BÜCHERBÖRSE

We Totally Fell In Love With The Lakeside!

Crystal Fighters am Acoustic Lakeside (c) Petra Püngüntzky
Crystal Fighters am Acoustic Lakeside

In entspannter und fast schon familiärer Urlaubsatmosphäre am Ufer des Sonnegger Sees liegen, das hochsommerliche Wetter genießen, sich ab und zu eine kurze Abkühlung im kühlen Nass holen und währenddessen auch noch traumhafter Live-Musik lauschen. All das findet man am Acoustic Lakeside Festival in Kärnten, das heuer von 26. bis 27. Juli bereits zum achten Mal stattgefunden hat.

Die Veranstalter setzten auch in diesem Jahr wieder auf eine limitierte Besucherzahl, um den persönlichen Charakter des Festivals aufrecht zu erhalten. Qualität statt Quantität – und das bekommt man auch rund um die Uhr zu spüren! Auch das Line-Up konnte sich wieder sehen lassen. Musikalische Highlights wie Crystal Fighters, Two Gallants, Dry The River und Bush machten das vergangene Wochenende zu einem ganz besonderen.

Superior Street eröffneten den ersten Festivaltag, gefolgt von The Boys You Know, die von den meisten Besuchern eher vom Wasser aus als direkt vor der Bühne wahrgenommen wurden. Auch bei der Singer-Songwriter-Formation aus Deutschland Alin Coen Band waren die Reihen noch recht dünn besetzt, aber die gute Stimmung war bereits deutlich zu spüren.

Im Anschluss betraten Steaming Satellites die Bühne, die am Vortag noch am Popfest in Wien ein kurzes Set zum Besten gaben. Die unvergleichliche Stimme von Sänger Max Borchardt blieb mir besonders gut in Erinnerung. Oliver Welter ließ es sich als nächster Act nicht nehmen, einige seiner Freunde zu sich auf die Bühne zu holen. Mit von der Partie waren unter anderem Journalist und Musiker Fritz Ostermayer sowie Kabarettist und Moderator Christoph Grissemann, der mit diesem Auftritt sein Gesangsdebüt feierte. Eine wirklich gelungene Überraschung! Am späteren Abend mischten sie sich sogar selbst unter das Publikum.

Das absolute Highlight des ersten Festivaltages war zweifellos die englisch-baskische Band Crystal Fighters, die nach ihrem einstündigen Set noch einmal für eine Zugabe auf die Bühne zurückgerufen wurde. Auch danach versuchten die begeisterten Fans, ihnen noch einen weiteren Song zu entlocken, doch da war es schon Zeit für den nächsten Act – nämlich die Französin SoKo, die mit ihren melodischen Songs die zuvor ausgelassene Stimmung wieder stark drückte und auch gesanglich nicht gerade eine Glanzleistung hinlegte. Die Headliner des Abends Fanfarlo waren mir zuvor kein Begriff, erinnerten mich stilistisch allerdings stark an die Band Beirut und rundeten mit ihrem Set den ersten Abend wunderbar ab.

Der zweite Festivaltag stand dem ersten in nichts nach. Während Salomon's Wrong Choice noch um die Aufmerksamkeit des Publikums kämpfen mussten, da sich alle im See die nötige Abkühlung holten, waren bei Catastrophe & Cure, den Jungs aus Steyr, schon mehr Leute vor der Bühne anzutreffen. Ihr Set musste die Band wohl nicht sehr stark abändern, da sie auch sonst eher ruhige und gefühlvolle Nummern in petto haben.

Anschließend kamen Enno Bunger aus Deutschland auf die Bühne und betonten schon zu Beginn der Show, dass sie nicht mit Gute-Laune-Songs dienen können, sondern ihr Set etwas melancholischer und trister gestaltet haben. Ganz anders The Beth Edges, die am Vormittag bereits in der FM4 Sandkiste ihr Fußball-Können unter Beweis stellen konnten und nun die Menge zum Tanzen und Klatschen brachten. Auch der kurze Sommerregen konnte die Besucher dabei nicht ins Trockene verscheuchen.

Als kurz darauf von dem Regenschauer nicht einmal mehr die Rede war, kam auch schon Adam Thompson, Sänger von We Were Promised Jetpacks, im Alleingang auf die Bühne und machte die Menge mit seiner überragenden Stimme sprachlos. Bereits nach den ersten Songs riss seine Gitarrensaite, weshalb ihm eine andere Band mit einer Acoustic-Gitarre aushelfen musste. Mit ständig geschlossenen Augen gab er sich seinen Songs vollkommen hin und legte einen beeindruckenden Auftritt hin.

Auf die Kalifornier von Two Gallants warteten viele schon sehnsüchtig und spätestens nach den ersten Tönen von Sänger Adam Stephens sollte allen, die das Duo noch nicht kannten, klar gewesen sein, warum sie so gefeiert werden. Bandkollege Tyson Vogel zeigte nicht nur sein Talent am Schlagzeug, sondern bot auch seine gesangliche Unterstützung an. Der Einsatz von Klavier und Mundharmonika durfte bei ihrem Set nicht fehlen und passte wunderbar in die vorherrschende Atmosphäre.

Die britische Band Dry The River, die statt zu fünft bloß zu dritt anwesend war, war im Anschluss an der Reihe. Auch sie boten ein Acoustic-Set dar und brachten alle umstehenden Festivalbesucher zum Schweigen – so schön und harmonisch war ihr Auftritt. Da es für sie ungewohnt war, bei einem Konzert zu sitzen, wollten sie, dass es ihnen das Publikum gleichtue – und das taten wir schließlich auch und setzten uns auf den Boden. Als Zugabe stellte sich das Trio sogar ganz ohne Mikrofone auf die Bühne, sang sich die Seele aus dem Leib und das Publikum hörte andächtig zu.

Gavin Rossdale und seine Band Bush sollten den Abschluss eines rundum gelungenen Festivals bilden. Doch anstatt wie geplant um 23:30 Uhr auf die Bühne zu gehen, ließen sie beinahe 45 Minuten lang auf sich warten – ziemlich uncool. Doch als Rossdale & Co. die Bühne endlich betraten, war die Warterei bereits wie vergessen. Auch sie passten ihre Show hervorragend an das Acoustic-Überthema des Festivals an und so trällerte Gavin Rossdale - anders, als man es von ihm gewohnt ist - im Sitzen Hits wie "Glycerine", "Swallowed", "Letting The Cables Sleep" oder "Love Remains The Same". Mit ihrem eineinhalbstündigen Set schafften sie den perfekten Festivalabschluss.

In Erinnerung bleibt also ein traumhaftes Festival mit entspannter und großartiger Stimmung, herrlichem Wetter und unvergesslichen Live-Auftritten von unglaublich guten Bands.

Alle Bilder vom Acoustic Lakeside Festival 2013 findet ihr auf flickr!

Bilder: Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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