BÜCHERBÖRSE

Southside Festival 2014 - Das war Tag 3

Southside Festival 2014 - Das war Tag 3 (c) Petra Püngüntzky

Drei Tage Dauerparty gingen gestern zu Ende. Der finale Festivaltag stand Freitag und Samstag allerdings in nichts nach. Ganz im Gegenteil: Passend zum Sommerbeginn gab's strahlenden Sonnenschein – erste Sonnenbrände ließen nicht lange auf sich warten – und auch die Bands und Solokünstler konnten noch letzte Energien aus dem Publikum am Southside Festival herauskitzeln, bevor viele bereits ihre Heimreise antraten.

Den Anfang machten die deutschen HipHopper Fünf Sterne Deluxe auf der Blue Stage. Nachdem es sehr viele Jahre ruhig um die Gruppe geworden war, waren "die Leude" umso begeisterter über ihren kurzen Besuch am Southside Festival. Schön anzuhören und auch ganz nett anzusehen waren Bastille, die mit Songs ihres Albums "Bad Blood" die Massen anlockten. Mit einem Cover zu "Of The Night" und ihrem Hit "Pompeii", bei dem sie To Kill A King auf die Bühne holten, war die gute Laune schließlich an ihrem Höhepunkt angelangt.

Etwas härter ging es indes auf der Green Stage zu, wo unter anderem Zebrahead und Donots die Menge zum Ausflippen brachten. Zweitere nahmen das Southside Festival zum Anlass, ihr 20-jähriges Band-Jubiläum gebührend zu feiern. Für ihren allerletzten Song "So Long" holten sie den einzig wahren Chuck Ragan, Sänger von Hot Water Music, auf die Bühne, der eigentlich parallel zu den Donots auf der White Stage spielte, der aber sofort nach seinem Konzert zur Green Stage eilte, um gemeinsam mit Ingo Knollmann zu performen.

Magisch ging es dann bei CHVRCHES weiter, die mit ihrem Album "The Bones Of What You Believe" eine der vielversprechendsten Platten des vorigen Jahres lieferten und auch live eine ziemlich beeindruckende Show hinlegten, bei der nicht nur der dröhnende Bass sondern auch die ausgelassen tanzenden Menschen die Halle zum Beben brachten.

Was die Donots am Nachmittag stellenweise zu viel laberten, vernachlässigten die Pixies am frühen Abend auf der Blue Stage. Nicht einmal zur Verabschiedung gab es dankende Worte für das Southside Publikum, sondern nur Verbeugungen, die so etwas wie Dank vermuten ließen. Davor wurde ziemlich antriebslos eine Nummer nach der anderen gespielt, dementsprechend wenig Zuspruch fanden sie bei den Festivalbesuchern, die erst beim Klassiker "Where Is My Mind" (bekannt aus Fight Club) zurückhaltende Gesangschöre anstimmten. Mitreißender und lebhafter gestaltete sich hingegen das Set von Interpol, die mit vielen neuen Songs die Vorfreude auf ihr im September erscheinendes Album "El Pintor" steigerten.

Direkt im Anschluss waren schließlich Kraftklub mit einer Mega-Performance an der Reihe. Vor zwei Jahren schon drohte aufgrund des riesigen Andrangs das Zelt der Red Stage aus allen Nähten zu platzen und auch diesmal hatte man vor der Green Stage (zum Glück war die Open Air) das Gefühl, dass ausnahmslos alle Festivalbesucher sich vor dieser einen Bühne versammelt haben, um sich das Spektakel live anzusehen. Und dass diese Entscheidung niemand bereuen konnte, stand dann auch recht schnell fest. Nicht nur holten sie Musikerkollegen wie K.I.Z. für einen Song auf die Bühne, auch Casper, der am Vortag schon seinen bombastischen Auftritt am Southside Festival hatte, ließ sich kurz blicken. Hervorragende Nachrichten gab's obendrein noch: Das neue Kraftklub-Album "In Schwarz" soll noch in diesem Jahr - genauer gesagt am 12. September - erscheinen. Eine ausgiebige Tour folgt dann ab Oktober.

Mit diesem Auftritt stahlen die fünf jungen Herren den eigentlichen Headlinern der vier Bühnen Lily Allen, Volbeat, Bring Me The Horizon und Moonbootica ganz klar die Show. Alles in allem ein Festivalabschluss, wie er besser nicht hätte sein können. Auch die 15. Ausgabe des Southside Festivals in Neuhausen ob Eck kann wieder als voller Erfolg verbucht werden - fettes Line-Up, traumhaftes Wetter und beste Festivalmenschen.

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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