BÜCHERBÖRSE

tobeadded - Österreichische Jungmusiker im Interview

Die charmanten Jungs von tobeadded (c) tobeadded
Die charmanten Jungs von tobeadded

Österreichische MusikerInnen haben es nicht leicht und auch die Jungs von tobeadded – einer 2010 in Mödling gegründeten Band mit ganz eigenem Stil - brauchten eine Weile, ehe sie einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichten. Mit uns sprachen die vier charmanten Niederösterreicher Tobias Schreiber, Daniel Homolka, Niklas und Tobias Neuwirth über Textunsicherheiten, einstürzende Bühnen und die Frage, ob Schulterklopfen als Ritual gilt.

In der Musik begegnet man heutzutage immer wieder gleichen Rhythmen und Melodien. Euer Stil sticht da schon aus der breiten Masse heraus. Ist das Zufall oder Absicht?

Niklas: Das hat sich so ergeben!

Tobias S. : Das hat sich absichtlich so ergeben, würde ich sagen!

Daniel: Das würde ich so nicht sagen. Wir wollten nie absichtlich extravagant sein.

Tobias N: Eigentlich hat es sich daraus ergeben, dass wir Vier mit unterschiedlichen Stilarten aufeinander getroffen sind und dann einfach Dinge ausprobiert haben. So haben wir die Art und Weise, wie wir heute spielen und auftreten, gefunden.

Tobias S: Heute wollen wir nichts anderes mehr machen!

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben?

Tobias S: Endlich eine leichte Frage (lacht). Nun ja, wir versuchen unsere positive Energie und Laune auf unsere Hörer zu übertragen. In ein Genre würde ich uns jetzt nicht einordnen wollen.

Daniel: Wir machen kein Rock, kein Punk, kein Ska. Wir machen das, was uns Spaß macht, denn darum geht es - um Spaß, Spaß, Spaß.

Niklas: Eine eigene Bewertung ist immer schwer, aber im Grunde stimmt das, was Tobias und Daniel gesagt haben. Man versucht, Spaß zu haben und immer das Beste zu geben, was oft nicht leicht ist, weil man als Künstler selbst immer etwas an seiner Arbeit findet, das man im Nachhinein besser oder anders würde machen wollen.

Tobias N: Genau. Das Feeling macht die Musik und umgekehrt.

Ihr komponiert und schreibt eure Lieder ja selbst. Woher nehmt ihr eure Ideen? Gibt es andere KünstlerInnen, zu denen ihr aufblickt und von denen ihr euch inspirieren lasst?

Daniel an Tobias S: Ich inspiriere dich! (lacht)

Tobias S: Zur Erklärung: Ich bin für das Songwriting zuständig und ich muss zugeben, ich finde ich bin nicht sonderlich gut darin – zumindest beim Texten. Das mit der Musik geht meistens ganz schnell. Meine Inspiration hole ich mir deswegen sehr oft von anderen Musikern.

Nach welchen Kriterien wählst du die aus?

Tobias S. : Ich wende mich vor allem an Musik, mit der ich mich persönlich verbunden fühle und zu der ich eine eigene Meinung – welcher Art auch immer – habe. Texten ist wirklich nicht mein Ding! (lacht) Ghostwriter dürfen sich gerne bei uns melden!

Ihr werdet von dem Verein Frostbite Booking unterstützt, der das Ziel hat, österreichische MusikerInnen zu unterstützen und sich bereits mit Bands wie Vanilla Sky einen Namen gemacht hat. Wie seid ihr zu dieser Unterstützung gekommen und wie sehr hilft euch das?

Tobias N.: Das hat alles damit angefangen, dass Max W. von Frostbite Booking an unsere Facebook-Pinnwand gepostet und gefragt hat, ob wir einmal mit ihnen und für sie spielen wollen.

Tobias S.: Danach haben wir öfter mit ihm gespielt, und nachdem die Zusammenarbeit so gut funktioniert hat und wir bei einem Halloweenkonzert überzeugt haben, wurden wir in den Bandpool von Frostbite aufgenommen.
Sie bringen uns Konzert- und Auftrittsmöglichkeiten, aber wir geben ihnen auch etwas zurück, denn mit unseren Auftritten in ihrem Namen erweitern wir natürlich auch den Bekanntheitsgrad des Vereins.

