BÜCHERBÖRSE

Spot on Denmark: Das Warten hat sich gelohnt

Spot on Denmark 2014 im WUK (c) Elisabeth Voglsam
Spot on Denmark 2014 im WUK

Am 31. Januar 2014 feierte das Spot on Denmark-Festival im Wiener WUK sein bereits fünfjähriges Jubiläum. Auch in diesem Jahr zog es vier vielversprechende Acts der dänischen Musikszene für einen ungeplant kurzweiligen Besuch nach Österreich. Kurzweilig deswegen, da ausgerechnet der aus Kopenhagen geplante Flug mit einem Großteil der dänischen Delegation aufgrund eines technischen Gebrechens gestrichen werden musste. Wie Dad Rocks! später erklärte, fuhr ein Truck in das Flugzeug, weshalb schnellstmöglich ein Ersatzflug organisiert werden musste. So ein Jubiläum ganz ohne Pannen wäre ja langweilig gewesen, oder? Glücklicherweise ging dann aber doch noch alles gut und die Show konnte zwei Stunden später als geplant reibungslos über die Bühne gehen.

Den Anfang machte die 22-jährige Jenny Rossander aka Lydmor, die mit ihrem fast einstündigen Set für einen gelungenen Festivalauftakt sorgte. Nicht nur mit funkigen Electro-Pop-Nummern sondern auch mit ruhigen Klavierstücken konnte die Dänin das bisher spärlich erschienene Publikum überzeugen. Während ihrer Zwischenansagen wirkte Lydmor zumeist wie ein verspieltes Kind, das bei Worten wie Sex und Drogen schüchtern in sich hinein kichern muss, doch wenn die 22-Jährige erst einmal anfing zu singen, stand plötzlich eine erwachsene Frau auf der Bühne, von der man gerne noch mehr hören wollte. (Lydmor - Young)

Als nächstes war Dad Rocks! an der Reihe - ein Projekt des gebürtigen Isländers Snævar Njáll Albertsson, der mit musikalischer Live-Unterstützung eingängige Folk-Songs über das digitale Zeitalter zum Besten gab. Mit viel Witz und Charme in seinen Zwischenansagen und einem spontan verfassten Gedicht über seine Erlebnisse am Flughafen konnte er die Besucher im WUK nach und nach für sich einnehmen. (Dad Rocks! - Nothing Keeps Up)

Broke sorgten schließlich schon weit nach Mitternacht für eine regelrechte Klangexplosion in der großen Halle, die definitiv unser Highlight des Abends darstellte. Mit starken Beats und düsterem Psychodelia brachten die Jungs, die ihren Stil selbst als Apocalyptic Dance und Digitalized Post-Punk beschreiben, die mittlerweile zahlreich versammelte Menge zum ersten Mal an diesem Abend zum ausgelassenen Tanzen und Jubeln. Eine großartige Show, die nicht nur hörens- sondern durchaus auch sehenswert war! (Broke - Restless Beach)

Abschließend folgte eine absolute Weltpremiere! Slow Celebration - eine Kollaboration zwischen Rangleklods' Esben Anderson und Reptile Youth Lockenkopf Mads D. Kristansen - standen zum allerersten Mal gemeinsam live auf der Bühne und lieferten bereits ab der ersten Sekunde eine Wahnsinnsshow, die besser nicht hätte sein können. Mads hüpfte wild tanzend und seine Mähne schüttelnd über die Bühne, bis er auch schon einen Abstecher ins Publikum machte und dort für einige Augenblicke weiterfeierte. Wir sind gespannt, was wir von dieser unschlagbaren Kombo in Zukunft noch erwarten dürfen. (Slow Celebration - Fun)

Alles in allem brachte das Spot on Denmark-Festival trotz anfänglicher Pannen auch dieses Jahr wieder großartige dänische Künstler nach Österreich, die von zarten Tönen bis hin zu erbarmungslosen Beats alles zu bieten hatten, was das Herz begehrt.

Bilder: Elisabeth Voglsam

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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