TRAINEEPROGRAMME

They (Cold)play again!

  • geschrieben von Lukas Fischnaller
  • Drucken
  • eMail

Mylo Xyloto C  EMI MusicEine unverkennbare Stimme, ein dramaturgisch perfekter Spannungsaufbau, intensive Stimmung und eingängliche Melodien. Meist traurig und etwas dunkel, aber immer angenehm. Die perfekte Mischung. Das Gespür für das gewisse Etwas. 

 

Die Rede ist von der Band Coldplay, die im Oktober ihr fünftes Studioalbum veröffentlichen wird. Eine Biographie. Die Britpopper formierten sich 1996 am Universal College in London. Der Kopf der Band Chris Martin und Jonny Buckland spielten zunächst in der Band „Pectoralz“, bis Bassist Guy Berryman und Drummer Will Champion dazustießen. Sie nannten sich nun „Starfish“ und performten zunächst in kleineren Clubs. Martins Zimmerkamerad Tim überließ den vier Jungs den Namen Coldplay: Eine der bis heute erfolgreichsten Bands des 21. Jahrhunderts war geboren.

 

Nach ihrem ersten Gig erschien die Debüt-EP „Safety“ mit einer Auflage von 500 Stück. Eine ungleich aufwendiger produzierte EP Namens „Brothers & Sisters“ machte das Musiklabel Parlophone auf das Quartett aufmerksam, im Frühling 1999 wurde ein Fünf-Alben-Vertrag bei diesem unterschrieben. Das erste Album erschien im Frühjahr 2000 und trug den Namen „Parachutes“. Den Kritikern gefiel's auf Anhieb, kommerziell war es auf beiden Seiten des Atlantiks ein großer Erfolg. Die erste Singleauskopplung „Yellow“ klettert sogar bis auf Platz vier der englischen Charts. Die anschließende US-Tournee war jedoch ein Misserfolg, die Europatournee wurde fast komplett gecancelt. Die Gerüchteküche über ein Ende der noch jungen Band brodelte, machte der Popularität von Coldplay aber keinen Abbruch.

 

Ende 2001 gingen die Jungs erneut ins Studio und im Sommer 2002 wurde mit dem Album „A Rush Of Blood To The Head“ das zweite Album veröffentlicht. Ein Coldplay'sches Meisterwerk. Sehr eindringlich, aber nicht aufdringlich: Das Album war vielschichtiger und auch rockiger. Die Single „Clocks“ vermittelt trotz der rasanten Geschwindigkeit von Piano und Drums eine ungeheure Intensivität. Mit der Ankündigung, das zweite Album sei ihr letztes, stießen sie bei ihrer großen Fangemeinde und auch bei Kritikern auf Unverständnis. Chris Martin meinte, der hohe Standard des Werkes sei schwer zu wiederholen.

Coldplay C-Stephan Craneanscki

  War dann doch nur ein PR-Gag: das Nachfolgealbum „X&Y“ erschien aber erst drei Jahre später. Die Platte begeistert durch spährische Syntie-Arrangements und gewohnt qualitativ hochwertigem Songwriting. Persönliches Highlight hier: „Fix You“, die beginnenden leisen Töne wandeln sich zu einem fantastischen Feuerwerk von Schlagzeug und Bass. Im Unterschied zu den beiden Vorgängern besticht „X&Y“ durch stadiontaugliche Tracks, die sich u.a. in „Square One“, „White Shadows“ oder auch „Talk“ zeigen. Dennoch scheiden sich bei „X&Y“ die Geister – die Songs scheinen zu eintönig – das Album erklimmt aber erstmals die Top-Ten der US-amerikanischen Billboard Charts, ein wahrer Awardregen ist die Folge.

 

Nach so viel Erfolg gönnen sich die Jungs eine kreative Pause: Chris arbeitet mit Nelly Furtado und Jay-Z zusammen und bekommt mit seiner Frau Gwyneth Paltrow ein zweites Kind. Frisch erholt gings wieder ins Studio; das Ergebnis war das bisher erfolgreichste Album „Viva la Vida or Death and All His Friends“ von 2008. Stilistisch lässt sich das Album mit früherem Material kaum vergleichen. Auch vielleicht ein Grund, weil Brian Eno maßgeblich am Album beteiligt war. Nichtsdestotrotz ein wunderbares Album mit zahlreichen Ohrwürmern: Ich sag nur: Oh-oh-oh-oh-oooh! Genau, natürlich ist damit der Track „Viva la Vida“ gemeint, die Ode an das Leben. Dem Album folgte eine ausgedehnte Welttournee, die am 24. September 2008 in der ausverkauften Wiener Stadthalle gastierte. Wer schon einmal das Glück hatte, die Jungs live zu sehen, weiß wovon hier die Rede ist. Prädikat: absolut sehens- und hörenswert! Von wegen 'Mädchenmusik' ;-)

 

Soziales Engagement
Die Jungs unterstützen die Entwicklungshilfsorganisation Oxfam; Chris Martin ist das Gesicht der Make Trade Fair-Kampagne, die zwei Balken für Gleichberechtigung zieren Chris' Handrücken und Piano. Zudem setzen sich Coldplay für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ein und performen auf diversen Charity-Veranstaltungen wie Live 8, Band Aid 20 oder Teenage Cancer Trust.

 

Neues von den Jungs
Auf ihrer diesjährigen Festivaltour brachten die Jungs jede Menge Neues. So kam dann doch irgendwann der Gedanke eines neuen Albums... Und, siehe da: das heißersehntes fünfte Studioalbum steht kurz vor dem Release: „Mylo Xyloto“ (sprich: my-lo zy-letoe) soll im Oktober diesen Jahres veröffentlicht werden.

 

Am 9. September gibt’s die zweite Single names „Paradise“, die die Nachfolge des aktuellen Hits „Every Teardrop Is A Waterfall“ antreten wird.

 

http://www.youtube.com/watch?v=fyMhvkC3A84

 

In einem Interview mit dem Billboard Magazine verlautbarte Chris den Gedanken über das Ende der Band. Die Jungs hätten all ihr Können und Kreativität in das Album investiert, so dass es gar kein sechstes Album geben könnte.

 

Doch über ein Ende von Coldplay kann und will niemand nachdenken. Freuen wir uns lieber auf das neue Album. Wer, wenn nicht Coldplay, bringt uns mit Songzeilen wie: „Look at the stars, look how they shine for you“ zum träumen?

 

Log in or create an account

fb iconLog in with Facebook