BÜCHERBÖRSE

FM4 Frequency Festival 2014 - Das war Tag 1

Selfie-Time mit Macklemore am FM4 Frequency Festival © Petra Püngüntzky
Selfie-Time mit Macklemore am FM4 Frequency Festival

Bereits am Anreisetag wurde heuer die Space Stage in Gang gesetzt: Olympique, Conor Oberst, Biffy ClyroBastille und Macklemore & Ryan Lewis eröffneten bei strömendem Regen das FM4 Frequency Festival 2014.

Der Beginn des Festivals stand allerdings unter keinem guten Stern: Gegen Mittag machte die Mitteilung die Runde, dass Opening Act Chlöe Howl kurzfristig absagen musste. Halb so schlimm, immerhin sprang mit Olympique eine würdige Ersatzband ein. Leider fand der Auftritt der Österreicher aber fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die meisten Besucher waren um diese Uhrzeit wohl entweder noch damit beschäftigt, ihre Zelte aufzubauen oder sich draußen anzustellen, um die Tickets gegen die begehrten Festival-Bänder einzutauschen.

Etwas seltsam war auch die Publikumsmenge beim anschließenden Auftritt von Conor Oberst. Der Wavebreaker war fast leer, außer einer Hand voll Leute wurde niemand hineingelassen. Conor Oberst fand das zwar offensichtlich ebenfalls etwas irritierend, legte aber trotzdem einen souveränen und mitreißenden Auftritt hin. Der langsam aufkommende heftige Wind passt zwar zu Oberst’s verträumter, melancholischer und manchmal stürmischer Musik, verhieß aber trotzdem nichts Gutes, war er doch der Vorbote für stundenlange Regenschauer.

Kurz vor dem Auftritt von Biffy Clyro wurden dann endlich Zuschauer in den Wavebreaker gelassen. Hunderte Menschen stürmten plötzlich nach vorne, um den Schotten möglichst nahe kommen zu können. Sänger Simon Neil trug sein typisches Bühnenoutfit: oben ohne, dafür aber neuerdings mit Vollbart und langen Zottelhaaren. 2014 veröffentlichten Biffy Clyro ihr neuestes Werk "Similarities", der Auftritt am FM4 Frequency Festival war aber eher eine Art Best-Of als eine Vorstellung des neuesten Albums. Den Reaktionen des Publikums nach zu urteilen, war dies auch die richtige Entscheidung. Die Mischung als altem und neuem Material erwies sich als perfekt.

Der nachfolgende Auftritt von Bastille war hingegen eine einzige Enttäuschung: Zu einstudiert wirkten die Bewegungen von Sänger Dan Smith. Rein optisch erinnert er an den typischen Boy Next Door – leider sind auch sein Charisma und seine Präsenz eher die eines Boys Next Door als die eines Pop-, geschweige denn Rock-Stars. Auch die Songs der britischen Newcomer verschwammen schon nach wenigen Nummern zu einem nicht endenwollenden Einheitsbrei. Einzig Hits wie "Pompeii", "Things We Lost In The Fire" oder die gar nicht mal so schlechte Cover-Version von "The Rhythm Of The Night" brachten etwas Abwechslung in das Set.

Danach war es für die Headliner Macklemore & Ryan Lewis an der Zeit, die Bühne zu entern. Das Publikum war bereits heiß auf die beiden Amerikaner, schließlich musste man sich bei den kalten Temperaturen und dem immer wieder einsetzenden Regen irgendwie warm halten. Macklemore & Ryan Lewis sollten den Soundtrack dafür liefern, um die Kälte wegzutanzen. Genau das taten die beiden Hip Hopper auch, unterstützt wurden sie dabei von ständigem Konfetti- und Luftschlagen-Regen, Fontänen und noch dem einen oder anderen Special-Effekt, den man auch anderswo bereits 1000 Mal gesehen hat. Stimmungskiller Nr.1 waren aber eindeutig die unglaublich langen Ansagen von Macklemore – man hatte teilweise das Gefühl, dass er seine gesamte Lebensgeschichte und noch mehr erzählen möchte. Gespickt wurde das Ganze natürlich mit typischen Pop-Star-Erkenntnissen wie: ÖsterreicherInnen sind so wunderschön, ich habe heute schon Schnitzel gegessen, ihr produziert in Österreich so gute Würstchen. Jaja, wers glaubt. Während ihres Auftritts hätte man auch denken können, man befände sich gerade auf dem Donauinselfest vor der Ö3-Bühne: Musik passt, Publikum passt, Essensstandln passen, musikalische Dauerbeschallung von allen möglichen Ständen, an denen man auf dem Weg nach draußen vorbeigeht, passen auch.

Alles in allem also ein guter erster Tag des FM4 Frequency Festivals 2014, der aber noch viel Luft nach oben lässt. Wir berichten natürlich auch wieder vom zweiten Tag des Festivals. Am Programm stehen unter anderem The Neighbourhood, Tom OdellMilky ChanceWoodkidBlink 182 und Snoop Dogg aka Snoop Lion!

Bilder: © Petra Püngüntzky

Elisabeth Voglsam

Ressortleiterin Musik & Events
Fotografin & Redakteurin

Twitter: @EVoglsam
Instagram: vogigram_vie

elisabeth.voglsam (ät) unimag.at

bei UNIMAG seit: September 2012

Webseite: www.flickr.com/photos/lilacsky
 

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