BÜCHERBÖRSE

Goldenes Schlangengift

  • geschrieben von Philipp Pinterits
  • Drucken
  • eMail

limp bizkit gasometer wien C elisabeth voglsamNu Metal macht anno 2011 den Eindruck eines in die Jahre gekommenen Genres. Limp Bizkit haben sich am 5. Juli im Wiener Gasometer ihr Alter jedenfalls nicht anmerken lassen; Bei ihrem ersten Einzelkonzert in Österreich seit 7 Jahren.

 

Im Rahmen ihrer „Gold Cobra“-Tournee spielen Limp Bizkit im Sommer 2011 wieder Shows in ganz Europa. Dabei machten sie auch in Wien Station. Bei ihrem Konzert in der Bundeshauptstadt hatte die Band zwei Support-Acts: Psyko Dalek aus Schottland und Dope D.O.D. aus den Niederlanden. Damit wurden gezielt Künstler aus zwei verschiedenen Genres (Nu Metal und Hip Hop) ausgewählt, um auch die Puristen unter den Limp-Bizkit-Fans mit je einer Support-Band zu befriedigen.

 

Aufwärmrunde

 

Psyko Dalek war eine für diesen Abend sehr gut gewählte Vorband, mehr aber auch nicht. Zu sehr erinnerte ihr Sound an die Musik etablierter Nu-Metal-Bands (wie Korn oder Soulfly) und vermittelte zu selten den Eindruck von stilistischer Eigenständigkeit und Kreativität. Aber noch einmal: Sie kamen als „Vorheizer“ für Limp Bizkit sehr gut an.
Dope D.O.D. betraten an diesem Abend um 20:41 Uhr als zweite Support-Band die Bühne der ausverkauften Bank-Austria-Halle. Das Hip-Hop-Trio aus Groningen machte seinen Job als unmittelbare Vorband von Limp Bizkit sehr solide, die Vorfreude auf den Headliner war nach ihrem 30-minütigen Set riesengroß.

 

Jump Around

 

Um 21:38 Uhr fiel der schwarze Vorhang vor der Bühne auf ein Schimpfwörter-Kommando von Fred Durst. „Pollution“ ließ als Opener beim Publikum alle Dämme brechen. Die Masse hüpfte ekstatisch auf und ab. Lead-Sänger Durst trug neben einer grünen (!) Yankees-Kappe glitzernde Handschuhe wie einst Michael Jackson. Das erste Viertel ihrer Show war geprägt von Songs aus ihrem neuen Album („Douchebag“, „Gold Cobra“). Vor „Why Try?“ wurde auf der Bühne ein grell leuchtender „Limp Bizkit“-Schriftzug hochgefahren. Auch sonst waren die Lichteffekte der Band aus Florida schwer beeindruckend.
Das Set bestand vorwiegend aus Klassikern („My Way“, „Break Stuff“, „My Generation“), die beim österreichischen Publikum nach wie vor gerne gehört werden. Bei „Behind Blue Eyes“ fand es Gitarrist Wes Borland offenbar nicht der Mühe wert, selbst Akkustik-Gitarre zu spielen. Stattdessen kümmerte sich DJ Lethal an seinem Mischpult um die Instrumentalmusik.

 

Die letzten 20 Minuten des Konzerts waren sehr abwechslungsreich: DJ Lethal spielte ein Sample von seiner früheren Band House Of Pain („Jump Around“), zwei weitere Songs wurden mit Gastmusikern performt („Full Nelson“, „N 2 Gether Now) und „Rollin‘“ rundete eine durchwegs unterhaltsame Show und Limp Bizkit‘s ersten Wien-Auftritt seit März 2004 sehr gut ab. Keep on rollin‘!

 

http://www.youtube.com/watch?v=_i_qxQztHRI

 

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook