BÜCHERBÖRSE

Electronic Beats Festival Wien

Electronic Beats Festival 2013 (c) Electronic Beats
Electronic Beats Festival 2013

Dass das Electronic Beats Festival immer mit einem illustren Line-Up lockt, ist schon seit Jahren bekannt. Nachdem diese Saison schon Woodkid, John Talabot oder MS MR die geschätzte Festivalgemeinde in diversen europäischen Städten mit ihren Klängen beglücken konnten, war nun vergangenes Wochenende auch Wien an der Reihe.

Die Veranstalter ließen sich natürlich nicht lumpen und zauberten niemand Geringeren als 70er-Ikone und Disco Institution Giorgio Moroder aus dem Hut, der seit seinem Auftritt auf Daft Punks aktuellem Album wieder in aller Munde ist und erst dieses Jahr mit immerhin 73 Jahren sein DJ-Debüt hinlegte. Doch auch beim restlichen Line-Up wurde nicht gespart. Eröffnen durften den Abend - nach Lokalmatador Wolfram, der auch in allen Change Over auflegte - die fabelhaften Dänen von When Saints Go Machine, die mit das überzeugendste Set des Abends lieferten, zeitlich aber leider etwas zu kurz kamen.

Weiter ging es mit Laurel Halo, die sich momentan zur neuen Grande Dame des Elektros mausert. Das, was Halo da bot, war zwar interessant und künstlerisch mehr als wertvoll, wirkte jedoch in der Atmosphäre des Festivals etwas verloren und nicht wirklich passend.

Dann kam schließlich endlich der Mann, dessen Beschau wohl eine große Anzahl des Publikums zum Kartenkauf bewogen hatte: Giorgio Moroder, der dann auch gleich ein sehr stimmiges Set mit Disco Klassikern brachte, sehr lieb mit dem Publikum interagierte. Dass da auch der ein oder andere gewöhnungsbedürftige Song dabei war, störte die Menge bei ihrer Huldigung des Discogottes Moroder aber herzlich wenig.

Zum krönenden Abschluss durften dann Metro Area, denen immerhin eines der besten Alben der letzten Dekade zugeschrieben wird, die Leute noch einmal zum Tanzen bringen. Was die zwei New Yorker dann auch ausgiebig taten.

Alles in allem war der Abend zwar eine runde Sache, doch wirkte die Stimmung trotz ausverkauftem Haus und ausreichend Drinks etwas kühl und uneuphorisch, was vielleicht auch der eher unstimmungsvollen Museumsquartier Halle geschuldet war. Wir freuen uns dennoch schon auf Ausgabe 2014, vielleicht dann mit ein bisschen mehr Liebe zum elektronischen Musikdetail.

Louise Lässig

Louise Lässig | Redakteurin

louise.laessig (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2011

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook