BÜCHERBÖRSE

Chaostruppe Bonaparte zurück mit neuem Album

"Bonaparte" - neues Album (c) Melissa Jundt
"Bonaparte" - neues Album

Release-Day: 30. Mai 2014 – seit heute steht das neue Album von Bonaparte in den CD-Regalen und auf den Downloadseiten zum direkten digitalen Konsum zur Verfügung. "Bonaparte" heißt das gute Stück und ist der vierte Streich der Krawallbrüder und -schwestern rund um Frontmann Tobias Jundt. Die Band setzt sich aus unterschiedlichen Charakteren aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. Die Mitglieder kommen aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich, Polen, Panama, Neuseeland Brasilien und der Schweiz – viele Leute, viele Musikrichtungen. Die Band und vor allem das neue Album ist ein Mix aus vielen verschiedenen Genres, angefangen bei Indie und Dance, bis hin zu Punk und Elektro ist fast alles auf der Platte vertreten.

Zwei Jahre lang hat die Band ihre Fans auf neuen Content warten lassen. Nun ist es soweit und das neue Album klingt groß und erfrischend. Jedoch ist die Band ihrem Bonaparte-Sound treu geblieben. Opener ist der Song "1-800", der rein instrumental aufbereitet ist. Quietschende Gitarren, eingängige Drums und der unverkennbare Stil der Gruppe versprechen einiges und machen Lust auf mehr.

"I Wanna Sue Someone" beginnt schnell und voller Energie. Der eingängige Refrain leitet direkt beim ersten Hören schon zum Mitsingen an. Ein Featuring beinhaltet das Album auch. "Me So Selfie" heißt das dritte Lied und ist eine musikalische Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Musiker und Songwriter Tim Fite. Die tiefe Stimme des Gastsängers passt sich perfekt in den Song ein und harmoniert mit dem Gesang von Tobi Jundt. Wenn beide gleichzeitig singen, klingt diese Mischung so, als hätten die beiden schon Jahre lang zusammen gesungen – perfect match!

Als nächstes ertönt "Two Girls", der vierte Track des neuen Albums. Mit schnellen Beats beginnt der Song mit den Worten "Haters gonna hate, waiters gonna wait, fakers gonna fake …". Beim Refrain wird der Track sehr rockig und Jundt singt "I'm in love with two girls." Ob Tobias selbst einmal in diesem Dilemma steckte? Im dazugehörigen Video wird der Sänger von zwei Damen durch das texanische Unterholz gejagt. Mit seinen pink gefärbten Haaren fällt der Herr überall auf und die Flucht gelingt ihm nicht. Ende des Videos ist schrilles und wildes Tanzen zu sehr verzerrtem Sound auf irgendeinem Festivalgelände mit vielen verrückten Menschen.

Das Album klingt gewohnt nach dem Punk-Elektro-Bonaparte-Sound. Dennoch sticht ein Song sehr heraus – "Into The Wild". Ruhige Melodien und sehr nachdenkliche Worte kommen aus Jundts Feder. Nach den ersten paar Tönen hat einen der Song gepackt. Die wunderbaren Textzeilen "Cut a wire, be a bird. Shoot the messenger before he can say a word. We have nothing left to keep quiet about. We have nothing left and share everything." gehen direkt unter die Haut. Dieses Lied war die erste Veröffentlichung des neuen Albums inklusive Video, welches in den nächtlichen Straßen von Shanghai aufgenommen wurde.

Weiter geht es mit "Riot In My Heart", anfangs sehr minimalistisch und ruhig. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Gitarrensturm. Beim Refrain bricht der Song aus und macht dem Titel des Songs alle Ehre – kraftvoll, laut, Punk! Der besondere Sound der Gruppe kommt beim Stück "Wash Your Tighs" wieder zur Geltung. Die gesprochenen Worte von Frontmann Tobias Jundt klingen unterhaltend und gleichzeitig bedrohlich. Der Sound des Liedes lässt sich nicht ganz einordnen. Schlagzeug, irgendwas Verzerrtes dazwischen und dröhnende Effekte machen das Lied zu was ganz Eigenem. Hierzu gibt es ebenfalls ein Video, das auch im Ausland, nämlich in Havanna gedreht wurde.

Der Song "Out Of Control" beginnt mit Streichern und geht dann in völliges Gitarren-, Schlagzeug- und Textchaos über. Den Außer-Kontrolle-Eindruck hat man als Hörer dieses Songs sofort und ist wohl auch so etwas wie das inoffizielle Motto der Band – das passt doch!

"Yes Dear You're Right I'm Sorry" sind die ersten Worte des nächsten gleichnamigen Liedes. Gewohnt schnell, gewohnt rockig kommt das Stück mit punkigen Elementen im Refrain um die Ecke. Tanzen und gute Laune sind bei diesem Lied positive Nebeneffekte und vorprogrammiert. Beim nächsten Lied bekommt man beim Lesen des Titels schon ein Grinsen ins Gesicht – "May The Best Sperm Win". Trotz des speziellen Titels klingt der Song frisch und sehr nach Sommer und ist vor allem ideal für lange und sommerliche Nächte.

"Laut An Umlaut in English" klingt sehr melodisch und wieder etwas ruhiger. Die Platte endet schließlich mit "If We Lived Here", einem Song, der Retroelemente und nette gesprochene Textzeilen vereint, wie zum Beispiel "A perfect day, we should start a tradition".

Das neue Album der Band Bonaparte klingt gewohnt verrückt, punkig, rockig mit vielen Elektroeinflüssen und witzigen Texten. Wer die Band live erleben möchte, hat die Möglichkeit, die Chaosgruppe auf dem einen oder anderen Festival zu sehen. Die Liveauftritte der Gruppe sind legendär, erinnern an eine Zirkusshow mit verkleideten Menschen, verrückten Einlagen und jede Menge Überraschungen.

BONAPARTE – "BONAPARTE"
UNIMAG-Rating: vier von fünf
Genre: Rock/Punk/Elektro/Dance
Label: Warner Music
VÖ: 30.05.2014

Album Tracklist

1. 1-800
2. I Wanna Sue Someone
3. Me So Selfie
4. Two Girls
5. Into The Wild
6. Riot In My Head
7. Wash Your Thighs
8. Out Of Control
9. Yes Dear You’re Right I’m Sorry
10. May The Best Sperm Win
11. Like An Umlaut In English
12. If We Lived Here

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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