BÜCHERBÖRSE

Pharrell Williams & seine Baes im Konfettiregen

Pharrell Williams & seine Baes im Konfettiregen (c) Shawn Ahmed / thebullpen (CC BY)

Im Rahmen seiner "Dear G I R L"-Tour legte Sänger, Songwriter und Produzent Pharrell Williams gemeinsam mit seinem Schützling Cris Cab und der talentierten Foxes einen Zwischenstopp in der Wiener Marx Halle ein. Während die britische Popsängerin noch für erfrischenden Support sorgte, konnte uns die Show des 41-jährigen Weltstars leider gar nicht vom Hocker reißen.

Nach einem kurzen Warm-Up von Cris Cab war die Britin Foxes alias Louisa Rose Allen an der Reihe, ihr Österreich-Debüt zu bestreiten. Pharrell Williams wurde auf die 25-jährige Sängerin aufmerksam, als diese in der BBC Radio 1 Live Lounge eine einzigartige Coverversion seines Dauerbrenners "Happy" performte, und war so begeistert davon, dass er sie kurzerhand als Tour-Support einlud. Eine hervorragende Entscheidung! Auch wenn der Sound in der Rinderhalle sehr zu wünschen übrig ließ, konnte uns Foxes mit eingängigen Popmelodien ihres Erstlingswerkes "Glorious" überzeugen.

Pünktlich um 21 Uhr betrat schließlich Pharrell Williams mit seinen Baes (= Unwort des Abends für seine weiblichen Tänzerinnen) die Bühne und ließ sich zuerst einmal von seinen österreichischen Fans feiern, bis er mit Tracks seines aktuellen Studioalbums "GIRL" loslegte. Doch so wirklich mitreißen wollten uns "Come Get It Bae", "Hunter" und "Marilyn Monroe" nicht, was wohl mitunter an der grauenhaften Akustik in der Halle lag. Erwähnenswert sind lediglich die Cartoon-Visuals, die psychedelisch und farbenfroh über eine Videowall abgespielt wurden und perfekt zu den Nummern passten.

Eine kurze Zeitreise

Erst als Pharrell Williams eine Zeitreise zum Anfang seiner Karriere unternahm, wo er gemeinsam mit Partner Chad Hugo als The Neptunes Songs wie "Hot In Herre" von Nelly, "Slave For You" von Britney Spears, "Milkshake" von Kelis, "Drop It Like It's Hot" von Snoop Dogg und "Hollaback Girl" von Gwen Stefani produzierte, gingen Begeisterungsrufe durch das Publikum und es wurde ausgelassen getanzt. Leider war das Stimmungshoch aber nicht von langer Dauer, weil gerade diese Mega-Hits immer nur kurz angespielt wurden, um anschließend zu einem langatmigen Block mit Liedern seines Albums "GIRL" zurückzukehren.

Zwischendurch trat Pharrell Williams übrigens noch in ein Fettnäpfchen, das zu seinem Glück nicht viele Personen im Publikum zu bemerken schienen. In einer Zwischenansage erklärte der 41-Jährige nämlich, er würde sich freuen, endlich in der Heimat seines Freundes Hans Zimmer auftreten zu können. Blöd nur, dass der Filmkomponist und Musikproduzent aus Deutschland stammt.

Baes, Baes, Baes und Finale im Konfettiregen

Wie der Name der Platte erahnen lässt, standen an diesem Abend für Pharrell Williams die Mädchen und Frauen im Vordergrund. Auch wenn er sich selbst gerne als Feminist darstellt, widersprach dieses Image völlig der "Sex Sells"-Performance seiner geliebten Baes. Den Mädchen und Jungs, die der Sänger und Produzent bei N.E.R.D.-Songs wie "Rock Star" oder "She Wants To Move" neben seinem alten Kollegen Shae Haley auf die Bühne holte, war das aber völlig egal. Sie feierten den Weltstar und umarmten und küssten ihn, solange sie die Möglichkeit dazu hatten. Eins muss man Pharrell Williams ja auch lassen: Er liebt die Nähe zu seinen Fans!

Zum großen Finale durften natürlich seine drei Nummer-Eins-Hits des vergangenen Jahres nicht fehlen – "Get Lucky" von Daft Punk, eine gekürzte Version von Robin Thickes umstrittenem "Blurred Lines" und sein eigener Song "Happy", der nach knapp 80 Minuten alle nochmal so richtig in Ekstase versetzte und in buntem Konfettiregen endete. Ganz so glücklich machte uns Pharrell Williams an diesem Abend aber trotzdem nicht.

Foto: (c) Shawn Ahmed / thebullpen (CC BY)

Petra Püngüntzky

Chefin vom Dienst | Content Managerin
Ressortleiterin Musik & Events
Redakteurin | Fotografin

petra.puenguentzky (ät) unimag.at

 

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