BÜCHERBÖRSE

Day of the Lords

  • geschrieben von Anna Dittrich
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Bereits über 10 Jahre ist es her, dass die Sludge-Größen von Neurosis in Österreich eine Bühne betreten haben, und nun 2011 haben sie es mit Riesenfreuden der Fans geschafft am 19. Juli in der Wiener Arena aufzutreten.

 

Seit 1985 beeinflussten die fünf Musiker aus Oakland, Kalifornien, zahlreiche Musikgenres und umso zahlreichere Bands. Von schnellem, fetzigen Hardcore, bis zu schleppendem Sludge, haben Neurosis einen 10-Alben-umfassenden Weg hinter sich. Im Rahmen ihrer „Summer 2011 European Tour“ begaben sich Neurosis mit insgesamt 15 Shows durch ganz Europa in variierender Begleitung von Ufomammut (I), Amenra (BE), Rosetta (USA) und City of Ships (USA). Die beiden erstgenannten Bands hatten die Ehre Neurosis in Wien tatkräftig mit ihren Sludge-, Doom- und Hardcore-Sounds zu unterstützen. Für die Belgier von Amenra, die ihre musikalische Familie im von Neurosis geformten Label „Neurot Recordings“ gefunden haben, war es eine besondere Ehre mit ihren großen Vorbildern gemeinsam auf Europatour zu gehen.

 

Hypnotized

 

Schon als die drei italienischen Stoner-Doomers von Ufomammut ihre monolithischen Sounds auspackten, waren alle Steh- und Sitzplätze der großen Halle der Arena vollkommen gefüllt. Nachdem Steve von Till, Gitarrist und Sänger von Neurosis, bereits im außen gelegenen Hof sein Unwesen trieb, war weitere Prominenz mitten im Publikum zu bemerken. Kreativkopf und Gitarrist von Amenra, Mathieu Van De Kerckhove, hatte es sich neben dem Tontechnikerpult auf den Stiegen bequem gemacht und sowohl seine Fans als auch seine Kollegen von Ufomammut beim Musizieren beobachtet. Eine publikumsnahe Stimmung war von Anfang an unvermeidlich spürbar.

 

Ritual


Amenra konnten nach einer halben Stunde Verspätung doch mit der Präsentation ihrer drucklastigen, schrillen und dann wieder gefühlvollen Töne beginnen.
Mit dem Rücken zum Publikum, kreischte Sänger Colin H. Van Eeckhout in sein Mikrophon, und begleitete seine Schreie mit wilden Körperbewegungen, bis er sich immer noch dem Drummer zugewandt auf dem Boden kniete und in einer betenden Stellung verharrte. Obwohl er Tritte in Richtung der Fans andeutete, äußerten die Zuschauer trotz dieser scheinbaren Publikumsverweigerung des Sängers keineswegs negative Gefühle. Das Publikum genoss Amenras Auftritt mit voller Begeisterung.

 

At the End of the road

 

Die Mitglieder von Neurosis scheinen über die Jahre kein bisschen gealtert zu sein. Mit Leidenschaft und Energie legten die Begründer des Sludge los - und ebenso die gesamte Fan-gefüllte Halle. Die mit älteren und neueren, mit härteren und softeren Songs gemischte Setlist wurde durch die stimmungsvolle Auswahl der Visuals abgerundet. Die musikalischen Höhepunkte stellten „Locust Star“, „Given to the Rising“ und „Belief“ dar. Zum Leid des Publikums hatte sich der Tontechniker mit der Regelung der basslastigeren Sounds verschätzt. Die ganze Halle dröhnte und wurde daher von manchen Zuschauern schon früher verlassen.

 

Mit Vorfreude dürfen die Fans auf die neuen angekündigten Alben von Amenra und Neurosis und auf eine (hoffentlich) darauffolgende Tour warten.

 

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