BÜCHERBÖRSE

"The Hunting Party" von Linkin Park kann so einiges

Linkin Park - "The Hunting Party" (c) Warner Music
Linkin Park - "The Hunting Party"

Die langerwartete und neue Platte von den Jungs von Linkin Park steht endlich in den Plattenläden. Seit Freitag, 13. Juni 2014 ist „The Hunting Party“ erhältlich und begeistert die Fangemeinde.

Die im Jahr 1996 gegründete Band aus Kalifornien ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Nu-Metal/Alternative/Rock/Crossover-Bands der heutigen Zeit. Unzählige Hits, mehrere Auszeichnungen und eine Fangemeinde, die Ihresgleichen sucht kommen auf das Konto der Jungs. Chester Bennington (Gesang), Mike Shinoda (Rap/Gitarre/Keyboard), Brad Delson (Leadgitarrist), David Farrell (Bass), Rob Bourdon (Schlagzeug) und Joseph Hahn (DJ) schusterten einen Longplayer zusammen, der locker mit den älteren Alben mithalten kann.

Das aktuelle und mittlerweile sechste Studioalbum der Band klingt wieder härter und erinnert an die Anfangszeiten der Gruppe, worüber sich sehr viele Fans freuen, denn wer erinnert sich nicht an die Hymnen, wie "One Step Closer" oder "In The End" aus den frühen 2000er Jahren? Die Songs dieses Albums sind weniger elektronisch und gehen wieder mehr in Richtung Metal und Alternative Rock.

"No control, no surprise", mit diesen Worten geht das erste Stück "Keys To The Kingdom" los. Chesters verzerrte Stimme zu Beginn des Songs erinnert schon beim ersten Mal hören an frühere Zeiten. Die Drums setzen ein und Chesters geschriene Worte lassen beinahe die Boxen explodieren. Sehr kraftvolle Gitarrenparts, Screamelemente und ein schön gesungener Refrain wechseln sich schnell ab. Von diesem ersten Song an weiß man beim Hören schon genau, dass Linkin Park wieder sowas von zurück sind und das auch besser, als in den letzten Jahren. Das erste Featuring findet man bereits beim zweiten Song "All For Nothing". Page Hamilton, us-amerikanischer Rocksänger hilft beim Refrain aus. Durch diese Unterstützung und den gemeinsamen gesungenen Stellen mit Chester und den Rap-Elementen von Mike ist dieser Song einer der abwechslungsreichsten Stücke der Platte. "Guilty All The Same" ist den meisten Linkin Park Fans schon bekannt. Dieses Lied war die erste Singleauskopplung des aktuellen Albums und ist eine weitere Kollaboration und zwar mit dem us-amerikanischen Rapper Rakim. Der Song fängt mit dreckig klingenden Garagenrock-Gitarren an und fängt sich dann ab der ersten Strophe in einer eingängigen Melodie und endet wieder mit Chesters kraftvollem Organ. Interlude-Track "The Summoning" kommt anschließend an vierter Stelle. Mit "War" geht es weiter, einer sehr schnellen, etwas punkigen Nummer mit hervorragendem Pogo-Charakter. An sechster Stelle findet sich das Lied "Wastelands" wieder, das auch schon vorab veröffentlicht wurde. Der Song fängt mit Rapgesang von Mike Shinoda an und kleidet sich, wie bekannt für Linkin Park, im Refrain in ein rockiges Metal-Gewand. Die zweite und aktuelle Single "Until It’s Gone" ist das nächste Stück. "Cause you don’t know what you’ve got, until it’s gone" trällert Leadsänger Bennington im Refrain vor sich hin. Irgendwie kommt dieser Song nicht so ganz an die anderen Nummern vom Album ran, was vermutlich an den eher oberflächlichen Lyrics und am gewöhnlichen und schwachen Refrain liegt.

Viel Abwechslung

Das achte Stück "Rebellion" wurde den Fans auch schon vorab geliefert und ist eine Zusammenarbeit mit Daron Malakian, us-amerikanischer Sänger und Gitarrist. Das Lied sticht wiederum durch viele verschiedene Einflüsse heraus. Sehr schnelle und harte Gitarrenriffs wechseln sich mit elektronischen Elementen und Gesang schon von Anfang an ab. Der nächste Track "Mark The Graves" hat ein sehr langes Intro und überrascht dann mit eher ruhigem Gesang, wobei der Song vorher etwas mehr verspricht. Zum Schluss hin wird das Lied nochmals etwas fetziger, aber leider reißt es das nicht  mehr raus. Rein instrumental kommt "Drawbar" als nächster Track um die Ecke und sorgt für eine schöne Abwechslung zwischendrin. Der vorletzte Track "Final Masquerade" klingt eher nach der letzten Platte "Living Things" aus dem Jahr 2012 und überzeugt dadurch nicht wirklich. Der Longplayer endet mit dem Track "A Line In The Sand". Sehr ruhig geht der Song los mit schön gesungenen und eingängigen Zeilen von Mike, bis später Drums und Gitarren einsetzen und das Lied in eine andere Stimmung wechselt. Jedoch bleibt der gesungene Part ruhig, was diesen Song ziemlich besonders macht. Schließlich setzt doch noch Chester mit seiner einzigartigen Stimme ein und dadurch bricht das Lied nochmal um und dabei wird so ziemlich alles vereint, was diese Band so einzigartig macht.

Mit diesem Album haben die sechs Jungs von Linkin Park es geschafft, ihren Sound wieder zu finden, für den sie ihre Fans so lieben. "Back to the roots" nennt man das doch, was hierbei tatsächlich bei fast allen Songs zutrifft, zum Glück!

LINKIN PARK – „THE HUNTING  PARTY“
UNIMAG-Rating: vier von fünf Punkten
Genre: Nu-Metal/Alternative/Hardrock/Crossover
Label: Warner
VÖ: 13. Juni 2014

Album Tracklist

1. Keys To The Kingdom
2. All For Nothing (feat. Page Hamilton)
3. Guilty All The Same (feat. Rakim)
4. The Summoning
5. War
6. Wastelands
7. Until It’s Gone
8. Rebellion (feat. Daron Malakian)
9. Mark The Graves
10. Drawbar (feat. Tom Morello)
11. Final Masquerade
12. A Line In The Sand

Michael Haller

Musikredakteur

michael.haller@unimag.at

Instagram: michaelhllr

bei UNIMAG seit Oktober 2013

 

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