Tobias N: Es ist eine wechselseitige Beziehung, eine Win-Win Situation für alle.

Tobias S: Der gute Draht zu Max W. ist besonders schön an der Zusammenarbeit.

Welches eurer Konzerte war bis jetzt am schönsten für euch?

Niklas, Daniel & Tobias N: Der selbstorganisierte Album-Release, der am 18. Mai 2013 im Replugged stattgefunden hat.

Daniel: Alles, was man an monatelanger Arbeit investiert hat, hat sich in diesem einem Moment entladen.

Tobias S: Die Straßenmusik-Tour durch Oberösterreich und Bayern war aber auch ein tolles Erlebnis.

Gibt es auch eines, das ihr am liebsten vergessen würdet?

Daniel, Niklas & Tobias N: Wirklich schlechte Konzerterfahrungen haben wir bis dato noch nicht gehabt.

Tobias S: Das "Rock gegen Rechts"-Openair am Karteich in Mödling war bis jetzt das turbulenteste. Wir mussten in der Wiese spielen weil kurz vor Konzertbeginn die Bühne eingebrochen ist. Aber im Endeffekt war es eine Erfahrung und wir hatten trotzdem Spaß!

Und wie bereitet ihr euch auf Auftritte vor? Habt ihr eine besondere Routine oder ein spezielles Ritual?

Tobias S: Was wir häufig machen, ist wild durch die Gegend zu laufen (lacht). Das hat aber den Grund, dass wir oft noch in letzter Sekunde Batterien oder sonstiges besorgen. Ein wirkliches Ritual haben wir nicht, denke ich. Außer Schulterklopfen gilt als Ritual!

Niklas: Gilt Hosenträger ziehen als Ritual? Daniel trägt immer welche und vor dem Auftritt ziehen wir immer alle dran.

Daniel: Hosenträger sind eine spitzen Sache! (lacht)

Tobias N: UND wir fahren, so oft es geht, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu unseren Gigs. Wir sind sehr umweltfreundlich.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Tobias S: Da wir immer noch am Aufbau sind, wollen wir vor allem präsent bleiben. Das heißt: Spielen, Spielen, Spielen! Außerdem arbeiten wir an einem zweiten Album. Am zehnten Jänner steht wieder ein Gig in Mödling in der Redbox an und kurz darauf, am siebten Februar spielen wir in Graz. Am fünfzehnten Februar stehen wir außerdem wieder in der Arena bei Local Heros auf der Bühne.

Daniel: Wir wollen es jetzt nicht einfach mehr von alleine dahin laufen lassen, sondern unseren Erfolg jetzt aktiv vorantreiben.

Niklas: Und auf den Auftritt beim Spendenkonzert für Amnesty International am 24. Jänner freuen wir uns auch schon sehr!

Und zu guter Letzt: Was wollt ihr anderen österreichischen MusikerInnen mit auf den Weg geben?

Daniel: Habt Spaß! Du musst verrückt sein. Wenn du das bist, dann wirst du auch gesehen!

Tobias S: Es ist wichtig, so früh wie möglich Kontakte zu knüpfen, mit dem Publikum zu sprechen und zu spielen.

Niklas: Außerdem ist es wichtig, nicht zu groß zu denken, denn es zahlt sich auch aus, Musik zu machen, wenn kein Geld dabei herausschaut.

Tobias N: Wir verdienen nichts daran, gewinnen aber umso mehr: Lebenserfahrung, Spaß, neue Kontakte und Freundschaften.

Julia Kreuzer

Julia Kreuzer | Redakteurin

julia.kreuzer (ät) unimag.at

Studiert Kultur - und Sozialanthropologie an der Uni Wien

Liebt es anderen Ratschläge und Tipps zu geben, kennt die Lösung ihrer eigenen Probleme aber nur selten

Hasst Beistriche und Doppel S fast genauso sehr wie Zahlen

bei UNIMAG seit: September 2012

 

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