BÜCHERBÖRSE

10 Jahre Nova Rock – Highlights von Tag 1

CASPER live am Nova Rock Festival © Petra Püngüntzky
CASPER live am Nova Rock Festival

Das war er also - der Auftakt zum 10. Nova Rock Festival, der vergleichsweise ruhig verlief. Vor der Blue und der Red Stage fanden sich nämlich tagsüber nur wenige Besucher zusammen. Vielleicht lag es ja am sommerlichen Wetter, das reichlich Sonne zeigte, aber dennoch ein angenehmes Lüftchen wehen ließ, oder doch am mäßigen Tages-Line-Up? Hoffentlich wird den Nachmittagsacts der kommenden Tage etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Das täte der Stimmung nämlich ganz gut.

Für mich ging es bereits um 15 Uhr zur Blue Stage, wo CRAZY TOWN - ja, die "Butterfly"-Typen gibt es noch - ein Set zum Besten gaben, das sich irgendwo zwischen Rap und HipHop, Rock und Pop bewegte. Im Publikum wollte dabei noch nicht so wirklich Stimmung aufkommen. Ob es womöglich an den ernsten und verkrampften Blicken von Leadsänger Shifty Shellshock lag? Zumindest für "Butterfly" wurde dann doch kräftig gejubelt.

Anschließend stand die Post-Hardcore-Band The Used auf dem Programm, die ebenfalls auf der Blue Stage anzutreffen war. Mein Teenager-Ich hat sich über diesen Auftritt besonders gefreut, war ich doch immer ein großer Fan. Vor allem bei Sänger Bert McCrackens außergewöhnlicher Stimme und seinen verrückten Mimiken machte es Spaß zuzuhören und zuzusehen.

Partystimmung kam zum ersten Mal bei Irie Révoltés auf. Obwohl es der erste Auftritt der neunköpfigen Energiebündel am Nova Rock Festival war, zogen sie das Publikum sofort in ihren Bann. Nicht schlecht! Außerdem lieferten sie die nötige Abwechslung, bevor die südafrikanische Band Seether auf die Bühne kam. Diese lieferten eine solide und gute Show ab. Interessant war, dass Sänger Shaun Morgan, der im Übrigen eine Stimme zum Dahinschmelzen hat, auf der Bühne Räucherstäbchen angezündet hatte.

Als Nächstes war der deutschsprachige Rapper Casper an der Reihe, der auf dem ersten Blick gar nichts auf einem Rock-Festival zu suchen hatte. Doch er konnte das skeptische Publikum nach nur wenigen Tönen eines Besseren belehren, denn mit seinen Hits wie "So perfekt", "Der Druck steigt" oder "Mittelfinger hoch" hatte er die Menge, die sich mittlerweile vor der Blue Stage versammelt hat, voll im Griff. Und so warfen die Festivalbesucher auf Kommando ihre Hände in die Höhe, sprangen im Takt oder zeigten ihre Mittelfinger. Absolut großartig!

Limp Bizkit hatten es nach so einem bombastischen Auftritt schwer, das Niveau zu halten. Doch obwohl Frontman Fred Durst weitaus weniger auf der Bühne herumhüpfte, konnte er vor allem mit einem Hit-Feuerwerk dienen. Ob "Rollin'", "My Generation", "My Way", "Nookie" oder doch "Faith" - die Menge tobte und ich fühlte mich ein bisschen in die 90er- und 00er-Jahre zurückversetzt. Ein optischer Hingucker war natürlich wieder einmal Gitarrist Wes Borland, der diesmal komplett schwarz lackiert erschien. Und dann gab es auch noch eine Premiere, denn die wilden Jungs von Steel Panther teilten sich für einen Song mit Limp Bizkit die Bühne.

Als großer Headliner des Abends hatten sich The Prodigy angekündigt, die mit ihrem ganz eigenen elektronischen Stil, der auch Strömungen aus Drum'n'Bass und Jungle enthält, wie schon so oft auf der Blue Stage einheizten. Auch wenn mir die ausflippende Menge vor der Bühne, die Unmengen an Staub aufwirbelte, nicht zustimmen wird, bedeuten The Prodigy für mich nur eins: Zu oft gesehen, irgendwie immer dasselbe. Toppen konnten sie die Auftritte von Casper und Limp Bizkit bei weitem nicht.

Nun heißt es für mich wieder ab auf's Gelände, wo unter anderem Samy DeluxeTrivium, Iron MaidenMando Diao, Seeed und The Hoff höchstpersönlich zu sehen sein werden.

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Bilder: Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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