BÜCHERBÖRSE

Fuck yeah! Buttons

Manchmal ist es ganz gut, wenn man genau das bekommt, was man erwartet hat. So geschehen am Samstag im Flex, als das experimentelle Electronic-Duo Fuck Buttons zu Gast war.

Interaktive Visuals

Die Fuck Buttons waren also auch nach Wien gekommen und hatten eine doch sehr beachtliche Zuschauermenge ins Flex gelockt. Das lag wahrscheinlich daran, dass das, was Andrew Hung und Benjamin John Power mit ihren High-Tech-Geräten regelmäßig an Output liefern, zwar experimentell und durchaus gewagt ist, sofern man sich dafür offen zeigt, aber auch recht anspruchslos zu konsumieren ist. Klingt zwar unvereinbar, ist es aber nicht. Vom ständig noisigen Drone-Pegel in einen Rausch versetzt ziehen einen die fast schon stupiden Minimalmelodien immer tiefer in die Musik hinein.

Visuell holen die Herren Hung und Power so ziemlich alles aus dem vermeintlich bescheidenen Setting heraus. Silhouetten der beiden werden auf die im Hintergrund laufenden Visuals projiziert, was enorm gut funktioniert. Mal sind sie damit einfach nur weiße Akteure auf schwarzem Bild, dann wieder fungieren sie als Fenster, durch die man die einfachen aber effektiv trashigen Animationen erblicken kann. Die Leinwand wird damit zum Kommunikator mit dem Publikum, hilft jene Gedankensprünge zu überwinden, die die Musik der Fuck Buttons als selbstverständlich ansieht.

Grundvoraussetzung erfüllt

Schon früh liefert das Duo mit "Surf Solar" seinen Hit, seinen wahrscheinlich besten Song und lässt damit zumindest die vorderen Reihen des Flex eine regelrechte Party feiern. Insgesamt läuft dann doch alles so ab, wie man sich ein Fuck Buttons-Konzert vorstellt. Viel Knöpfchendrücken, keine nennenswerte Interaktion mit dem Publikum, Drones als Übergänge zwischen den Songs und natürlich keinerlei Unterbrechungen. Dass das so wirklich gar niemanden stört, liegt zum einen daran, dass der Sound die meiste Zeit gut gemischt ist. Lediglich bei "The Red Wing" vertut man sich mit dem dominanten Geräusch ein bisschen, lässt den Song somit entscheidend lascher wirken als auf Platte. Noch essentieller ist aber, dass die beste Voraussetzung für ein gutes Konzert immer noch eine gute Band ist. Genau dafür haben die Fuck Buttons am Samstag den perfekten Beweis geliefert.

Michael Leitner

Michael Leitner | Redakteur & Community-Betreuer Gewinnspiele

michael.leitner (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: Oktober 2011

 

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