BÜCHERBÖRSE

10 Jahre Nova Rock – Highlights von Tag 2

David Hasselhoff live am Nova Rock Festival © Petra Püngüntzky
David Hasselhoff live am Nova Rock Festival

Tag 2 brach mit sehr wechselhaftem Wetter an - mal gab's strahlenden Sonnenschein, dann wieder starke Windböen und am frühen Nachmittag sogar kurze Regenschauer, bis die Sonne wieder langsam hervorkam. Im Vergleich zum Vortag war vor den beiden Hauptbühnen von Anfang an viel mehr los. So gehört sich das! Da machen die Auftritte der Bands gleich viel mehr Spaß.

Schon um 14:20 Uhr habe ich mich bei der Red Stage eingefunden, wo im Unterschied zur rockigen Blue Stage HipHop und Reggae angesagt waren. Die Uhrzeit ist mir deshalb so gut im Gedächtnis geblieben, weil K.I.Z. immer wieder betonten, es nach 14 Jahren Bandgeschichte endlich geschafft zu haben, einen so tollen Slot (Achtung: Ironie!) am Nova Rock Festival bekommen zu haben. Das Trio blödelte auf der Bühne herum, begoss sich mit Champagner und brachte die Menge zum Beben. Kurze Zeit später verabschiedeten sie sich auch schon wieder mit den Worten: "Wir waren der Hammer und ihr seid ganz schön viele für 14:20 Uhr."

Im Anschluss war Samy Deluxe an der Reihe, bei dem es zwar weniger Action auf der Bühne zu bestaunen gab, der aber mit einem Zusammenspiel aus tiefgründigen Texten, packenden Beats und eingängigen Melodien das Publikum auf seiner Seite hatte. Während dann Mono & Nikitaman die entspannte Atmosphäre auf der Red Stage fortsetzten, ging es auf der Blue Stage bei Trivium um einiges härter zu. Als Stammgäste am Nova Rock Festival lockten sie viele Festivalbesucher zum Abrocken vor die Bühne. All jene, die dabei waren, können sich glücklich schätzen, denn Sänger und Gesichtsakrobat Matthew Heafy betonte gleich zu Anfang, dass dies ihr vorerst letztes Konzert in Österreich wäre.

Mit Stu Larsen stand am Red Bull Brandwagen ein Künstler auf dem Programm, der sich selbst wohl noch nie so fehl am Platz fühlte wie auf diesem Festival. Nur mit seiner Akustikgitarre bewaffnet wagte sich der Singer-Songwriter auf die Bühne und gab ein zauberhaftes Set zum Besten, das neben den sonst so lauten Tönen einen wahren Ohrenschmaus bot. Der Australier mit der warmen Stimme wusste selbst mit betrunkenen Zwischenansagen charmant umzugehen. Besondere Highlights waren "King Street", seine neue Single "Thirteen Sad Farewells" und ein Coldplay-Cover zu "Fix You". Definitiv ein zu wenig wertgeschätzter Musiker am diesjährigen Nova Rock Festival!

Auf der Red Stage wurde es mit Awolnation das erste Mal ein bisschen lauter. Sänger Aaron Bruno hüpfte und tanzte wild über die Bühne und steckte mit seiner Energie auch das Publikum an, das vor allem Hits wie "People", "Not Your Fault" und "Sail" abfeierte. Bevor es mit einem Auftritt von Sunrise Avenue weiterging, wurden in den ersten Reihen schon Sprechchöre für Samu Haber, dem Sänger der Schmuseband, angestimmt. Für meinen Geschmack wirkte die Show etwas zu künstlich und aufgesetzt. Nicht einmal anfängliche Tonprobleme brachten Spontaneität.

Den augenscheinlichen Fixtermin am zweiten Festivaltag stellten Iron Maiden dar, die unzählige Rock-Fans anlockten und nur wenig Mühe hatten, das Publikum zu begeistern, waren doch viele Tageskartenbesitzer nur wegen ihnen auf das Festival gefahren. Gleichzeitig sorgten die Schweden Mando Diao auf der Red Stage für einen sehr fraglichen Auftritt. Bevor sie nämlich mit ihrem Set begannen, richtete Gustaf Norén einleitende Worte an ihren verstorbenen Freund Kristian Gidlund (Sugarplum Fairy), der vor einem Jahr den Kampf gegen Krebs verlor. Was so rührend klingt, wurde aber recht schnell unangenehm, als er davon sprach, seither in ein anderes Universum eingetreten zu sein, aus dem Björn Dixgård und er nicht mehr zurückkommen werden. Dazu ihre schwarzen Overalls als Bühnenoutfits - Björn mit fetter Goldkette dazu, Gustaf mit Rucksack unter seinem Einteiler. Auch musikalisch kam das neue "Aelita"-Material überhaupt nicht beim Publikum an, lediglich alte Nummern wie "Down In The Past", "Dance With Somebody" oder "Long Before Rock'n'Roll" ließen in den dünn besetzten Reihen ein wenig Stimmung aufkommen. Zwar insgesamt ein solider Auftritt, aber zwischendurch doch viel zu abgespacet.

Zu guter Letzt begann der als "Special Late Night 80s"-Show angekündigte Wahnsinn. Schon den ganzen Tag über kündigte Hoffs K.I.T.T. die Ankunft der Knight-Rider- und Baywatch-TV-Legende an. Anfangs ließen die schiefen Töne Schreckliches vermuten, doch als es dann zu den großen Hits "Crazy For You", "A Real Good Feeling", "Looking For Freedom" oder dem Baywatch-Themesong kam, war die Stimmung so am Überkochen, dass der ein oder andere gesangliche Patzer auch nichts mehr ausmachte. David Hasselhoff bewies sogar Humor, als er das Video zu "Hooked on a Feeling" als das schlechteste Musikvideo aller Zeiten betitelte - das kommt sogar hin. Die Show war so trashy, dass sie schon wieder großartig war!

Am dritten Tag des Nova Rock Festivals erwarten uns auf der Blue und Red Stage unter anderem Bad Religion, Fettes BrotAvenged SevenfoldSoundgarden und Black Sabbath!

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Bilder: Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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