfüllung ging.

Bloc Party waren im Anschluss an der Reihe. Mit gewaltiger Lichtshow und Hits wie "Hunting For Witches", "Banquet", "One More Chance" oder "Ares" versetzten sie die Festivalbesucher in Ekstase. Auch ihre neue Single "Ratchet" hatten sie im Gepäck. Drummer Matt Tong, der schon am Southside Festival durch Sarah Jones von New Young Pony Club und Hot Chip ersetzt wurde, war allerdings auch diesmal abwesend. Schade war außerdem, dass Sänger Kele Okereke weitaus weniger gesprächig war, als man es sonst von ihm gewohnt ist. Der unglaublichen Stimmung tat es aber absolut keinen Abbruch.

Headliner des Abends waren die Arctic Monkeys, die kurz nach 23 Uhr auf die Bühne kamen. Kreischende Mädchen, die wohl eher zum Anschmachten der attraktiven Bandmitglieder gekommen sind, machten es zu Beginn schwer, den Gesang von Alex Turner überhaupt zu verstehen. Glücklicherweise legte sich das bald und dann konnten die Monkeys auch mich nicht nur mit ihren älteren Songs wie "Dancing Shoes", "I Bet You Look Good on the Dancefloor" und "When the Sun Goes Down", sondern auch mit neueren Stücken wie "Brick by Brick" oder "Suck It and See" vollkommen überzeugen. Auch die Bühnendekoration mit einem leuchtenden "A" und "M" machte optisch einiges her.

Alles in allem war das Harvest of Art Festival 2013 wie auch schon im Vorjahr ein absoluter Erfolg mit perfekter Stimmung, herrlichem Wetter und einem großartigen Line-Up.

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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