BÜCHERBÖRSE

Wenn Freude & Trauer nah beieinander liegen

Scott Matthew live im Porgy & Bess (c) Elisabeth Voglsam
Scott Matthew live im Porgy & Bess

Der australische Musiker Scott Matthew hat in der vergangenen Woche gleich in fünf österreichischen Städten sein unglaubliches Talent unter Beweis stellen können. Wir waren im ausverkauften Porgy & Bess live mit dabei und kommen immer noch nicht aus der Schwärmerei heraus. Was für ein Konzerthighlight!

Der Auftritt von Scott Matthew im Porgy & Bess kann nachträglich wohl am besten mit der Phrase "Time flies, when you're having fun." beschrieben werden. Denn kaum betrat der begnadete Sänger kurz nach 21 Uhr die Bühne, war das Konzert auch schon wieder vorbei. Sogar Matthew selbst war gegen Ende seines Sets völlig überrascht, wie schnell die Zeit verflogen ist. Mit einer Mischung aus tieftraurigen Songs und einer Fülle an witzigen und sympathischen Zwischenmeldungen zog er jeden einzelnen Konzertbesucher in seinen Bann. Nicht zuletzt konnte man das an der totalen Stille während seiner Darbietungen und in Kontrast dazu an den regelmäßigen Lachanfällen der Fans während seiner Erzählungen erkennen.

Mit im Gepäck hatte der australische Künstler sein mittlerweile viertes Studioalbum "Unlearned", auf dem er sehr bekannte Lieder völlig neu interpretiert hat. "I kind of love obvious.", meinte Scott Matthew bei seinem Auftritt im Porgy & Bess - und wir tun es auch. Bei Klassikern wie "To Love Somebody" von den Bee Gees, "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division oder der Tanznummer "Dance With Somebody" von Whitney Houston waren wir so von der neuen Version überwältigt, dass es schwer fiel, das ursprüngliche Stück überhaupt noch herauszuhören. Auch vor einer Abweichung der geplanten Setlist scheute sich Scott Matthew nicht, als er mit "How Will I Know" von Whitney Houston spontan einen Fan-Wunsch erfüllte.

Trotz all seines Talents wirkte Scott Matthew die ganze Zeit über sehr nervös. Sobald er seine Gitarre oder Ukulele aus der Hand legte, wusste er mit seinen Händen nicht mehr viel anzufangen und zupfte nervös an seiner Hose herum. Nach dem dritten Song bat er die Lichttechniker, die Scheinwerfer fast gänzlich herunterzudrehen, weil er das Gefühl bekommen wollte, gerade in seinem eigenen Wohnzimmer zu sitzen und nicht vor mehreren hundert Menschen.

Scott Matthew fasziniert einfach - sei es mit seiner Musik, seinem sympathischen Wesen oder doch seiner ulkigen Lache! Bei ihm scheint auf den ersten Blick so wenig zusammenzupassen, was sich dann aber doch wieder zu einem wunderbaren Gesamtbild fügt. Ein ganz besonderer Höhepunkt war mit Sicherheit auch seine Darbietung zu "Anarchy In The UK" von den Sex Pistols. Der Australier widmete den Song seinem früheren Ich und seinen Erfahrungen in einer ziemlich grottigen Punk-Band.

Wir hoffen inständig, Scott Matthew bald wieder für einige Shows in Österreich begrüßen zu dürfen!

Bilder: Elisabeth Voglsam

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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