BÜCHERBÖRSE

Loud Like Love - Placebo im Interview

Placebo im Interview (c) Joseph Llanes
Placebo im Interview

Knapp 20 Jahre Bandgeschichte, sieben Alben, weltweite Touren - Placebo sind schon lange nicht mehr nur die düstere Indie-Band aus England. Bevor sie mit ihrem gerade erschienenen Studioalbum "Loud Like Love" endgültig zu einer der größten Rockbands werden, haben wir uns noch schnell einmal mit Drummer Steve Forrest auf einen kleinen Plausch zusammengesetzt.

"Loud Like Love" ist euer siebtes Placebo-Album, gleichzeitig ist es erst das zweite Album mit dir am Schlagzeug. Geht man da dann schon total selbstsicher ran oder gibt es Druck ohne Ende?


Steve: Es war auf jeden Fall anders. Als wir "Battle For The Sun" aufgenommen haben, war ich gerade mal 21 und kannte Brian (Molko) und Stefan (Olsdal) erst ein paar Monate. Und in den vergangenen sechs Jahren hat sich so viel um mich und in mir geändert. Aber vor allem wir als Band sind so unfassbar gut zusammengewachsen. Das hilft auf jeden Fall gegen Nervosität und den ganzen Druck, den man sich selbst aufbaut. 

Was ist das Besondere und Einzigartige an "Loud Like Love"?


Es ist ein unglaublich ehrliches Album. Brian hat sehr persönliche Texte geschrieben. Und es hat einen sehr familiären Vibe, der es für uns als Band so besonders macht.

Ihr seid bekannt für düstere Albumtitel - "Loud Like Love" klingt aber eher positiv. Was ist es für euch?


Schwierig zu sagen. Eigentlich ist es ja beides. Irgendwie ist es ein Titel wie das Leben, mal richtig beschissen und mal richtig gut!

Glaubst Du, dass sich Liebe mit einem Geräusch beschreiben lässt?

Ich glaube, dass es ein ganzes Leben braucht, um diese Frage zu beantworten. Genauso lange, wie es braucht, um wohl alles, das Liebe auslöst, spüren zu können. Und das obwohl Liebe eigentlich eine ganz einfache Emotion ist, die einfach so passiert und die wir nicht kontrollieren können.

Euer Albumcover ist ganz schön bunt –  Eigentlich ungewöhnlich für euch.


Haha, ja Brian und ich sind ziemlich begeistert, da wir große Fans von Psychedelic-Rock sind. Wir wollten unbedingt auch so ein Albumcover, wie die ganzen Rockstars in den 70ern – wir nennen es "Cosmic Orgasm". Es ist perfekt!

Im Video zu eurer ersten Single "Too Many Friends" hat der große Bret Easton Ellis Voice Over's beigesteuert – kommt da noch mehr an Zusammenarbeit?


Ich hoffe, wir werden ihn einmal kennenlernen, wenn wir in Los Angeles spielen. Er war leider beim Videodreh gar nicht dabei. Aber ich glaube, Brian wird ausrasten, sollten wir ihn da treffen. Er ist ein großer Fan und kann wahrscheinlich alle seine Bücher auswendig aufsagen. Vielleicht machen wir das als Nächstes – seine Bücher vertonen.

Es wird ja gemunkelt, dass ihr es nun mit "Loud Like Love" endgültig geschafft habt, eine der größten Rockbands auf diesem Planeten zu sein – geht das gut klar für euch?

Haha, ja, doch, damit könnte ich mich definitiv anfreunden. Es gibt auf jeden Fall schlimmere Dinge. Man wünscht sich doch immer, mit dem, was man tut und liebt, weiterzukommen. Bei Jay Leno würde ich noch gerne spielen. Mit Haien auf der Bühne.

Das wäre ja mal was! Wir wünschen euch dafür noch viel Glück und bedanken uns für das Gespräch!

Louise Lässig

Louise Lässig | Redakteurin

louise.laessig (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

 

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