BÜCHERBÖRSE

Ein Abend voller Emotionen mit Jennifer Rostock

Jennifer Rostock live in der Arena Wien (c) Damien Vignaux
Jennifer Rostock live in der Arena Wien

Mittwoch, 29. Januar, Wien. Jennifer Rostock kehrten nach einem Jahr wieder zurück in die Hauptstadt. Die Berliner heizten ihren Fans in der ausverkauften Arena ordentlich ein. Wien war nach Graz der zweite Termin ihrer aktuellen Schlaflos-Tour und somit ein schöner österreichsicher Start ihrer Tournee.

Die Band stellte mal wieder unter Beweis, dass sie eine absolute Live-Band sind. Denn man muss Jennifer Rostock einmal live erlebt haben, um zu wissen, was die Fünf drauf haben.

Ein wunderschöner und abwechslungsreicher Abend voller ergreifender Momente.

Pünktlich um 20 Uhr betrat die Vorband Marathonmann die Bühne. Die Hardcoreband aus München trat bereits das ein oder andere Mal in Wien auf und auch am Frequency 2013. Nach ein paar lauten Punk-Nummern der Vorgruppe betraten eine Stunde später Jennifer Rostock die Bühne.

Während dem Intro sah man nicht viel. Einzig und allein ein paar leuchtende Neonlichter waren zu erblicken. Zwischendurch setzten die Drums ein. Die Stimmung kochte bereits vor dem ersten Song über, die Fans waren laut und der Vorhang fiel: Dahinter Jennifer.

Als Opener gab die Band die aktuelle Single "Phantombild" zum Besten und von da an sang fast die ganze Arena den restlichen Abend lang mit. Sowohl alte Song ihrer ersten Platten wurden gespielt, als auch die neusten Hits ihres aktuellen Albums "Schlaflos". Alle Fans kamen auf ihre Kosten. Von Singles, die jeder kennt, wie zum Beispiel "Kopf oder Zahl", "Himalaya" oder "Mein Mikrofon" bis hin zu Stücken, die die älteren Fans der ersten Stunde kennen und lieben - wie etwa "Nichts tät ich lieber" -, war alles dabei.

Beim Song "Der Kapitän" kam Michi von der Vorband Marathonmann auf die Bühne und übernahm eine Strophe. Auch ein Bad in der Menge ließ sich Jennifer nicht entgehen und so ließ sie sich beim Song "Ein Schmerz und eine Kehle" von ihren Fans durch die Arena tragen. Bei diesem Lied schwang sie die Regenbogenfahne und verleihte dadurch den Worten im Song noch mehr Ausdruck.

Eine alte Tradition bei Jennifer Rostock ist auch, dass sie sich gerne Fans auf die Bühne holen. So wurden zwei junge Mädchen hochgeholt, um gegeneinander das Lied "Feuer" zu singen. Nach Abstimmung des Publikums, wer den Song besser gesungen hätte, bekamen jedoch beide ein kleines Geschenk und Küsschen von der Sängerin.

Zwischendurch flogen wieder einige BHs auf die Bühne, was bei einem Jennifer Rostock Konzert fast schon dazu gehört. Auch eine Coverversion war ein Teil der Setlist. "Wrecking Ball" von Miley Cyrus spielte die Band und das bekannte Stück kam auch super bei den Fans an. Beim Song "Es war nicht alles schlecht" unterstütze Nico von War From A Harlots Mouth die Band und beendete den Song mit seinem Scream-Part.

Der Abend endete mit dem herzergreifenden und leisen Stück "Schlaflos", das zum Schluss nochmal alle Emotionen hochkochen ließ und ein perfekter Abschluss des Konzertes war. Schweißgebadet und voller Konfetti gingen die Fans glücklich nach Hause oder zum Merchandise-Stand, wo noch fleißig Fotos mit der Band gemacht wurden.

Was Jennifer Rostock so besonders macht, sind vor allem ihre Texte. Jedoch ist es auch die unglaubliche Energie, die Jennifer, Joe, Alex, Christoph und Chris auf der Bühne versprühen. Auch die Wandelbarkeit und die verschiedenen Genres, die die Band vermischt, sind jedes Mal ein Live-Erlebnis wert.

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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