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Shout Out Louds im Interview

Shout Out Louds im Interview (c) Frode & Marcus
Shout Out Louds im Interview

Schweden ist unbestritten das Land der großen Popmusik. Auch Shout Out Louds kommen aus Schweden und machen besagten, schönen Indie-Pop. Zum zehnjährigen Bandjubiläum schenken die fünf sympathischen Stockholmer sich und uns ihr neues Album "Optica", mit dem sie uns auch beim diesjährigen FM4 Frequency Festival ordentlich zum Tanzen bringen werden. Grund genug, einmal bei Sänger Adam Olenius und Gitarrist Carl von Arbin nachzufragen, wie sie das empfinden und warum sie auf "Optica" so fröhlich wie noch nie klingen.

10 Jahre Shout Out Louds und euer neues Album "Optica" –  2013 habt ihr ganz schön was zu feiern! Wie sieht es aus, wenn bei euch so richtig die Korken knallen?

Adam: Zuerst würden wir wohl mit unzähligen Flaschen Wein in unseren liebsten Band-Erinnerungen schwelgen. Dann würden irgendwann unsere ganzen Freunde und Familien kommen. Natürlich würde es noch mehr Wein geben und wir würden uns alle, vor Glück weinend, in den Armen liegen.  Es wäre eher eine romantische und sehr dekadente Party.

Carl: Du hast Campari Soda vergessen, das wäre auch noch ein sehr wichtiger Bestandteil.

Ist das Rock Star-Dasein nach 10 Jahren immer noch aufregend oder wird das alles mit der Zeit ganz schön fad?

Carl: Ja, auf jeden Fall ist es immer noch aufregend. Manche Sachen können zum Beispiel niemals langweilig werden. Wie das auf die Bühne gehen vor einer Show. Da werden wir auch noch nach 10.000 Konzerten immer etwas zittern. Das ist jedes Mal einzigartig.

Warum habt ihr "Optica" ganz allein und ohne Hilfe eines Labels aufgenommen? Hat es keinem gefallen?

Adam: Haha, es gefällt auch jetzt keinem. Nein, Spaß. In Wahrheit haben wir das gemacht, weil wir einfach die Zeit hatten, das ganz ohne Hilfe zu machen. Wir hatten über ein Jahr, um "Optica" aufzunehmen. So lange hatten wir bislang nie Zeit für ein Album.

Carl: Und es hat  super viel Spaß gemacht. Es war mal etwas anderes, Stichwort: keine Langeweile aufkommen lassen. Man hat niemanden im Rücken, der ständig fragt "Wann kann man denn die ersten Tracks hören?" oder "Ob das Hitpotenzial hat?". Wir haben uns total frei und unabhängig gefühlt, yeah.

"Optica" klingt viel sommerlicher und fröhlicher als eure Alben davor. Woher kommt die plötzliche gute Laune

Carl: Ich denke, dass das auch viel mit dem selbst Produzieren zu tun hat. Wir waren total gespannt, wie das nun wird, und waren voller Enthusiasmus, das jetzt durchzuziehen. Und wir waren auch viel entspannter als sonst und haben uns im Studio komplett wie Zuhause gefühlt. Es hilft ungemein, wenn man in Schlafanzug und Hausschuhen Songs aufnehmen kann. 

Adam: Aber ich glaube, dass wir die Melancholie nie ganz aus unserer Musik herausbekommen werden. So haben wir begonnen, und so werden wir enden. Pathos pur.

Das Hauptthema des Albums ist Licht in sämtlichen Formen – Seid ihr heimlich Hobby-Physiker?

Carl: Haha, ich glaube, keiner von uns ist jemals gut genug in Physik gewesen. Aber als wir mit dem Schreiben für das Album begonnen haben, tauchte plötzlich überall der Begriff "Licht" auf.

Adam: Licht hat auch etwas Einzigartiges: Es ist immer da, aber niemals greifbar. Man kann es nicht berühren oder halten. Aber trotzdem umgibt es einen immer. Ich finde das sehr faszinierend, weil es mit Musik genau das gleiche ist. Unser Albumcover ist auch daran angelehnt. Man sieht darauf eine Projektion auf die Silhouette eines Körpers, ähnlich wie ein Schattenspiel. Es ist wahnsinnig, was man mit Licht alles machen kann.

Carl: Wir brauchen für das nächste Album wieder so etwas, ein Thema: Blut! Dunkelheit! Feuer! Dann machen wir dazu das erste melancholische Metal Album aller Zeiten.

Ihr spielt einen Gig nach dem anderen – Gibt es einen, den ihr euer ganzes Leben lang nicht vergessen werdet?

Adam: Ja, auf jeden Fall. Das war vielleicht das Absurdeste, was uns als Band je passiert ist. Wir haben auf einem superkleinen Festival irgendwo am Amazonas in Brasilien gespielt und waren die einzige ausländische Band. Es gab nur eine kleine Bühne. Und aus irgendeinem Grund, wurden wir von allen Menschen dort wie Könige behandelt. Die sind total ausgerastet bei jeder Bewegung, die wir gemacht haben. Und alle konnten die Texte auswendig.

Carl: Das war komplett surreal. Wie aus einem abgedrehten David Lynch Film.

Vielleicht wird euer Auftritt beim FM4 Frequency Festival im August ja genauso legendär!

Adam: Apropos Festival und legendär: wir haben noch einen guten Festivaltipp für alle, die zu unserem Frequency Auftritt kommen: Schmuggelt Alkohol am besten immer in den Kapuzen von Hoodies aufs Gelände, da schaut nie jemand nach! Wir haben das immer so gemacht, Gangster Style. Wir üben schon fleißig noch mehr Deutsch bis August. Unsere deutschen Lieblingswörter sind "Bühne" und "Knaller".

Carl: Und ich liebe einfach "Knaller" – Also kommt alle zum Frequency Festival. Es wird der "Knaller".

Louise Lässig

Louise Lässig | Redakteurin

louise.laessig (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

 

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