BÜCHERBÖRSE

Judith Holofernes live: Poesie und Humor

Judith Holofernes war zu Gast in der Arena Wien (c) Julia Gajewski
Judith Holofernes war zu Gast in der Arena Wien

Judith Holofernes ist in der Musikszene schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits als Frontfrau von Wir sind Helden mischte sie jahrelang in den Charts mit und sang sich mit ihren poetischen und gesellschaftskritischen Songs in die Herzen ihrer Fans. Aktuell widmet sich die Musikerin ihrer Solokarriere, die sie vergangenen Mittwochabend in die Arena Wien führte, wo sie ihr Album "Ein leichtes Schwert" vorstellte und das österreichische Publikum darüber hinaus auch von ihren anderen Talenten überzeugen konnte.

Während zu Beginn des Konzerts um 21 Uhr bei Songs wie "Lose Kanone" und "Ein leichtes Schwert" vorne bereits eifrig mitgetanzt wurde, fragten sich die Konzertbesucher in den hinteren Reihen noch, ob denn der Hit "Denkmal" auch von der Band Wir sind Helden stammt. Das tat aber eigentlich gar nichts zur Sache, denn Judith Holofernes präsentierte an diesem Abend ausschließlich ihre Solo-Stücke, deren Texte - wie nicht anders zu erwarten - wieder humorvoll, poetisch und pointiert daherkamen. Selbst ihr allererster selbstgeschriebener Song "Kamikazefliege" fügte sich nahtlos in das Set ein.

Die Sängerin und Songwriterin ist einfach ein Allround-Talent, wie sie auch in den kurzen Umbaupausen unter Beweis stellen konnte. Da erzählte die Berlinerin nämlich von ihrem Hobby, Tiergedichte zu schreiben, und gab im Anschluss eine kleine Kostprobe ihres Könnens - und zwar mit einem Gedicht über Makis, das für erste Lacher im Publikum sorgte. Gewohnt sympathisch plauderte Judith Holofernes mit ihren Fans und kam so noch auf eine andere ihrer Leidenschaften zu sprechen - nämlich das Übersetzen von Songs ihrer Vorbilder in die deutsche Sprache. Mit "Jonathan der Kellner" (im Original "Catherine the Waitress" von Teitur), "Ich will, dass du weißt, dass ich will, dass du glücklich bist" (im Original "I Hope You're Happy Now" von Elvis Costello) und in den Zugaben "Hätte ich ein Boot" (im Original "If I Had A Boat" von Lyle Lovett) und "Du kriegst nicht immer, was du willst" (im Original "You Can't Always Get What You Want" von The Rolling Stones) überzeugte die Musikerin dann auch noch die letzten Skeptiker.

Die Zugabe "John Irving" war schließlich das musikalische Highlight des Abends, bei dem Holofernes erstmals einen Refrain in englischer Sprache zum Besten gab. Schade nur, dass das Konzert danach so schnell zu Ende ging. Bei ihrem nächsten Besuch in Wien hat die Berlinerin hoffentlich schon mehr Solo-Nummern im Gepäck, um ihren Fans noch länger den Abend zu versüßen. Wir freuen uns darauf!

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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