BÜCHERBÖRSE

Boyce Avenue: YouTube-Sensation live in Wien

Boyce Avenue live in der Arena Wien (c) Petra Püngüntzky
Boyce Avenue live in der Arena Wien

Die Brüder Alejandro, Fabian und Daniel Manzano, die mit ihrer Band Boyce Avenue vor sieben Jahren auf YouTube durch ihre einzigartigen Coverversionen bekannt geworden sind, lieferten vergangenes Wochenende mit zwei Auftritten - einem Zusatzkonzert am Freitag und ihrer seit Monaten ausverkauften Show am Samstag - relativ kurze und lustlose Gastspiele in der Arena Wien. Als Support-Acts waren die 23-jährige Hannah Trigwell und The Voice Of Germany-Gewinner Nick Howard an beiden Abenden mit von der Partie.

Den Anfang machte die junge Britin und YouTuberin Hannah Trigwell, die mit einer Auswahl an eigenen Songs und einem Cover zu "Pompeii" von Bastille um die Publikumsgunst kämpfte - leider vergebens. Die 23-Jährige wirkte die ganze Zeit über so unsicher und verloren, dass der große Beifall bis zum Ende ihres Sets ausblieb.

Kurz darauf stand auch schon The Voice Of Germany-Gewinner Nick Howard auf der Bühne, der mit seinem durchwegs freundlichen Gemüt und seinen denglischen Zwischenansagen in kürzester Zeit so einige Mädchenherzen erobern konnte. Ein Medley aus "Timber" von Pitbull feat. Ke$ha, "Little Talks" von Of Monsters And Men und "Save Tonight" von Eagle-Eye Cherry ließ erstmals an diesem Abend gute Stimmung aufkommen. Seine eigenen Songs wie etwa "Superlove" oder "Falling For You", das er einem Mädchen in der ersten Publikumsreihe widmete, luden zwar zum kurzweiligen Kuscheln und beiläufigen Mitwippen ein, klangen aber spätestens nach der dritten Nummer viel zu ähnlich und seicht.

Um 21:30 Uhr gingen dann endlich die Lichter für Boyce Avenue aus, die auf YouTube vor allem durch ihre einzigartigen Coverversionen von Hits bekannter Musiker berühmt wurden. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass die Menge bei Eigeninterpretationen von "Wake Me Up" von Avicii feat. Aloe Blacc, Rihannas "We Found Love", "Dynamite" von Taio Cruz sowie "Locked Out Of Heaven" von Bruno Mars eifrig mitklatschte und -jubelte und noch dazu Textsicherheit bewies.

Dennoch blieb die Begeisterung bei ihren selbstgeschriebenen Songs wie "Hear Me Now", "Find Me", "On My Way" oder "Broken Angel", das Alejandro in der Zugabe alleine performte, aus. Es schien fast so, als wüsste das Publikum nicht einmal, dass Boyce Avenue mehr zu bieten haben als ihre beliebten Coversongs.

Schade war auch, dass die drei Manzano-Brüder während ihrer Performance eher lustlos wirkten und auf der Bühne kaum miteinander interagierten. Als Boyce Avenue sich nach einer Stunde von ihren Fans verabschiedeten und "Hello" von Martin Solveig feat. Dragonette in unzumutbarer Lautstärke durch die Boxen dröhnte, waren noch lange verduzte Blicke im Publikum zu beobachten, die sich fragten, ob es das nun schon gewesen sein soll. Die traurige Antwort: Ja, das war es wirklich.

Bilder: Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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