BÜCHERBÖRSE

ESC: Warum Conchita ins Finale einzieht

ESC: Warum Conchita ins Finale einzieht (c) ORF/Thomas Ramstorfer

Ring frei. Österreichs Song-Contest-Hoffnung Conchita Wurst kämpft am Donnerstagabend um die letzten Tickets für das Finale des 59. Eurovision Song Contest am 10. Mai in Kopenhagen.

Das Jahr der Wurst

1957, Österreich nimmt erstmals am Eurovision Song Contest teil. Bob Martin landet mit seinem Beitrag „Wohin, kleines Pony?“ auf dem 10. und damals letzten Platz. Österreichs ESC-Geschichte ist seit jeher eine unrühmliche. Einziger Lichtblick: Udo Jürgens Sieg („Merci Chérie“), der diesem Land - à la Cordoba – nun schon jahrzehntelang als eine Art Rettungsring dient. So weit, so gut.

Dieses Jahr ist das Jahr der Wurst. Und die Wurst („Rise Like a Phoenix“) soll Österreich nun endlich wieder ins Finale katapultieren. Ganz weit nach vorne, bestenfalls. Warum Conchita ins Finale einziehen wird?

- Conchita polarisiert. In der Öffentlichkeit ist sie Kolumbianerin, privat hingegen nennt „sie“ sich Tom Neuwirth. Harte Kritik europaweit (Musiker Alf Poier und „das  künstlich hochgezüchtete Monster“ oder aber der russische Politiker Witali Milonwo, der sich um „spirituelles Verderben“ sorgt) trifft auf Solidaritätsbekundungen.

- Frau mit Bart. Ob unzähliger Paradiesvögel besticht der Eurovision Song Contest vor allem mit Monotonie. Das heißt 0815 Popsongs, Lichteffekte und mittelmäßig begabte Künstler. Eine Frau mit Bart hatte der ESC noch nie und die macht das Megaevent wieder um einen Tick interessanter. Bondesker Song inklusive.

- Europa liebt die Wurst. Über 400 Interviews soll Conchita Wurst bereits gegeben haben. Bei ihren Auftritten in Amsterdam, London und Co regnete es Lob.

- Als Zeichen der Toleranz. Nicht alle sind mit der Wahl des ORF, der die Kunstfigur ohne Vorentscheid als ESC-Kandidatin nominierte, zufrieden. Conchitas Einzug ins Finale soll deutlich machen, dass das moderne Europa wesentlich toleranter geworden ist. „Jeder soll sein Leben so leben dürfen, wie er es für richtig hält, solange niemand zu Schaden kommt“, predigt die Wurst höchstpersönlich auf ihrer Homepage.

- Die Buchmacher prophezeien es. Im Semifinale rechnet man unter 15 Teilnehmern mit dem 4. Platz. In der Gesamtreihung ergibt der Schnitt aus 18 Wettbüros Platz 8 für den diesjährigen, rot-weiß-roten Beitrag.

Was sagt ihr dazu, dass Conchita Wurst Österreich beim Song Contest vertreten wird?

Katja Lehner

Katja Lehner | Redakteurin

Studiert Rechtswissenschaften sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien

Katja.lehner@unimag.at

 

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