BÜCHERBÖRSE

„Rap God“ Eminem ist zurück!

The Marshall Mathers LP 2 (c) Universal Music
The Marshall Mathers LP 2

Eminem veröffentlichte am 5. November 2013 sein bereits achtes Studioalbum, das den Namen "The Marshall Mathers LP 2" trägt. Angelehnt an den Titel des bereits im Jahr 2000 veröffentlichten Erfolgsalbum "The Marshall Mathers LP".

Gute eineinhalb Jahre schraubte Eminem am langersehnten neuen Album herum. Nach dreijähriger Pause kehrt der Detroit-Rapper zurück und bringt mit diesem Longplayer ein Meisterstück des Rap heraus. Unter den 16 Songs finden sich zahlreiche Hits, Rap-Hymnen und interessante Kollaborationen wieder.

Der Opener "Bad Guy" mit einer Länge von über sieben Minuten bietet schon einen guten Einstieg in das Rap-Album (des Jahres). Der Flow des Songs erinnert sehr an die Anfangszeiten des Sängers. Die Sprechgesangstechnik und der akustische Hintergrund des Titels wurden sehr vom Song "Stan" beeinflusst, welcher vom Album „The Marshall Mathers LP (2000) stammt. In der dritten Strophe ist eine Anspielung an das Lied zu hören - "It's just me, you and the music now, Slim, I hope you hear it". Ebenfalls schafft der Rapper den Bezug zu MMLP mit dem eingebauten Reifenquietschen, das damals charakterisierend für „Stan“ war. Somit baut Eminem bereits im ersten Song erfolgreich die Brücke zu seinem Durchbruchsalbum, welches Namensgeber für das aktuelle war. Spätestens am Ende des Songs, als die Textzeile „So, one last time, I'm back“ vorkommt weiß man, dass dieses Album Lust auf mehr macht.

Rhythmisch und melodisch kommt der (mit fast souligem Refrain) dritte Track "Rhyme Or Reason" um die Ecke. Darin sind ebenfalls klare Einflüsse des 2000er Albums MMLP zu hören, wie zum Beispiel das Selbstzitat "Criminal" vom gleichnamigen Song von vor 13 Jahren. 

Zwei Stücke später findet man den Titel "Survival", die zweite Singleauskopplung des Albums, welche auch am Soundtrack zum Videospiel "Call of Duty: Ghosts" zu finden ist. Der Refrain des Songs bildet einen eingängigen Sound, der stark nach vorne und in die Ohren geht.

Kollaborationen sind auf dem Album ebenfalls vertreten. Das erste Featuring macht die bezaubernde Skylar Grey beim Track "Asshole". Durch Skylar’s Stimme wird das Lied zwischendurch  in eine sehr schöne und leichte Stimmung gehoben, da es in den Strophen eher dunkel und unruhig zugeht.

Auf der Platte ist natürlich auch die erste Single "Berzerk" zu finden. Der Track wurde am 18. Oktober 2013 veröffentlicht und ist mit seinem rockigen Stil ein sehr herausstechender Song, der Lust auf Party und Tanzen macht.

Das darauffolgende Stück "Rap God" ist wohl der am meisten stellvertretende Track für das gesamte Album und für Eminem selbst. Denn Eminem ist und bleibt der Rap Gott schlechthin. Dieses Lied ist wohl eines der Herzstücke des gesamten Longplayers. Darin rappt der Sänger so schnell, dass sich die Zeilen und Wörter beinahe überschlagen – dem Titel des Songs macht Eminem somit alle Ehre.

Dazwischen reihen sich klassische Rap-Stücke wie "Brainless" oder "Stronger Than I Was", wobei man bei diesen Tracks vergeblich darauf wartet, dass die Songs ausbrechen. Jedoch passiert nicht viel und die beiden Lieder erinnern eher an Zeiten von "Relapse" (2009) und "Recovery" (2010).

Eine weitere musikalische Zusammenarbeit auf dem Album belegt Rihanna beim Lied "Monster". Diese Kollaboration hat ja schon einmal vor drei Jahren super funktioniert. Es sieht wohl alles danach aus, dass dieser Song als nächste Single erscheinen wird, was eine kluge Entscheidung des Herrn Mathers wäre, denn Hitpotential hat der Track auf jeden Fall. Mit dem schön gesungenen Parts von Rihanna hat „Monster“ ebenfalls großen Ohrwurmcharakter.

Beim 13. Track "So Far …" vereint der Rapper ebenfalls wieder ältere Songs aus dem Jahr 2000 mit der aktuellen Platte. Zu hören sind Elemente von "I’m Back" und "The Real Slim Shady" (MMLP). Der Track ändert ständig sein Gesicht und wechselt zwischen Rock- und Hip-Hop-Einflüssen hin und her.

Zwei andere Kollaborationen des Albums sind Kendrick Lamar beim Titel "Love Game" und Nate Ruess (bekannt als Sänger der Indie-Rockband Fun.) bei "Headlights".

Alles in Allem ist Eminem mit „The Marshall Mathers LP 2“ wieder ein Meisterwerk des Rap gelungen. Fans, denen die alten Songs aus 2000er Zeiten gefallen, werden nicht enttäuscht sein. Der Sänger hat mit diesem Album erfolgreich eine Hommage an sich selbst produziert und Hip-Hop-Fans werden garantiert auf ihre Kosten kommen.

Eminem - "The Marshall Mathers LP 2"
UNIMAG-Rating: vier von fünf
Genre: Rap
16 Songs
Label: Universal
VÖ: 5. November 2013

Album Tracklist

1. Bad Guy
2. Parking Lot
3. Rhyme Or Reason
4. So Much Better
5. Survival
6. Legacy
7. Asshole (feat. Skylar Grey)
8. Berzerk
9. Rap God
10. Brainless
11. Stronger Than I Was
12. The Monster (feat. Rihanna)
13. So Far ...
14. Love Game (feat. Kendrick Lamar)
15. Headlights (feat. Nate Ruess)
16. Evil Twin

Bonus Tracks (Deluxe Bonus Disc):

1. Baby
2. Desperation (feat. Jamie N Commons)
3. Groundhog Day
4. Beautiful Pain (feat. Sia)
5. Wicked Ways

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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