BÜCHERBÖRSE

10 Jahre Nova Rock – Highlights von Tag 3

Rob Zombie live am Nova Rock Festival © Petra Püngüntzky
Rob Zombie live am Nova Rock Festival

Während des langen Fußmarsches zum Nova Rock Gelände kamen einem am Sonntag schon am frühen Nachmittag scharenweise schwerbepackte Festivalbesucher entgegen, die ihre Zeltausrüstung in den Autos verstauen wollten, um rechtzeitig nach dem letzten Konzert ihre Heimreise antreten zu können. Von Aufbruchsstimmung war vor den Bühnen aber noch nichts zu spüren. Nach den musikalischen Genre-Ausflügen der vergangenen Tage konnte der dritte und letzte Festivaltag vor allem durch seine harten Sounds punkten.

Der Finaltag wurde bereits ziemlich laut durch die Metalcore-Band Miss May I eingeläutet. Direkt im Anschluss stürmten Arch Enemy mit ihrer neuen Lead-Sängerin Alissa White-Gluz (ehemals The Agonist) die Blue Stage, die sich schon perfekt in die Band einfügen konnte, obwohl der Ausstieg von Angela Gossow erst am 17. März 2014 bekannt gegeben wurde. Dass White-Gluz ein würdiger Neuzugang ist, konnte sie mit diesem energiegeladenen Auftritt, bei dem sie ihr blaugrünes Haar häufig durch die Luft wirbelte, zweifelsohne beweisen.

Es folgte ein Bühnenwechsel, denn auf der Red Stage waren Bad Religion mit ihrer Show an der Reihe. Die Urväter des Punkrock rund um Greg Graffin hatten es durch ihren frühen Slot zwar anfangs nicht leicht, die Menge mitzureißen, konnten dann aber doch durch eine starke Setlist mit Hits wie "21st Century (Digital Boy)" oder "Punk Rock Song" überzeugen. Auch mit Dropkick Murphys und The Offspring ging es auf der roten Bühne punkig weiter. Zwischen den beiden letztgenannten Acts sorgten aber noch die HipHopper Fettes Brot für ein nettes Kontrastprogramm. Von "Jein" über "Emanuela" und "An Tagen wie diesen" bis hin zu "Bettina, zieh dir bitte etwas an" waren all ihre Hits dabei und sorgten bei gutem Wetter für ausgelassene Mitgröhl-Stimmung.

Für mich ging es dann wieder zurück zur Blue Stage, wo der Meister des Horrors Rob Zombie schon alleine mit seiner Gruselshow-Bühnendekoration und Nosferatu-Mikrofonständern zu beeindrucken wusste. Auch die Outfits von ihm und seinen Monster-Musikern hatten etwas Furchteinflößendes und doch so Faszinierendes an sich. Und mit seinen Industrial-Metal-Songs lieferte er auch musikalisch einen großartigen Auftritt ab. Leider wurde der Grusel-Faktor aber durch das Tageslicht etwas abgeschwächt.

Bevor es Zeit für die großen Headliner wurde, versuchten Avenged Sevenfold, dem Publikum mit einer Feuer- und Flammenshow ordentlich einzuheizen. Bei mir hat das leider nicht so ganz funktioniert. Für besonders warme Momente sorgten dann schon eher Soundgarden auf der Red Stage, denn bei der großartigen Stimme von Mastermind Chris Cornell kann man eigentlich nur dahinschmelzen. Die Grunge-Legenden, die erst vor vier Jahren wieder zusammengefunden haben, brauchten im Vergleich zu den vorangegangenen Acts keine spektakuläre Bühnenshow, um zu meinem persönlichen Highlight des dritten Festivaltages zu werden. Da reichte es schon vollkommen, bei "Black Hole Sun", "Spoonman" oder "Superunknown" einfach mal die Augen zu schließen und den Moment zu genießen.

Zum großen Finale des 10. Nova Rock Festivals gaben sich die britischen Urväter des Heavy Metal Black Sabbath auf der Blue Stage die Ehre. Unfassbar viele Menschen versammelten sich vor der Bühne, was vermutlich unter anderem daran lag, dass zeitgleich kein anderer Künstler mehr auftrat. Frontmann Ozzy Osbourne lief gewohnt verwirrt auf der Bühne umher und richtete immer wieder animierende Worte an das Publikum, um die Stimmung weiter anzuheizen. Man merkte schnell, dass Black Sabbath nach all den Jahren im Showgeschäft einfach wissen, wie man die Massen begeistern kann. Kracher wie "War Pigs", "Into The Void", "Black Sabbath" oder "Snowblind" folgten bei ihrer Setlist Schlag auf Schlag, nur war das alles einfach keine Wohltat für die Ohren. Ozzys schrille und metallische Stimme weinte so vor sich hin, bis nach knapp eineinhalb Stunden auch schon das Abschlussfeuerwerk einsetzte und die zehnte Auflage des Nova Rock Festivals offiziell für beendet erklärt wurde.

Kaum ist das Festival vorbei, ist auch schon der Termin für 2015 bekannt: Nächstes Jahr wird das Nova Rock Festival von 12. bis 14. Juni stattfinden. Wir sehen uns dann dort!

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Bilder: Petra Püngüntzky

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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