TRAINEEPROGRAMME

Editors mit viel Herzblut auf der Bühne

Editors live im Gasometer Wien (c) Elisabeth Voglsam
Editors live im Gasometer Wien

Dass die Editors längst nicht mehr als "Abklatsch" von Bands wie Joy Division, U2, REM, The National oder gar Interpol betrachtet werden können, stellten die britischen Indie-Rocker am Dienstagabend knapp zwei Stunden lang mit ihrem ganz eigenen Sound im Wiener Gasometer unter Beweis.

Eingeleitet wurde der Abend durch einen sehr gelungenen Auftritt von Balthazar, einer fünfköpfigen Indie-Band aus Belgien, die ein knapp 45-minütiges Set zum Besten gab und damit die nach und nach eintrudelnden Editors-Fans sichtlich begeistern konnte.

Um 21:15 Uhr wurde es schließlich dunkel im Saal und der Nebel verdichtete sich auf der Bühne. Als die Editors endlich zum Vorschein kamen, war der Jubel groß. Vor allem der weibliche Anteil des Publikums stellte schnell fest, dass Sänger Tom Smith sehr nett anzusehen war. Nach den ersten paar Tönen wurde dann auch klar, dass er sogar noch viel mehr zu bieten hat. Seine markante Bariton-Stimme erkennt man unter Tausenden und auch die Mimik und Gestik des außergewöhnlichen Sängers ist einzigartig. Sie zeigt pure Leidenschaft an der Musik, wenn er sich beispielsweise immer wieder an das Mikrofon klammert, um sich im nächsten Moment wieder davon loszureißen.

Songtechnisch lieferten die Editors eine gute Mischung aus schwermütigen, ruhigen Songs wie einer Acoustic-Version zu "The Phone Book" und vielen Power-Hits wie "Munich", "Smokers Outside The Hospital Doors" oder "Formaldehyde", die zum Tanzen einluden. Der energie- und emotionsgeladene Abend schwankte damit zwischen Melancholie und Lebenslust.

Den Editors gelang es außerdem, eine perfekte Abwechslung zwischen alten Hits und neuen Songs ihres aktuellen Albums "The Weight Of Your Love" zu bieten. Und auch wenn einige Tracks vielleicht auf Platte noch nicht ganz überzeugen konnten, zogen dafür die Live-Versionen umso mehr in ihren Bann.

Bei der Zugabe gaben Band und Publikum noch einmal alles. Vor allem "Nothing" begann zuerst noch in ruhiger Atmosphäre am Klavier und mündete schließlich in völliger Ekstase. Zum krönenden Abschluss und nach fast zwei Stunden spielten die Editors wie erwartet noch ihren Superhit "Papillon", der dem Publikum noch ihre letzten Kräfte abverlangte.

Eines ist nach diesem Abend sicher: Bei einem Editors-Auftritt bleiben keinerlei Wünsche offen - außer vielleicht, dass das Konzert gerne noch mehrere Stunden andauern dürfte, Material hätten die Briten dafür ja genug.

Bilder: Elisabeth Voglsam

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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